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Hamburger Stadtmusikanten: Aktivisten stellen Skulptur auf – worum geht‘s?

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Von: Kevin Goonewardena

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Am Hamburger Alsterufer ist über Nacht eine an die Bremer Stadtmusikanten angelehnte Skulptur aufgetaucht. Sie richtet sich gegen Tierversuche. Alles über die Aktion.

Hamburg – Das weltberühmte Wahrzeichen Die Bremer Stadtmusikanten* der grün-weißen*Stadt an der Weser bedarf keiner Erklärung mehr. Das kuriose Pendant, dass seit gestern am Hamburger Alsterufer steht, lässt Passanten hingegen ungläubig staunend und mit Fragezeichen im Gesicht zurück. Statt Esel, Hund, Katze und Hahn watet das Hamburger Quartett mit Hund, Affe, Kaninchen und einer Ratte auf, die ganz oben thront. Eine wahllose Tier-Auswahl? Mitnichten.

Hamburger Stadtmusikanten am Alsterufer: Protestaktion gegen Tierversuche

Die Skulptur Hamburger Stadtmusikanten
Die Skulptur Hamburger Stadtmusikanten am Alsterufer: Unbekannte errichteten sie über Nacht - als Protest gegen Tierversuche. © Elias Bartl

Die gezeigten Tiere am Uhlenhorster Alsterufer haben eines gemein: Sie werden weltweit und damit leider auch in Hamburg im Rahmen von Tierversuchen eingesetzt. Unsere schöne Stadt an der Elbe hält dabei gar einen traurigen Rekord: Nirgendwo in Deutschland gibt es mehr Tierversuche auf 100.000 Einwohner als bei uns. Und genau gegen diese richtet sich der Protest, zu dessen Zweck dieses Mahnmal von einem unbekannten Künstler oder einer unbekannten Künstlerin errichtet wurde. Zu der schweren Statur – mit einem in die Erde eingelassenem Sockel – gehört auch eine Gedenkplakette auf der es heißt:

Die Plakette am Sockel der Skulptur  Hamburger Stadtmusikanten
Die Plakette am Sockel der Skulptur mit Widmung. Diese ist so gar in Mandarin zu lesen. © Elias Bartl

Gewidmet allen Opfern der Tierversuche weltweit

Inschrift Plakette der Skulptur

Hamburger Stadtmusikanten richtet sich gegen Skandal-Labor LPT

©  Sophia M. Phildius

Erst vor zwei Jahren hat es das unter der unspektakulären Abkürzung firmierende Tierversuchslabor LPT in Neugraben im Bezirk Harburg zu bundesweiter Bekanntheit gebracht. Nachdem skandalöse Zustände in dem Labor durch Aktivisten aufgedeckt und publik wurden, protestierten bis zu 3000 Menschen, die Staatsanwaltschaft Hamburg nahm Ermittlungen auf*, doch das Labor quälte weiter Tiere. Das Labor ist mittlerweile umbenannt (in Provivo Biosciences GmbH und Co. KG), die Geschichte hinter der Aktion erzählt von einem Versuchshund, dem die Flucht aus eben diesem Labor gelang. Die Aktivisten haben diese in kleinen Heftchen an die Bäume der Umgebung gebunden.

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Milliarden Förderung für Tierversuche – Millionen tote Tiere jährlich

Mit bis zu vier Milliarden werden in Deutschland jährlich Tierversuche gefördert, so Schätzungen. Die Anzahl der Versuchstiere wird auf etwa 20 Millionen beziffert, rund drei Millionen Tiere würden jedes Jahr bei den Versuchen sterben, so Schätzungen von Tierrechtsorganisationen. *24hamburg.de , *deichstube.de, *kreiszeitung.de und *merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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