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Hamburger Unternehmen wollen von Gas auf Öl umstellen – doch Genehmigung fehlt

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Von: Bona Hyun

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Öltank am Hamburger Hafen
Gaskrise Hamburg: Erste Unternehmen wollen von Gas auf Öl als Brennstoff umstellen. (Symbolbild) © Malte Christians/dpa

Einige Hamburger Unternehmen wollen von Gas auf Öl umstellen und so Gas sparen. Doch die Genehmigung dafür wird ihnen bisher verweigert.

Hamburg – Bald wird es kalt und dunkel in Hamburg – und das liegt nicht am Winter, sondern an der Energiekrise. Zahlreiche Branchen sind durch die hohen Energiekosten bedroht: Die Bäcker knipsen wegen der Energiekrise das Licht aus und auf dem Kiez könnte es ab 22:00 Uhr dunkel werden, weil die Werbeschalten ausgeschaltet werden sollen. Weitere Unternehmen wollen sich für die Gaskrise rüsten und, wie die Stadt Hamburg, Gas einsparen. Dafür wollten sie von Gas auf Öl umsteigen – doch dieser Versuch scheitert.

Firma in Harburg:HOBUM Oleochemicals GmbH
Adresse:Konsul-Ritter-Straße 10, 21079 Hamburg
Telefon:040 7662550

Energiekrise Deutschland: Erstes Hamburger Unternehmen will von Gas auf Öl umstellen

Einige Firmen sind besonders hart von der Gaskrise betroffen. Um den Energiebedarf zu decken, wollten einige Unternehmen daher von Gas auf Öl umsteigen, wie der NDR berichtet. Die Firma Hobum Oleochemicals habe angekündigt, dass sie wieder Heizöl statt Gas nutzen wolle. Das in Harburg ansässige Unternehmen produziert Produkte auf Basis nachwachsender Rohstoffe und stellt Spezialchemikalien her.

Die Umweltbehörde würde intensiv an einer Lösung für Unternehmen arbeiten, erfuhr der NDR auf Anfrage. Doch beim Verbrennen von Heizöl würde letztendlich mehr CO₂ freigesetzt, als durch Erdgas. Es sei noch nicht abzusehen, wie sich dies auf die Klimabilanz auswirke. Die Hamburger Handelskammer fordert dennoch, dass die Genehmigung zur Umstellung von Gas auf Öl schneller erteilt werde. Die Umweltbehörde spricht sich ebenfalls dafür aus, Gesetze anzupassen, um das Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.

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Hamburger Unternehmen fühlen sich während der Energiekrise von der Politik im Stich gelassen

In einem knapp vierminütigen Video des Unternehmens bezieht Hobum Oleochemicals Geschäftsführer Arnold Mergell Stellung zur Problematik und verweist auf das „eklatante“ Versorgungsproblem. Das Unternehmen habe trotz zehnfach hoher Energiekosten sehr viel Geld in den vergangenen Monaten investiert, eine „Fuel switch“, also eine Umstellung von Gas auf Heizöl zu ermöglichen. Dadurch wollte das Unternehmen Gas sparen. Aber: „Bis heute wird uns diese Genehmigung verweigert dafür, weil das noch nicht im Binge-Verfahren möglich ist“, so Mergell. Zudem äußerte er sich zur prekären Lage mittelständischer Unternehmen, Hobum Oleochemicals eingeschlossen, die „wirklich verzweifelt“ seien.

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Ausweg aus Energiekrise: LNG und Wasserstoff sind auch in der Diskussion

Mögliche Auswege aus der Energiekrise könnten auch Flüssiggas oder Wasserstoff sein. Einige Unternehmen hätten den Brennstoff bereits umgestellt. Politiker in Hamburg kämpfen für den Bau eines schwimmenden LNG-Terminals am Hafen, um sich unabhängiger von Putins Gas zu machen. Dass der Weg bis zum Einsatz von Wasserstoff lang ist, zeigen erste Pilotprojekte. Für die Beschaffung von Wasserstoff gibt es zwar mehr Beschaffungswege, doch im Haushalt ist es noch zu ineffizient. Kleiner Tipp am Rande: Verbraucher können bis zu 1000 Euro im Jahr sparen, indem sie einige Tricks anwenden und den Energieverbrauch stark reduzieren.

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