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Hamburger Hafen: Arbeitgeber fordern Verdi zu Kompromissbereitschaft auf

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Von: Christian Einfeldt

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Die bisherigen Verhandlungen lassen eine zeitnahe Einigung zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft in die Ferne rücken. Hafenbetriebe fordern Verdi zum Kompromiss auf.

Hamburg – Die Verhandlungen zum neuen Tarif für Hafenarbeiter gingen bereits in die siebte Runde. Einigung konnte in der Angelegenheit jedoch auch nach zähen Diskussionen nicht erzielt werden. Dabei wurden die Verhandlungen immer wieder von Streiks begleitet, bei denen Hafenarbeiter sich für höhere Löhne starkgemacht haben – am Hamburger Hafen wie an vielen anderen norddeutschen Standorten. Nach Berichten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) waren die Warnstreiks so heftig, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Zuletzt eskalierte sogar eine Hafenarbeiter-Demo in Hamburg. Der Tarifkonflikt um die Löhne der Hafenarbeiter ist festgefahren. Seehafenbetriebe fordern Verdi nun zu Kompromissbereitschaft auf.

Name:Hamburger Hafen
Gegründet:07. Mai 1189
Umgeschlagene Container:8,7 Millionen (2021)
Umgeschlagenes Stückgut:1,2 Millionen Tonnen (2021)

Arbeitgeber am Hamburger Hafen: Verdi sei „sehr wenig kompromissbereit“

Gegenüber der dpa weist Verhandlungsführerin des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), Ulrike Riedel, auf die Dringlichkeit einer zeitnahen Lösung inmitten des Tarifkonfliktes hin. Man brauche einen Kompromiss – „im Sinne der Verantwortung, die wir gemeinsam dafür haben, dass die Seehäfen funktionieren“, sagt Riedel der dpa. Ein ebensolcher Kompromiss sollten die bisherigen sieben Verhandlungsrunden jedenfalls nicht bringen.

Zuletzt hat Verdi damit in der vorigen Woche die Abfertigung von Schiffen für 48 Stunden lahmgelegt. „Die Schwierigkeit in diesen Verhandlungen ist, dass wenn wir über Lösungswege diskutieren, Verdi sehr wenig kompromissbereit ist“, kritisiert Riedel. Weiter heißt es: „Wir sprechen über Szenarien und Angebote, aber Verdi bleibt bei der Ursprungsforderung, so dass Annäherungsschritte im Moment nicht belastbar sind.“

Hafenmitarbeiter demonstrieren.
Hamburger Hafen: Die bisherigen Verhandlungsrunden zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft brachten kein Ergebnis. © Marcus Brandt/dpa

Tarifkonflikt am Hamburger Hafen: Inflation steht im Fokus der Verhandlungen

Mehr als 40 Jahre ist es her, dass es in der Branche vergleichbare Tarifkonflikte mit begleitenden Streiks gegeben hätte. Aus Sicht der Arbeitgeber würden die Verhandlungen den Eindruck erwecken, als wäre die Gewerkschaft zu keinem Konsens bereit. „Es gab lange Jahre das gemeinsame Verständnis, dass keine Seite die andere überfordern darf“, sagt Riedel. Beide Seiten hätten zuvor immer im Blick behalten, was ein Abschluss für die unterschiedlich leistungsfähigen Sparten der Hafenbranche bedeute. Zufolge der Vertreterin der Seehafenbetriebe, Ulrike Riedel, sei das aktuell anders: „Ich erlebe das in dieser Runde nicht mehr so“, bestätigt sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Nach dpa-Berichten sei Verdi mit folgenden Forderungen in die Diskussion getreten. Sie setzten sich für Lohnerhöhungen von bis zu 14 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten ein. „Verdi stellt das Thema Inflation absolut in den Mittelpunkt“, sagt Riedel. Für die Arbeitgeber bedarf es in der Thematik jedoch einer Kompromisslösung, sodass die „Betriebe das auch wirtschaftlich leisten können“, einen Inflationsausgleich bereitzustellen.

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Hamburger Hafen: Weitere Warnstreiks im August sind ausgeschlossen

Das Angebot der ZDS sieht hingegen folgendermaßen aus: Bei einer Laufzeit von 24 Monaten stellen die Arbeitgeber eine Lohnerhöhung von 12,5 Prozent für die Containerbetriebe und 9,6 Prozent in konventionellen Betrieben sowie 5,5 Prozent für angeschlagene „Beschäftigungssicherungbetriebe“, die einem Sanierungstarifvertrag unterliegen, in Aussicht. Spielraum sieht Riedel nun lediglich in einer Anpassung im zweiten Jahr.

„An dieser Stelle könnten wir mit Sicherheit noch einsteigen und das verfeinern“, sagt sie gegenüber der dpa. Bis Ende kommender Woche sollen die Tarifparteien drei weitere Verhandlungstermine bis zum 26. August vereinbaren. Verdi darf in diesem Zeitraum zu keinen weiteren Warnstreiks aufrufen. (Mit dpa-Material)

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