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Hamburger Hafen: Verdi besteht weiter auf „Reallohnsicherung für alle“

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Von: Christian Einfeldt

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Im Tarifkonflikt am Hamburger Hafen macht sich Verdi weiterhin für einen „Inflationsausgleich“ stark. Es drohen weitere Verhandlungsrunden.

Hamburg – Die Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft bleiben zäh. Sieben Verhandlungsrunden gab es bereits. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Sonntag, dem 24. Juli 2022, in einer Mitteilung verkündet, ist nun klar: Die Gespräche dauern weiter an. Die Hafenarbeiter fordern mehr Lohn. Die Gewerkschaft Verdi möchte nicht von ihrem Kurs abweichen, während Arbeitgeber die Gewerkschaft zu Kompromissbereitschaft fordern. Bisher ist völlig offen, ob eine Einigung gelingt.

Festgebissen haben sich beide Seiten in den bisher sieben Runden vor allem an einem Detail.

Name:Hamburger Hafen
Gegründet:07. Mai 1189
Umgeschlagene Container:8,7 Millionen (2021)
Umgeschlagenes Stückgut:1,2 Millionen Tonnen (2021)

Hamburger Hafen: Nach sieben Verhandlungsrunden – Verdi fordert weiterhin „Inflationsausgleich“

Die Gewerkschaft Verdi hält weiter an ihre Prinzipien fest: Angesichts der derzeitighohen Inflation, die oft nur schwer auszugleichen ist, beharrt die Gewerkschaft auf einer Sicherung der Reallöhne für alle Beschäftigten. „Das ist nach wie vor das, was wir wollen“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth der dpa. Weiter heißt es: „Ein Inflationsausgleich ist wichtig für alle Kollegen, insbesondere für die niedrigeren Lohngruppen, wo das einfach nochmal einen deutlichen Unterschied macht, wenn sie für die Energie jetzt 38 Prozent mehr zahlen müssen oder knapp 13 Prozent für Nahrungsmittel.“

Hafenarbeiter streiken vor einem Container.
Hamburger Hafen: Verdi macht sich weiter für einen „Inflationsausgleich“ stark – neue Warnstreiks drohen dennoch nicht. © Christian Charisius/dpa

In bislang sieben Verhandlungsrunden galt es für die rund 12.000 betroffenen Beschäftigten einen neuen Tarifvertrag zu schließen. Begleitet waren die Verhandlungen von drei Warnstreiks seitens der Hafenarbeiter, mit denen Verdi zuletzt die Abfertigung von Schiffen für 48 Stunden lahmgelegt hatte. Wie die dpa berichtet, sind für Mittwoch, 27. Juli 2022, sowie für den 10. und 22. August neue Gesprächstermine bestätigt. Weitere Warnstreiks im Hamburger Hafen sind bis dahin ausgeschlossen. Das hatte im Vorfeld das Arbeitsgericht Hamburg beschlossen.

Tarifkonflikt am Hamburger Hafen: Lösung muss Parteien „zueinander bringen“

Die Verhandlungen offenbarten immer mehr ein Konflikt der Parteien. Das zeigte nicht zuletzt der Streik der Hafenarbeiter in Hamburg, der eskalierte. Der Konflikt dreht sich aus Sicht der Gewerkschaft vor allem darum, ihre Forderung nach Ausgleich der Teuerung mit einer zuletzt von Arbeitgeberseite ins Spiel gebrachten Laufzeit von 24 Monaten zu verknüpfen. Es brauche eine Lösung, der es gelingt, beide Seiten „zueinander zu bringen“, sagt Schwiegershausen-Güth.

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„Wir brauchen eine Reallohnsicherung für alle Beschäftigten über die gesamte Laufzeit des Tarifvertrages. Das ist das relevante Kriterium für die Laufzeitdebatte“, sagt die Arbeitnehmervertreterin der Deutschen Presse-Agentur. Die Kritik seitens der Arbeitgeber, sich Kompromissen zu verweigern, weist Maya Schwiegershausen-Güth im dpa-Gespräch entschieden zurück: „Tarifverträge sind immer Kompromisse. Auch wir wollen einen Abschluss“. Das erklärte Ziel, so die Arbeitnehmervertreterin, sei weiterhin, eine zeitnahe Aushandlung.

Die Gewerkschaft ging mit einer Forderung in die Verhandlungen, die Lohnerhöhungen von bis zu 14 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten verlangt. Das aktuelle Angebot der Arbeitgeber liegt allerdings bei 24 Monaten Laufzeit - mit 12,5 Prozent für die Containerbetriebe und 9,6 Prozent für konventionelle Betriebe. (mit dpa-Material)

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