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Hamburger Gastronomen müssen ab Januar Mehrweggeschirr bereitstellen

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Von: Kevin Goonewardena

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Ab dem 01. Januar 2023 müssen Restaurants, Cafés, Kantinen & Co ihren Gästen Mehrweggeschirr „to go“ zur Verfügung stellen. Kritik kommt von der Deutschen Umwelthilfe.

Hamburg – Seit dem 01. Januar 2022 gilt ein EU-weites Verbot von Plastikgeschirr. Denn trotz unterschiedlicher Bemühungen von Politik und Gastronomie ist es bisher nicht gelungen, die Flut an Plastikmüll einzudämmen. Einer Studie der Umweltorganisation NABU zufolge, waren alleine Einweggeschirr und Verpackungen im Jahr 2017 für 346.500 Tonnen Abfall verantwortlich. 3700 Plastiktüten wurden 2019 in Deutschland verbraucht – in der Minute. Macht im Jahr 2 Milliarden Stück alleine in der Bundesrepublik, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) berichtet. Bestimmte Arten von Plastiktüten sind im Supermarkt deswegen bereits seit Anfang 2022 verboten.

Name:Freie und Hnasestadt Hamburg
Fläche:755 km²
Bevölkerung:rund 1,9 Millionen
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD, seit 2017)

Coffee-to-go-Becher: 320.000 Wegwerf-Becher pro Stunde

Pro Stunde werden zudem 320.000 Coffee-to-go-Becher in Deutschland verbraucht, fand die DUH heraus. Einen weiteren Schritt zur Reduzierung des Plastikmülls soll jetzt die Verpflichtung zum Bereitstellen von Mehrweggeschirr darstellen. Ab 01. Januar 2023 greift die Regel auch in Hamburg.

Gastronomie: Mehrweggeschirr lediglich zusätzliche Option – Kritik von der Deutschen Umwelthilfe

Was gut klingt, hat einen Haken – und der lässt sich schon an dem Begriff „Bereitstellen“ herauslesen. Denn Restaurants, Kantinen, Supermärkte mit Selbstbedienungs-Salatbars oder Cafés verpflichten die Kunden nicht zur Benutzung des Mehrweggeschirrs, sie müssen das Mehrweggeschirr lediglich als zusätzliche Alternative anbieten. Einweg-Kunststoffverpackungen für Getränke und Speisen auf die Hand wird es also dennoch geben. Kritik kommt dann auch prompt von der Deutschen Umwelthilfe. Das Wegwerfen, schreibt der NDR auf dessen Internetpräsenz, bleibe für den Verband zu einfach. Die DHU fordert deswegen einen Aufpreis für Einweggeschirr – so soll der Griff zum Mehrweggeschirr attraktiver gemacht werden.

Überfüllter Mülleimer mit Einweggeschirr und Bechern aus Plastik
Einweggeschirr aus Plastik wird ab dem 01. Januar 2023 der Kampf angesagt. Gastronomen in Hamburg sind verpflichtet, ihren kunden dann auch Mehrweggeschirr anzubieten – aber nicht alle. (Symbolbild) © Ralph Peters / Imago

Mehrweggeschirr in der Gastronomie: Zahlreiche Ausnahmen gibt es weiterhin

Doch auch andere Ausnahmen haben auch nach dem 01. Januar 2023 Bestand. Keine Mehrwegbehältnisse müssen von gastronomischen Betrieben mit weniger als fünf Angestellten oder einer Fläche, die geringer als 80 Quadratmeter ausfällt, angeboten werden. Darunter fallen beispielsweise kleine Imbisse. Auch Pizzakartons sind von der neuen Regelung ausgenommen. Das beliebte Gericht darf weiterhin im Karton ausgeliefert werden und somit für Müllberge, wenn auch nicht aus Plastik, sorgen. Doch auch hier gab es in der Vergangenheit bereits sowohl in Bayern als auch in Frankfurt die Idee, einen Pfandbetrag auf Pizzakartons einzuführen.

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Pfand auf Mehrweggeschirr: Von Recup zu Regood - verschiedene Systeme existieren bereits

Die Bereitstellung von Mehrweggeschirr darf sich übrigens nicht auf den Preis der Speisen und Getränk auswirken, ein Pfand für das Geschirr darf von den Händlern allerdings verlangt werden. Einige der gastronomischen Betriebe Hamburgs sind bereits in Mehrwegpfandsystem angeschlossen; bei rund 250 von ihnen kann man etwa den „Kehrwiederbecher“ zurückgeben. Und auch das System Recup/Rebowl ist in Hamburg vertreten. Deutschlandweit gibt es mehr als 16.000 Ausgabe-, respektive Annahmestellen für die Mehrwegbecher und -schüsseln von Recup/Rebowl. Auch Lebensmittelriese Edeka hat mit „Regood“ sein eigenes Mehrweggeschirrsystem gestartet.

Informationen zu Pfandsystemen und teilnehmenden Betrieben hat die Stadt Hamburg auf ihrer Website zusammengestellt..

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