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Hamburger Stadtpark: Alle Infos zu Hamburgs größter Grünfläche

  • Leonard von Steuber
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Der Hamburger Stadtpark ist ein stetiger Publikumsmagnet und die grüne Lunge Hamburgs. Die Symbiose aus Kunst, Kultur und Natur bietet die perfekte Erholung.

  • Der Hamburger Stadtpark zieht seit über 100 Jahren die Massen an.
  • Auf der Freiluftbühne im Park standen schon Lady Gaga, Johnny Cash und die Rolling Stones.
  • Einige Attraktionen sind panedemiebedingt geschlossen, das geplante Open Air kann 2021 aber stattfinden.

Hamburg – Schon seit 1914 zieht es die Hamburgerinnen und Hamburger Sommer für Sommer in den Stadtpark: Die vielen Attraktionen und die großen Grünflächen laden vor allem bei gutem Wetter zum Grillen und zu einem Picknick ein. Mal finden im Stadtpark Kunstausstellungen statt, mal bisweilen geschichtsträchtige Konzerte. Zum festen und beliebten Inventar des Parks zählen aber vor allem das Planetarium und das Freibad.

Name:Hamburger Stadtpark
Ort:Hamburg Winterhude
Größe:148 Hektar
Besteht seit:1914
Besondere Ereignisse:Jährliches Festival 'Stadtpark Open AIr'/Oldtimer Rallye 'Stadtpark Revival'

Hamburger Stadtpark: Die legendärsten Events der letzten 50 Jahre auf Freilichtbühne und Festwiese

Die größten Events im Stadtpark waren zweifelsohne die Konzerte. Und das, obwohl die Freiluftbühne inmitten von Hamburg, die zu den schönsten Deutschlands zählt, nur eine Besucherkapazität von 4000 Personen hat. Zum Vergleich: Die Waldbühne in Berlin bietet über 20.000 Menschen Platz, und gehört damit noch immer nicht zu den größten Outdoor-Spielstätten weltweit. Und trotzdem: Lady Gaga, Alligatoah, ex-Beatle Ringo Starr und Peter Gabriel sind nur einige der Namen, die schon zwischen den Hecken spielten.

Aber auch für Konzerte der Superlative hat der Stadtpark etwas zu bieten: Für Stars, denen der heimelige Charme der Freilichtbühne nicht reicht, muss eben die Festwiese herhalten. So spielten 2017 die Rolling Stones ein Konzert in einem eigens aufgebauten Stadion vor unglaublichen 82.000 (!) Fans. Zuletzt wurde das Gelände fast 30 Jahre vorher als Veranstaltungsort benutzt, nur David Bowie und Pink Floyd durften für ihre Tourneen auf die Festwiese.

Er kam fast zwei Stunden später und sagte, er hätte den Stadtpark nicht gefunden. Als er endlich auf die Bühne ging, lag ein Brummen auf dem Sound. Der Techniker sagte, er brauche fünf Minuten, um das Problem zu lösen. Collins ging prompt von der Bühne und haute ab. Da haben die Leute dann ihr Eintrittsgeld zurückbekommen.

Karsten Jahnke, Konzertveranstalter

Auch eher kuriose, aber trotzdem nicht weniger geschichtsträchtige Ereignisse haben auf der Freilichtbühne stattgefunden. Da wäre zum Beispiel Bootsy Collins, der erst zu spät kam, aber sich dann über die Technik echauffierte, wie Veranstalter Carsten Jahnke dem NDR berichtete.

Planetarium Hamburg: Das meistbesuchte Sternentheater Deutschlands

Der bekannteste Publikumsmagnet des Stadtparks ist wohl das Planetarium – mit 380.000 Besuchern jährlich seit der Wiedereröffnung 2017 ist es das meistbesuchte Planetarium Deutschlands. 1912 wurde das über 64 Meter hohe Gebäude als Wasserturm errichtet, doch schon 1925 fand es seine schlussendliche Bestimmung und wurde zum Planetarium um- und ausgebaut. 23 Meter ist die Kuppel hoch, weshalb das Sterntheater zu einem von nur 9 „Großplanetarien“ in Deutschland zählt.

Das Planetarium, ursprünglich ein Wasserturm, bietet neben der eigentlichen Show noch einen atemberaubenden Ausblick ganz Hamburg. Ob man den Fahrstuhl oder die Treppe auf die Aussichtsplattform im 8. Stock nimmt, bleibt einem selbst überlassen. (24hamburg.de-Montage)

Über 2300 Veranstaltungen jährlich konnte das Planetarium verbuchen, bis es Anfang 2020 wegen der Corona-Pandemie vorerst schließen musste.

Sonstige Jährliche Veranstaltungen im Stadtpark

Neben dem überregional bekannten Musikfestival „Stadtpark Open Air“ gibt es auch noch die Oldtimer-Rallye „Stadtpark Revival“, die hunderte alter Autos und Motorräder durch den Stadtpark führt. An zwei Tagen wird die grüne Idylle dann zur Benzin-geschwängerten Welt der Feuerstühle und Prachtkarossen, denn über 300 Fahrzeuge wagen sich auf den 1,7 Kilometer langen Kurs.

