Eskorte von Holland bis Hamburg

Zoll beschlagnahmt eine halbe Tonne Kokain im Hamburger Hafen

Die Fahnder hatten den Frachter schon seit Tagen im Visier. Zugeschlagen haben sie aber erst im Hamburger Hafen, wo sie rund eine halbe Tonne Kokain sicherstellten. Ein 42-Jähriger sitzt nun in Untersuchungshaft.

  • Ein Frachter aus Brasilien legt im Hamburger Hafen an.
  • Der Zoll eskotiert das Schiff von Holland nach Hamburg.
  • An Bord stoßen die Fahnder auf gut verstecktes Rauschgift.

Hamburg – Der deutsche Zoll hat am Montag, 4. Mai auf einem Frachter im Hamburger Hafen eine halbe Tonne Kokain sichergestellt. Ein 42 Jahre altes Besatzungsmitglied sei am Samstag festgenommen und am Sonntag nach Erlass eines Haftbefehls in Untersuchungshaft genommen worden, teilte das Zollfahndungsamt Hamburg am Montag mit. Bei einem anderen Fall im Juli fand die Hamburger Polizei viel Ecstasy bei einem Dealer-Duo.

Im Hamburger Hafen ist Endstadion - Zoll stellt eine halbe Tonne Kokain sicher

Der unter montenegrinischer Flagge fahrende Massengutfrachter war vom brasilianischen Santos aus über England auf dem Weg zum Hamburger Hafen und stand bereits mehrere Tage unter Beobachtung der Fahnder. Da den Angaben zufolge der Verdacht bestand, dass in dem 180 Meter langen Schiff Rauschgift nach Europa eingeschmuggelt werden sollte, wurde es bereits beim Eintritt in niederländisches Gewässer von holländischen Polizeibooten in Empfang genommen. Eine gute Übung, schließlich kommt das größte Containerschiff der Welt nach Hamburg.

Hamburg: Zöllner der Kontrollgruppe Köhlbrand gehen im Hamburger Hafen zur Überprüfung an Bord eines Containerfrachters. (Archiv)

Anschließend sicherten der deutsche Zoll und die Bundespolizei unter der Führung des Maritimen Sicherheitszentrums in Cuxhaven den Frachter auf seiner weiteren Fahrt in Richtung Hamburger Hafen, bis dieser Donnerstagmittag vor der Elbmündung auf Reede ging. Dort seien mehrere Zollboote im Einsatz gewesen, um ein eventuelles Überbordwerfen von Rauschgift zu verhindern.

Zoll überwacht die Fahrt in den Hamburger Hafen sogar von Land aus

Als der Frachter Freitagabend seine Fahrt fortsetzte und die Elbe hinauf nach Hamburg fuhr, sei er beidseits des Flusses zusätzlich von Landzollkräften begleitet worden - und unmittelbar nach seiner Ankunft im Hamburger Hafen gegen Mitternacht durchsucht worden. Während der Zoll innen nach Drogen suchte, überprüften Hamburger Polizeitaucher das Schiff von außen.

Einfacher hatten es letzte Woche die Kollegen von der Polizei aus Hamburg-Billstedt. Sie mussten nur auf die Straße gucken, um einem Mutmaßlichen Dealer auf die Schliche zu kommen.

Am frühen Samstagmorgen fanden die Zöllner nach eigenen Angaben hinter sogenannten Mannlochklappen - dabei werden Hohlräume mit Stahlplatten verschlossen - rund eine halbe Tonne Kokain. Die Drogen seien in wasserdichten Säcken verpackt gewesen. Zudem entdeckten die Ermittler unter anderem Bojen, Leinen und einen GPS-Sender auf dem Frachter im Hamburger Hafen. Nach Ansicht des Zolls sollte das Kokain wohl mit dem Sender versehen und über Bord geworfen werden, wo es dann von einem Komplizen mit einem Boot abgeholt werden sollte.

Über die Einfahrt dieses Schiffs haben sich die Hamburger wahrscheinlich mehr gefreut. Die Kreuzfahrtschiffe der Hapag Lloyd Cruises müssen wegen der Coronavirus-Krise zurück in den Hamburger Hafen kommen und dort noch bis in den Juli bleiben.

dpa/lno

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/picture alliance/dpa

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