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Hamburger Hauptbahnhof: CDU will „katastrophales Aushängeschild“ bekämpfen

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Von: Christian Einfeldt

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Der Hamburger Senat attestiert St. Georg „steigende Kriminalitätszahlen“. Zwischen Drogenmissbrauch und Obdachlosigkeit: Die CDU will mehr Polizei und Kameras.

Hamburg – „Alarmierend.“. „Katastrophal.“. „Vernachlässigt.“ Mit diesen Attributen beschreibt die Hamburger CDU die Zustände im Stadtteil St. Georg. In unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs steigt die Kriminalität. Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz nehmen zu. Menschen würden sich nicht mehr sicher fühlen, heißt es. Ein Besuch der Hansestadt Hamburg würde den Eindruck unmittelbar vermitteln: Der Hamburger Hauptbahnhof und seine anliegende Plätze verwahrlosen.

CDU-Politiker Dennis Thering, der zuletzt gegen das Gendern wetterte, fordert mittels Senatsanfrage mehr Kameras und Polizei.

Stadtteil:Sankt Georg
Bezirk:Hamburg-Mitte
Fläche:180 ha
Bevölkerungsdichte:6371 Einwohner/km²

Drogendelikte am Hamburger Bahnhof: Senat bestätigt „steigende Kriminalitätszahlen“

Laut CDU-Politiker Thering würden sich die Schattenseiten direkt in Hamburgs Zentrum offenbaren. Als Schauplatz der Kriminalität muss vor allem medial häufig St. Pauli herhalten, diesmal singt jedoch nicht die Reeperbahn und das Rotlichtviertel Lieder der Kriminalität. Ein anderer Stadtteil erlangt nun ebenfalls zweifelhaften Ruhm: St. Georg, ein Stadtteil, für Ortsfremde wohl nur aufgrund des Hauptbahnhofs bekannt.

Hamburger Hauptbahnhof.
Kriminalität rund um den Hamburger Hauptbahnhof: Laut Senatsangaben nehmen insbesondere die Drogendelikte zu. (Symbolbild) © Manfred Segerer/Imago

Die dortige Kriminalitätsrate ist hoch. Laut der Hamburger Morgenpost verlagert sich der Fokus rund um die Drogenberatungsstelle „Drob Inn“. CDU-Mann Dennis Thering stellt dem Gebiet kein gutes Zeugnis aus und bezieht sich dabei auf Zahlen des Hamburger Senats. 2019 zählte die Stadt Hamburg 3606 Delikte, 2020 waren es 3232 und 2021 dann 3667 Fälle, die mit Drogenmissbrauch im Zusammenhang stehen. St. Georg würde ein weiterer Anstieg dieser Rate bevorstehen, so Thering. Konkret spricht der Senat von „insgesamt steigenden Kriminalitätszahlen gegenüber dem Vorjahr – dieses betrifft auch die Betäubungsmittelkriminalität.“

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„Katastrophales Aushängeschild“ bekämpfen: CDU-Politiker will mehr Polizei und Kameras

Fünf Kilo Kokain an Bord eines Hamburger Koks-Taxis oder der Rekordfund von 182 Kilo Crystal Meth im Hamburger Hafen: Die Drogenszene macht auf sich aufmerksam – in St. Georg zwischen ZOB, Steintorplatz, Steindamm, August-Bebel-Park und Carl-Legien-Platz. Geht es nach Thering, dann soll die Polizei in diesen Gebieten jetzt verstärkt für Recht und Ordnung sorgen. Laut Angaben des Hamburger Senats wurden alleine am ZOB bereits rund 30 Personen zur selben Zeit gesichtet – obdachlos oder Teil der ansässigen Drogenszene.

Die CDU fürchtet um die allgemeine Sicherheit der Bevölkerung. Am Hansaplatz, nur wenige Kilometer vom aktuellen Ort des Geschehens entfernt, hätten mehr Polizeikräfte und mehr Kameras laut Meinung des CDU-Politikers für Erfolge gesorgt. Das „katastrophale Aushängeschild“ Hamburgs will er auf diesem Wege auch an den anderen Plätzen beseitigen.

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Einen Schuldigen sucht und findet Thering in der Politik der SPD und Grünen. „Hamburg darf unter SPD und Grünen nicht wieder eine offene Drogenszene dulden und die innere Sicherheit unserer Stadt immer weiter vernachlässigen.“ Er fordert nun also niedergelassene Polizei-Stellen wieder frequentierter besetzen zu lassen, außerdem Investitionen in Kamera-Überwachung. Trotz vehementer Forderung und lautstarker Kritik an SPD und Grünen: Eine zeitnahe Umsetzung erscheint unwahrscheinlich. Nach Informationen des NDR investiert die Stadt Hamburg wohl vielmehr in neue Aufenthaltsangebote im Bereich des Bahnhofs.

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