Kultursommer Hamburg 2021

Hamburger Kultursommer: Dresdner Sinfoniker spielen auf den Dächern

  • Annabel Schütt
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Im Juli kehrt die Kultur nach langer Corona-Pause zurück. Bei „Himmel über Hamburg“ spielen 33 Dresdner Sinfoniker auf den Dächern der Lenzsiedlung in Hamburg.

Hamburg – Der Kultursommer Hamburg 2021 macht Kunst und Konzerte auch während und vor allem trotz Corona möglich. Kurz nach der Auftaktveranstaltung auf dem Hamburger Spielbudenplatz mit Corny Littmann und Udo Lindenberg sorgt das Projekt „Himmel über Hamburg“ in der Lenzsiedlung in Eimsbüttel für Aufsehen. 33 Dresdner Sinfoniker spielen am 17. Juli 2021 ein einzigartiges Freilichtkonzert und erreichen mit ihrer Musik die Menschen dort, wo sie zu Hause sind.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Gegründet:500 n. Chr.
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Hamburger Kultursommer 2021: Bei „Himmel über Hamburg“ spielen Dresdner Sinfoniker auf den Dächern des Hochausghetto Lenzsiedlung

Die Hansestadt Hamburg dreht auf. Nachdem es monatelang unmöglich war, gemeinsam mit Freunden, Familie und Kollegen seiner Lieblingsband zu lauschen, eine Kunstausstellung zu besuchen und einfach am kulturellen Leben teilzunehmen, besteht nun trotz geschlossener Clubs und Diskotheken Grund zur Freude. Denn: Der Kultursommer Hamburg lädt im Juli unter dem Motto „Play it loud!“ zur Rückkehr zum Feiern, Lachen und Seele baumeln lassen ein.

Bei „Himmel über Hamburg“ spielen 33 Dresdner Sinfoniker auf den Dächern der Lenzsiedlung. (24hamburg.de-Montage)

Mit dabei ist das Projekt „Himmel über Hamburg“. Am 17. Juli verwandeln die Dresdner Sinfoniker im Zuge des Hamburger Kultursommers 2021 die Lenzsiedlung in einen Konzertsaal unter freiem Himmel. Die Lenzsiedlung ist ein Komplex von Hochhäusern, der in den 1970er und 80er Jahren im Hamburger Stadtteil Lokstedt im Bezirk Eimsbüttel erbaut wurde. Die Siedlung grenzt an die Stadtteile Stellingen und Eimsbüttel und ist am besten über die U-Bahn-Haltestelle der Linie U2 „Lutterothstraße“ erreichbar.

In der Großsiedlung wohnen vor allem Migranten und Familien mit geringem Einkommen. Hier gibt es rund 1200 Wohnungen auf ungefähr 7,6 Hektar. Um die 2000er Jahre herum entwickelte sich die Siedlung zu einem kriminellen Brennpunkt. Man spricht auch von einem Ghetto. Heute sind die von der Saga verwalteten Wohnungen in der Lenzsiedlung zwar noch immer günstig, doch viel wohnlicher und sozialer geworden. Um Klischees zu bedienen wird die Ecke jedoch oft weiterhin als Drehort für Tatort und Großstadtrevier verwendet.

Einzigartiges Freilichtkonzert in Eimsbüttel: 33 Dresdner Sinfoniker spielen auf den Dächern der Lenzsiedlung

Auf den Dächern zahlreicher Häuser in Eimsbüttel/Stellingen und dem Sportplatz Tiefenstaaken verteilt, spielen die Musikerinnen und Musiker ein einzigartiges Freilichtkonzert. Schon am Vormittag des 17. Juli spielen die Dresdner Sinfoniker kleine Konzerte in den Innenhöfen der Lenzsiedlung, um ihr Publikum für das große Konzert am Abend vorzubereiten: ein eigens für die Konzertreihe komponiertes Stück von Markus Lehmann-Horn und Beethovens „Ode an die Freude“.

Wer mag, kann den Klängen vom Balkon aus lauschen oder auf Sitzplätzen, die auf dem Rasen des anliegenden Sportplatzes aufgestellt werden, Platz nehmen. Getreu dem Motto: „Die Musik erreicht die Menschen dort, wo sie zu Hause sind.“ Für Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) ein einzigartiges Konzept. Er hofft „dass wir Menschen auch da mit Kultur erwischen, wo sie vielleicht nicht danach suchen.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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