Rettung für Wahrzeichen

Ciao, Ciao Coronavirus: Hafen hilft Hamburg hoch – Traumschiffe wieder auf Großer Fahrt

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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Im Juni 2020 legt im Hamburger Hafen das erste Kreuzfahrtschiff seit Ausbruch des Coronavirus wieder ab. Die Reederei Hurtigruten AS eröffnet die Saison mit einem ganz besonderen Schiff. 

  • Im Hamburger Hafen* wird Ende Juni ein Kreuzfahrtschiff der Hurtigruten ablegen.
  • Die Fridtjof Nansen ist ein Hybrid-Expeditionsschiff und soll bis September ab Hamburg* sechs Touren fahren.
  • Extrem strenge Coronavirus-Auflagen* sollen die Reisen sicher machen und Vertrauen aufbauen.

Hamburg – Der Traum vom Kreuzfahrt-Urlaub platzte für viele Menschen, als wegen der Coronavirus-Krise kein Schiff mehr den Hamburger Hafen verlassen durfte. Doch jetzt gibt es neue Hoffnung. Denn Hurtigruten wird noch im Juni zum ersten Mal seit drei Monaten von der Hansestadt aus ein Kreuzfahrtschiff auf Reisen schicken. Und ein ganz besonderes noch dazu. Die Fridtjof Nansen – Hybrid-Expeditionsschiff. Sogar das ZDF-Traumschiff sticht wieder in See*. Die Grünen sehen das Kreuzfahrt-Comeback allerdings skeptisch*.

SchiffFridtjof Nansen
Länge140 m
ReedereiHurtigruten AS
Baukosten220 Mio. US-Dollar
FlaggeNorwegen
Stapellauf9. Dezember 2018

Hamburger Hafen: Fridtjof Nansen ist erstes Kreuzfahrtschiff, das wieder ablegt – strenge Coronavirus-Auflagen

Der Schritt kommt nicht überraschend. Schon am Dienstag, 16. Juni, lief in Norwegen, die Heimat der Reederei, das erste Schiff in Bergen aus. Die MS Finnmarken. Als eines von vier Kreuzfahrtschiffen bedient es die klassische Postschiffroute zwischen Bergen und Kirkenes. Innerhalb einer Woche werden alle vier Schiffe unterwegs sein.

Jetzt macht Hurtigruten auch dem Hamburger Hafen wieder Dampf. Dort wird die Fridtjof Nansen am Freitag, 26. Juni, ablegen und dem Wahrzeichen der Stadt damit wieder Leben einhauchen. Das ist durch die Coronavirus-Krise arg gebeutelt. Selbst der Hamburger Fischmarkt muss um seine Existenz fürchten*. Bis September wird das Hybrid-Expeditionsschiff sechsmal gen Norwegen aufbrechen. Das könnte das ganze Gebiet zwischen Landungsbrücken* und Reeperbahn* beleben. Vorausgesetzt es gibt keine erneuten Verschärfungen im Kampf gegen das Coronavirus-Sars-CoV-2.

Fridtjof Nansen verlässt Hamburger Hafen: Kreuzfahrtschiff mit strengen Coronavirus-Auflagen

Bei der Fridtjof Nansen handelt es sich um das neueste und modernste Schiff des Unternehmens. Es hätte im April 2020 von Hamburg aus zu seiner Jungfernfahrt aufbrechen sollen. Wegen des Coronavirus-Sars-CoV-2 fiel die jedoch aus. Das Kreuzfahrtschiff verfügt über einen Hybridantrieb. Das System funktioniert ähnlich, wie das System in Autos. Ein konventioneller Verbrennungsmotor erledigt den Hauptantrieb, er wird jedoch von einem zusätzlichen Elektromotor unterstützt.

