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Hamburger Hauptbahnhof: Das sind die Pläne zur Entlastung des Nadelöhrs

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Von: Kevin Goonewardena

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Hamburgs Hauptbahnhof ist der größte deutsche Bahnhof. Das 9-Euro-Ticket hat gezeigt, wie schnell er überlastet ist. Diese Ideen sollen Besserung bringen.

Hamburg – Dass der Hamburger Hauptbahnhof aus allen Nähten platzt, haben Reisende zuletzt vor allem im August 2022 erleben müssen: Dort fielen unfreiwillig das 9-Euro-Aktionsticket, das deutschlandweit günstiges Reisen ermöglichte, und der verheerende Brand nahe der S-Bahn-Station Elbbrücken zusammen – der daraus resultierende chaotische Bahnersatzverkehr in Kombination mit dem Aktionsticket sorgte einmal mehr für brechend volle Bahnsteige am Hamburger Hauptbahnhof.

Diese waren an Spitzentagen so voll, schreibt der NDR, dass sie teilweise abgeriegelt werden mussten. Doch wer glaubt, dass diese spezielle Situation erst für das Chaos gesorgt habe, der irrt.

Name:Hamnburg Hauptbahnhof
Eröffnet:1906
Anzahl Reisende:550.000 täglich
Anzahl Gleise:8 Fernbahn-Gleise; (+2 Gleise ohne Bahnsteigkante); 4 S-Bahn-Gleise

Hamburg Hauptbahnhof: Zu wenig Platz für Reisende und Züge

Der Hamburger Hauptbahnhof ist bereits seit Jahren chronisch überlastet. 550.000 Reisende täglich passieren das Drehkreuz in der Hansestadt Hamburg – das macht den Hauptbahnhof in Hamburg zum größten Bahnhof Deutschlands. Im Verkehrsverbund NAH.SH (Regionalverkehr Schleswig-Holstein) ist man sogar der Meinung, der Hamburger Hauptbahnhof bremse die Verkehrswende aus. Wie das? Der Hamburger Hauptbahnhof sei zu klein. Es gebe schlicht zu wenig Platz für Reisende und für die Züge.

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Auch Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn in Schleswig-Holstein ist dieser Meinung und meint gegenüber dem NDR, man brauche kein Gutachten, um zur Feststellung zu kommen, dass es „schlicht und ergreifend nicht geht“, die Anzahl Reisender im Rahmen der Verkehrswende zu verdoppeln. Auch der Deutschen Bahn ist das Problem längst bewusst, mit verschiedenen Maßnahmen will sie in den kommenden Jahren für Entlastung sorgen.

Hamburg Hauptbahnhof: Neue Halle soll kommen – Steintorbrücke wird überdacht

Pläne der Erweiterung der Wandelhalle um 70 Meter und eine Überdachung der Steintorbrücke sind längst bekannt. In diesem Jahr wurden neue Zugänge zu den Gleisen geschaffen: Treppen, die direkt zur Steintorbrücke beziehungsweise von dort auf die Bahnsteige führen. Ein Gang durch den Bahnhof ins Freie ist so nicht mehr nötig.

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Am Hauptbahnhof Hamburg stauen sich die Menschen auf manchen Bahnsteigen.
Kein Platz zum Atmen: Menschenmassen drängen am Bahnsteig des Metronom am Hamburger Hauptbahnhof im August 2022. Doch auch außerhalb des 9-Euro-Ticket-Aktionszeitraum: Der Hamburger Hauptbahnhof ist seit Jahren chronisch überlastet. © Manfred Segerer / Imago

Hauptbahnhof: Zweiter S-Bahn-Tunnel in Hamburg geplant

Ein neuer Tunnel für die S-Bahn Hamburg soll zudem Platz schaffen für Züge des Fern- und Regionalverkehrs zwischen dem Hauptbahnhof, Dammtor und dem neuen Fernbahnhof am Diebsteich. Momentan teilen sich der Fern- und Regionalverkehr auf dem Abschnitt nach Altona noch die Gleise. Auch die S-Bahn-Gleise würden frei werden, wenn die Trasse der S-Bahn Hamburg unter die Erde verlegt würde.

Man muss den Hauptbahnhof entlasten, indem man zusätzliche Möglichkeiten des Umsteigens an anderer Stelle schafft.

Jochen Schulz, NAH.SH

HVV: Neue Linie S4 kommt – zudem weitere Regionalhalte angedacht

Auch die zukünftige S4, die in den kommenden Jahren gebaut und von Hamburg über Ahrensburg nach Bad Oldesloe fahren soll, soll für Entspannung am Hauptbahnhof und vor allem Entlastung für die Reisenden nach Schleswig-Holstein sorgen. NAH.SH und Pro-Bahn begrüßen die Vorhaben.

Doch wann die S4 den Betrieb aufnehmen kann, ist noch unklar – gebaut wird sie aber schon, so wurde der Bahnhof Wandsbek, der sich im Streckenverlauf befindet, bereits abgerissen. Zusätzliche Haltestellen im Regionalverkehr wie beispielsweise „Berliner Tor“ werden nach NDR-Angaben von der Bahn bereits geprüft.

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Hauptbahnhof Hamburg: Weniger wichtig machen – und zusätzliche Umstiegs-Möglichkeiten schaffen

Die Fahrgäste sollen nach dem Willen der Verbände in Zukunft auch an anderen Bahnhöfen umsteigen können, etwa in Altona oder am Dammtor. „Man muss den Hauptbahnhof entlasten, indem man zusätzliche Möglichkeiten des Umsteigen an anderer Stelle schafft“, so Schulz gegenüber dem NDR. Auch das Zusammenspiel zwischen den Verbänden, eine Verbesserung der Signaltechnik oder das Anzeigen anderer Optionen für die Fahrgäste neben dem Hauptbahnhof würden helfen können, den Hauptbahnhof zu entlasten. Insgesamt müsse, so Schulz, der Hamburger Hauptbahnhof weniger wichtig gemacht und so entlastet werden.

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