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Hamburg: Hafen-Arbeiter streiken – was sie wollen, was sie jetzt schon verdienen

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Von: Kevin Goonewardena

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Der Hamburger Hafen wird ab Donnerstagnachmittag bestreikt. Es geht um höhere Stundenlöhne und einen „tatsächlichen Inflationsausgleich“. Auch andere Nordseehäfen betroffen.

Hamburg – Seit Jahresbeginn ruft die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Beschäftigte unterschiedlicher Branchen zum Streik auf. So legte der Streik des Sicherheitspersonals am Hamburger Flughafen den Airport mehrfach jeweils einen Tag lahm, da alle Abflüge und Ankünfte an den Streiktagen gestrichen worden mussten. Auch die Angestellten mehrerer Geldinstitute, darunter unter anderem der HASPA und Commerzbank, schlossen sich in diesem Jahr schon Streikaufrufen an.

Während vor allem der Streik am Hamburger Flughafen erhebliche Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger hatte, blieb das befürchtete Chaos durch die Arbeitsniederlegung der Erzieher und Erzieherinnen in den Kitas aus. Jetzt also der Hafen: Für den Nachmittag des Donnerstags, 9. Juni 2022, sind die Beschäftigten des Hamburger Hafens aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen.

Name:Hamburger Hafen
Gegründet:07. Mai 1189
Umgeschlagene Container:8,7 Millionen (2021)
Umgeschlagenes Stückgut:1,2 Millionen Tonnen (2021)

Streik Hamburger Hafen: Arbeitsniederlegung am Nachmittag des 9. Juni 2022

Laut Angaben des NDR werden sich die Hafenmitarbeiter um 15 Uhr vor dem Terminal Burchardkai zu einer Kundgebung treffen. An den Containerbrücken des Terminals wird heute jeder dritte Hamburger Container umgeschlagen, heißt es auf der Seite der HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG). Vor mehr als 50 Jahren im Jahr 1968 wurden an dem zentralen Terminal die ersten Stahlboxen in Hamburg abgefertigt. Heute verfügt der Hafen über vier Containerterminals, darunter mit dem Terminal Eurogate eine durch einen privaten Anbieter betriebene Anlage. Der Streik am Hafen Hamburg ist für mehrere Stunden angesetzt.

Containerschiffe im Hamburger Hafen
Am Hamburger Hafen, in Bremen, Bremerhaven und anderen deutschen Häfen legen am Nachmittag rund 12.000 Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Der Gewerkschaft ver.di geht es um einen „tatsächlichen Inflationsausgleich.“ © Laci Perenyi/Imago

Hamburg Hafen: Tausende Beschäftigte legen Arbeit nieder – „tatsächlicher Inflationsausgleich“ gefordert

12.000 Beschäftigte bestreiken am Donnerstagnachmittag nicht nur den Hamburger Hafen, sondern auch die Seehäfen von Bremen, Bremerhaven, sowie Emden und Wilhelmshaven (Niedersachsen) dazu aufgerufen, für einen „tatsächlichen Inflationsausgleich“ zu streiken. Das teilte die Gewerkschaft ver.di mit. Welche Höhe dieser Inflationsausgleich ihrer Vorstellung nach haben soll, teilte die Gewerkschaft nicht mit. Die Teuerungsrate beträgt zurzeit mehr als 8 Prozent. Außerdem fordert die Gewerkschaft eine Lohnerhöhung von 1,20 Euro die Stunde für die Angestellten der 58 tarifgebundenen Betriebe in den genannten Häfen.

Hamburg: Gehalt der Hafenarbeiter über Bundesdurchschnitt

In Deutschland liegt der durchschnittliche Brutto-Jahreslohn in Deutschland im Jahr 2021 bei 49.200 Euro. Das gibt es Statistische Bundesamt so an. Nach Angaben von Verdi verdienen Hafenarbeiter 58.800 Euro brutto im Jahr. Gehälter von bis zu 100.000 Euro sind möglich, bei 50 bis 60 Überstunden pro Monat.

Hafenstreik: Angebot Arbeitgeberseite „unzureichend“ – nächste Tarifrunde am Freitag, 10. Juni 2022

Wie der NDR berichtet, bietet der Zentralverband Deutscher Seehäfenbetriebe (ZDS) bisher eine zwei-stufige Erhöhung der Löhne um 3,2 Prozent in diesem Jahr und 2,8 Prozent in einem weiteren Schritt 2023 an. Dazu soll es eine Einmalzahlung von 600 Euro je Beschäftigte geben. Das Angebot der Arbeitgeberseite bezeichnete Ver.di als unzureichend. Der Verband betonte hingegen, dass das Angebot zusammen mit den Maßnahmen des Bundes zur Eindämmung der Auswirkungen der Preissteuerung ausreichen würde, um die inflationsbedingten Preissteigerungen auszugleichen. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft Ver.di und dem Verband ZDS ist für Freitag angesetzt.

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