Im Falle der Fridtjof Nansen übernimmt ein dieselelektrischer Antrieb den Hauptteil der Arbeit. Das bedeutet, dass der Dieselmotor mechanische Energie erzeugt, die dann von einem Generator in Strom umgewandelt wird. Das Schiff hat die Reederei Hurtigruten AS speziell für Reisen im Polargebiete entwickelt. Schon Anfang Juni 2020 sorgte die HMM Algeciras, das größte Containerschiff der Welt*, für viel Aufsehen an den Aussichtsplätzen der Elbe*.

Strenge Coronavirus-Auflagen für Fridtjof Nansen: So darf das Expeditionsschiff den Hamburger Hafen verlassen

Die Reisebeschränkungen durch das Coronavirus haben die Reederei Hurtigruten AS hart getroffen. Zum ersten Mal in 127 Jahren lagen deren Schiff im Hafen fest. Um keinen erneuten Lockdown zu riskieren, gibt es eine ganze Reihe an Hygienemaßnahmen an Bord der Schiffe.

Die Fridtjof Nansen der Reederei Hurtigruten AS vor Norwegen. Das Kreuzfahrtschiff hätte bereits im April in Hamburg ablegen sollen.

So wird Hurtigruten die Schiffe nur noch zur Hälfte belegen. Zusätzlich werden die Öffnungszeiten der Restaurants an Bord erweitert, damit weniger Gäste zeitgleich essen und die Einhaltung des Mindestabstandes möglich ist. Die Buffets mit Selbstbedienung werden abgeschafft und vor den Restaurants gibt es Hygienestationen, bei denen Gäste ihre Hände waschen und desinfizieren können.

Fridtjof Nansen verlässt Hamburger Hafen: Erstes Kreuzfahrtschiff legt wieder ab – irre Coronavirus-Maßnahmen

Auch für das Schiff selbst gibt einen umfassenden Hygieneplan: „Mithilfe von UV-Licht überprüfen wir beispielsweise Oberflächen darauf, ob für das bloße Auge unsichtbare organische Stoffe daran haften, die von unserer Crew möglicherweise übersehen wurden“, klärt das Unternehmen auf.

Und weiter: „Es werden regelmäßige mikrobiologische Tests durchgeführt, um festzustellen, ob nach der Reinigung noch infektiöse Substanzen vorhanden sind oder ob beispielsweise Spuren des neuen Coronavirus an Bord sind. Diese Tests werden zur schnellen Analyse an Labore gesendet.“ Trotzdem gab es kurz nach dem Neustart große Probleme. AIDA Cruises musste Kreuzfahrten absagen und bei Hurtigruten infizierten sich 36 Besatzungsmitglieder*.

Ein ganz anderes Schiff ist bisher erst geplant, wird aber auch irgendwann den Hamburger Hafen verlassen. Das moderne Kriegsschiff MKS 180 (Mehrzweckkampfschiff) wird bei Blohm+Voss* gebaut. An der Vergabe gab es vorher Kritik, weil eine niederländische und keine deutsche Werft die Hauptverantwortung hat. Die Damen Werft hat den Auftrag bekommen, gebaut wird größtenteils in Hamburg.

Vom Hamburger Hafen zum Nordkapp: Arzt und Krankenschwester an Bord – Kampf dem Coronavirus

Die Fridtjof Nansen, die am Hamburger Hafen ablegt, umrundet das Nordkapp. Auf der Reise geht es zu den Lofoten, in den Geiranger- und den Trollfjord. „Bei unseren Seereisen entlang der norwegischen Küste sind wir nie weit von Gesundheitsdiensten an Land entfernt, und an Bord unserer Expeditionsschiffe stehen immer ein Arzt und mindestens eine Krankenschwester zu Ihrer Verfügung. Sollte es an Bord zu einer COVID-19-Infektion kommen, werden wir umgehend zusammen mit den norwegischen Behörden eine Nachverfolgung der Infektionskette durchführen. Auch AIDA Cruises und TUI Cruises haben wieder mit dem Betrieb begonnen*, haben aber zum Teil mit erheblichen Corona-Probleme zu kämpfen.*24hamburg.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/Hurtigruten/dpa/dpa-tmn/picture alliance

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