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Hamburger Tafel: Ukraine-Krieg und gestiegene Spritpreise erschweren Hilfsangebot

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Von: Kevin Goonewardena

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Corona, Ukraine-Krieg, gestiegene Sprit- und Energiepreise. Die Tafel in Deutschland leidet unter den aktuellen Entwicklungen. Und mit ihnen Bedürftige.

Hamburg – Seit 1993 versorgen die sogenannten Tafeln in Deutschland bedürftige Menschen mit Lebensmittelspenden, die bei Supermärkten, Bäckereien oder gastronomischen Betrieben gesammelt werden, aber auch von Privatleuten abgegeben können. Gegründet durch Sabine Werth in Berlin, gehören zum Dachverband der Tafeln mittlerweile mehr als 950 Einrichtungen bundesweit, 31 davon finden sich in Hamburg und im Umland.

Nicht nur der Bedarf an dem Angebot der Tafeln steigt stetig. Auch die Not, die Menschen versorgen zu können. Die unaufhörlich steigenden Preise für Diesel und Benzin, bei denen der Staat kräftig abkassiert, erschweren die Arbeit der Tafeln zusätzlich. Und das hat einen Grund, der vielen gar nicht bewusst sein dürfte.

Name:Hamnburger Tafel e.V.
Adresse:Schimmelmannstraße 123 22043 Hamburg
Gegründet:1994
Vorsitzende:1. Vorsitzender Mats Regenbogen, 2. Vorsitzender Wolfgang Demel

Hamburger Tafel beliefert Hilfseinrichtungen in Stadt und Umland

Denn anders als andere Hilfseinrichtungen gibt die Hamburger Tafel keine Lebensmittelspenden direkt an Bedürftige aus, sondern versorgt unterschiedliche Hilfseinrichtungen stadtweit und darüber hinaus mit den gesammelten Lebensmittelspenden. Dazu gehören Hilfsangebote für Obdachlose, Suchtkranke und Frauenhäuser. Die Hamburger Tafel versorgt, aber auch Angebote wie den Mitternachtsbus, ein Hilfsangebot, das kürzlich 25 Jahre alt wurde, das Winternotprogramm, Einrichtungen von der Heilsarmee, Caritas oder des Straßenmagazins Hinz&Kuntz, mit gespendeten Lebensmitteln, die dann direkt weitergegeben oder zu Mahlzeiten verarbeitet werden.

Die Hamburger Tafel wirbt am Hamburger Hafen für Spenden
Mit einem Plakat wirbt die Hamburger Tafel am Hamburger Hafen um Spenden. Spenden aller Art sind gerade jetzt, wo Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und Preisteuerung zusammen kommen wichtiger denn je. © HANNO BODE/imago

Dabei reicht das Tätigkeitsgebiet bis in die Nachbarbundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern. Für die Arbeit der Hamburger Tafel stellen die aktuellen Spritpreise ein zusätzliches, nicht zu überwindendes Erschwernis ihrer Arbeit dar.

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Hamburger Tafel: 20.000 Kilometer im Monat – bei den Spritpreisen!

Gegenüber t-online äußerte sich der Geschäftsführer der Hamburger Tafel, Jan Henrik Hellwege, zur aktuellen Situation der Tafel. „Wenn das so weitergeht, liegen unsere Kosten Ende März bei fast 6.000 Euro. Ein trauriger Rekord in der Geschichte unserer Organisation“, so Hellwege gegenüber des Portals.

Im Monat lege die Flotte aus 16 Kühltransportern insgesamt rund 20.000 Kilometer zurück, um an fünf Tagen die Woche Hilfseinrichtungen mit Lebensmittelspenden beliefern zu können. Die finanziellen Mittel, die Mehrkosten aufzufangen, habe die Organisation nicht, so Hellwege weiter.

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Ukraine-Krieg: Mehr Bedürftige – Spenden für Hamburger Tafel brechen weg

Neben den angestammten Klienten sind nun zusätzlich auch ukrainische Flüchtlinge, von denen bereits etwa 12.000 bis 15.000 in Hamburg angekommen sind, auf die Lebensmittelspenden der Organisation angewiesen. Doch die Kunden und Kundinnen der Tafeln zu versorgen, fällt wegen des Ukraine-Krieges deutlich schwerer als sonst. Dabei wurden gerade erst die Herausforderungen der Corona-Krise gemeistert. In dieser hatte die Hamburger Tafel unter anderem eine 400 Schokoladentafeln umfassende Spende eines Kreuzfahrtschiffs erhalten.

Denn große Unternehmen, so Hellwege, würden ihre Lebensmittel direkt ins Kriegsgebiet leiten und auch die Geldspenden seien zurückgegangen. Spenden, mit denen die gestiegenen Spritkosten hätten bezahlt werden können.

Steigende Spritpreise: Tafel in Sachsen muss Lieferservice einstellen

Wir haben einfach nicht das Geld, um diesen Transporter zu betanken und die Leute hier anzufahren.

Tafelchefin Annerose Aurich gegenüber dem MDR

Probleme, die hohen Spritpreise zu zahlen, hat nicht nur die Hamburger Tafel. So musste etwa die Tafel in Stollberg, Sachsen, ihren Lieferdienst erst einmal einstellen. Auf diesem Weg hat die sächsische Tafel bisher alte und kranke Menschen mit notwendigen Lebensmittelspenden versorgt. *24hamburg.de und kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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