Trotzdem ist dies natürlich nur eine Homage an die echten Rennen im und um den Stadtpark, die es schon seit fast 70 Jahren nicht mehr gibt. Ein bisschen wie ein Zeitreisender fühlt man sich aber trotzdem zwischen den dröhnenden Motoren und auf Hochglanz polierten Karosserien.

Kultfestival im Grünen: „Stadtpark Open Air“

Bereits seit den frühen Siebzigern gehört auch das Festival „Stadtpark Open AIr“ zum festen Repertoire des Stadtparks. Jeden Sommer findet auf der großen Freiluftbühne eine Reihe von spektakulären Konzerten statt, sogar Lady Gaga spielte hier schon. Und das, wo die Konzertreihe doch eigentlich 1959 als Jazzfestival ihren Ursprung fand.

Beim Stadtpark Open Air treten regelmäßig Stars wie Johannes Oerding auf. (24hamburg.de-Montage)

Aufgrund von immer wiederkehrenden Störenfrieden (Rockern, die Konzertgäste vermöbelten, um genau zu sein) wurde dies vom Veranstalter vorerst unterbrochen. Mit mehr Sicherheitsvorkehrungen und breiterem Programm kehrte es dann 1975 zurück und erfreut bis heute jedes Jahr hunderttausende Menschen. Auch der Coronakrise konnte das Stadtpark Open Air trotzen, sowohl 2020 als auch 2021 konnte das Spektakel mit reduzierter Zuschauerzahl ermöglicht werden.

Stadtpark Open Air: Programm der Konzertreihe 2021

Unter dem Motto „Mit Abstand Hamburgs schönste Bühne“ treten auch dieses Jahr wieder viele Künstler von nationaler und internationaler Bekanntheit auf. Von nationaler Bekanntheit sind Sänger wie Philipp Poisel oder der Freund von Ina Müller, Johannes Oerding. Auch eher lokale Berühmtheiten wie Lotto King Karl sind dabei. Doch diesmal eröffnet der ehemalige HSV-Stadionsprecher nicht die Konzerte, wie sonst traditionell üblich.

Johannes Oerding23., 24. und 25. April
Element of Crime6. August
Fury in the Slaughterhouse7. August
Eckart von Hirschhausen18. August
Best of Poetry Slam19. August
Lotto King Karl und die 4 Richtigen21. August
Phillip Poisel25. August
Olli Schulz3. September
Deine Freunde5. September

Das ist natürlich eigentlich noch nicht alles. Unter anderem Sting, the Bosshoss und Deep Purple waren noch geplant, allerdings an einem Datum, das sich in Hinblick auf die Pandemie nicht mehr realisieren ließ. Der Veranstalter arbeitet aber an einer Verschiebung auf andere Daten noch dieses Jahr.

Anfahrt zum Stadtpark

Der Stadtpark ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln der HVV wegen der guten S-Bahn-Anbindung sehr gut zu erreichen. Die nächstgelegenen S- und U-Bahn-Stationen zum Stadtpark sind „Alte Wöhr“ (S1), „Saarlandstraße“ (U3) mit wenigen Minuten Fußweg zum Eingang und „Borgweg“ (U3). Vom Hamburger Hauptbahnhof gibt es mit der S1, S3 sowie der U3 direkte Verbindungen.

Doch auch mit dem Auto lässt sich das Gelände gut erreichen. Kommt man auf der A7 aus Richtung des Elbtunnels folgt man am besten der Beschilderung Richtung Ring 2/City Nord. Kommt man von den Elbbrücken (A1) aus fährt man erst Richtung Zentrum, dann Richtung City Nord/Barmbek. Auch hier ist der Weg ausgeschildert. Zum Parken bietet sich der „Überseering“ an, wenn man direkt neben dem Park keine freien Platz mehr findet. Von dort aus sind es dann zu Fuß noch gute 10 Minuten.

Die volle Adresse des Hamburger Stadtparks lautet:
Saarlandstraße 69
22303 Hamburg

Stadtpark zu Zeiten von Corona

Von der Corona-Pandemie bleibt auch der Stadtpark natürlich nicht verschont, viele Attraktionen, wie das Planetarium, sind geschlossen. Auch die Gastronomie musste sich stark einschränken, kann aber zumindest Speisen zum Mitnehmen oder Lieferung anbieten. Das Festival „Stadtpark Open Air“ ist hier die Ausnahme, mit Abstandsregelungen kann es wie auch schon letztes Jahr dem Lockdown trotzen. 2020 fand man Lösungen in Form von Markierungen auf dem Boden und reduzierter Besucherzahl, und im Gegensatz zu den meisten anderen Festivals wie dem Hurricane oder dem Deichbrand* wird dies auch 2021 wieder ausreichen, um das Infektionsgeschehen in Schach zu halten. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa 24hamburg.de Montage

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