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„Alle satt geworden“ – Hamburger Gabenzaun für Obdachlose erfolgreich

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Von: Christian Einfeldt

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Der Hamburger Gabenzaun e.V. kümmert sich seit Jahren um das Wohl von Obdachlosen. Spenden hängen am Zaun und es gibt ein „paradiesisches Essensangebot“.

Hamburg – Die Obdachlosigkeit zu besiegen ist eines der erklärten Ziele der Ampel-Koalition. Vor allem in Zeiten, in denen Corona-Pandemie, Energiekrise, Inflation und Ukraine-Krieg parallel stattfinden, gewinnen gemeinnützige Hilfsprojekte an Bedeutung. In der Hansestadt Hamburg versucht man etwa am Hamburger Hauptbahnhof zu helfen: Am sogenannten „Gabenzaun“ hängen von Kleidung bis hin zu Artikeln des Hygienebedarfs zahlreiche Spenden – sie alle sind für die Bedürftigen Hamburgs gedacht. Freiwillige zeigen Engagement, während die Stadt allein im ersten Halbjahr 63 Obdachlosen-Platten geräumt hat. Der Hamburger Senat verschiebt die Prioritäten – am Gabenzaun hingegen sind zuletzt wieder „alle satt geworden“.

Obdachlosenbetreuung in Hamburg:Hamburger Gabenzaun
Befindet sich in:Hachmannplatz
Adresse:Heidi-Kabel-Platz, 20099 Hamburg

Hamburger Gabenzaun bietet Hilfe für Obdachlose in Hamburg an: „Verein trifft die Menschen dort, wo sie leben“

2017 wurde der Gabenzaun erstmals zur Anlaufstelle. Ein Jahr später, 2018, erfolgte die Vereinsgründung. Der Hamburger Gabenzaun e.V. kümmert sich bereits seit mehreren Jahren um das Wohl von Hilfsbedürftigen. Die Idee hinter dem Gabenzaun: Anonyme Spender können jederzeit Spenden an den Zaun hängen. Oft sind es Kleidungen, die zuvor in Tüten gepackt, wenig später am Gabenzaun für die Zaungäste abholbereit präpariert sind. Genauso hängen am Heidi-Kabel-Platz jedoch auch mal Schlafsäcke oder Hygieneartikel.

Der Hamburger Gabenzaun e.V. verteilt Getränke und Speisen.
Hamburger Gabenzaun e.V.: Der gemeinnützige Verein kümmert sich seit 2018 um das Wohl von Bedürftigen. (Screenshot) © Hamburger Gabenzaun e.V./ Facebook

Darüber hinaus erweitern regelmäßige Beratungsstellen für wohnungslose Menschen das gemeinnützige Angebot. Freiwillige Helfer stellen für ihre Zaungäste des Weiteren an drei Tagen in der Woche Getränke und Speisen bereit. Neben dem Projekt „Housing First“, ein Versuch, der die Obdachlosigkeit zu überwinden versucht, ist ein weiteres Hilfsangebot für Menschen ohne Wohnung. Auf der Internetseite des Hamburger Gabenzaun e.V. heißt es: „Der Verein trifft die Menschen dort, wo sie leben.“ Genau das geschah am letzten Freitag, dem 19. August 2022.

Spendenaktion am Hamburger Hauptbahnhof ist ein voller Erfolg: Ein Tag „wie im Schlaraffenland“

Wie der gemeinnützige Verein via Facebook berichtet, hingen am besagten Tage wieder einmal viele Gegenstände am Gabenzaun. Sie sollen den Notstand der Bedürftigen in Hamburg in lindern – doch dieses Mal nicht nur mit materiellen Güter. „Wir waren gut ausgestattet mit belegten Brötchen, Nudelsalat, selbstgebackenen Kuchen, gekochten Eiern, Gurken, Obst sowie kalten Getränken und natürlich Kaffee“, heißt es in der auf Facebook geteilten Mitteilung.

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Ob Gemüse, Obst oder Croissants: Die Essensspenden nahmen kein Ende. Menschen kamen gezielt zum Heidi-Kabel-Platz – nicht zuletzt unter dem Motto „Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung“. Die Veranstalter sprechen hinterher von einem „paradiesischem Essensangebot“, das den Zaungästen einen Tag „wie im Schlaraffenland“ beschert haben soll. Am Heidi-Kabel-Platz wurden „alle satt“. Hinzu kamen weitere Spenden in Form von Kleidungsstücken und Hygieneartikeln. Es war ein Tag, der nach einer Wiederholung verlangt. Oder wie es der Verein sagt: „Dieser Tag hat mal wieder gezeigt, dass, auch wenn es mal drunter und drüber geht, wir gemeinsam ganz viel schaffen können“.

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