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Fans des Fernsehturms müssen sich gedulden – Eröffnungstermin des „Telemichels“ geplatzt

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Von: Kevin Goonewardena

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Dunkle Regenwolken ziehen über den Hamburger Fernsehturm. Der Eröffnungstermin ist geplatzt. © Ulrich Perrey/dpa

Die geplante Eröffnung des Hamburger Fernsehturms Ende 2023 ist geplatzt. Wann eröffnet das beliebte Hamburger Wahrzeichen endlich wieder?

Hamburg – Seit mehr als 20 Jahren ist der Hamburger Fernsehturm nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Pläne und Interessenten, um dem 276,5 Meter hohen „Telemichel“, wie der Turm der offiziell auf den Namen Heinrich-Hertz-Turm hört, im Volksmund genannt wird, neues Leben einzuhauchen, gab es in der Vergangenheit einige. Zuletzt hatte der Hamburger TV-Koch und Restaurantbetreiber Tim Mälzer einen Rückzieher gemacht. Und auch die vor der Neueröffnung notwendige Sanierung lässt weiter auf sich warten.

Name:Heinrich-Hertz-Turm
Höhe:276,5 Meter (Platz 6. in Deutschland)
Bauzeit:1966-1968
Besitzer:Deutsche Funkturm GmbH (DFMG)

Termin für Wiedereröffnung des Fernsehturms Hamburg: Bisher kein Bauantrag zwecks für Sanierung eingereicht

Mit der Wiedereröffnung des Hamburger Fernsehturms wird es deswegen auch mindestens 2023 nichts werden. Denn wie das Hamburger Abendblatt erfahren hat, wurde bisher kein Bauantrag für die Sanierung eingereicht. Das wäre Aufgabe der DFMG – die Deutsche Funkturm GmbH – der Eigentümerin des Telemichel. Alleine die Prüfung eines solchen Antrags, schätzt die Zeitung, dürfte rund ein halbes Jahr Zeit in Anspruch nehmen.

Einreichung des Bauantrags war für Ende 2022 angekündigt

Erst nach der Genehmigung könnte die komplexe Sanierung des Hamburger Wahrzeichens starten, der allerdings wiederum erst einmal eine Ausschreibung vorangestellt werden würde. Untätig ist man zwar nicht, wie der Antwort der DFMG an das Abendblatt zu entnehmen ist, in der es heißt: „Wir arbeiten gemeinsam mit den zukünftigen Betreibern des Hamburger Fernsehturms und der Stadt Hamburg auf eine schnellstmögliche Eröffnung für Besucher hin. Dabei planen wir von Meilenstein zu Meilenstein.“ Im Juli hatte die DFMG die Einreichung des Bauantrags noch für Ende dieses Jahres angekündigt, 2020, zur Vorstellung der neuen Betreiber des Fernsehturms, eine Eröffnung Ende 2023. Doch daraus wird nichts.

Hamburger Fernsehturm: Messe, OMR und stadtbekannter Unternehmer bilden neues Betreiber-Trio

Betrieben, so viel ist klar, wird der Turm zukünftig von einem Trio – und das ist hochkarätig zusammen gesetzt. Denn die Pächter der mindestens kommenden 20 Jahre werden die stadteigene Hamburg Messe und Congress GmbH, Philipp Westermeyer, unter anderem Gründer des Digitalfestivals OMR (Online Marketing Rockstar) und Unternehmer und Investor Tomislav Kara­jica, unter anderem Gründer des Online-Optikers edel optics und Mehrheitseigner des Hamburger Basketballbundesligisten Hamburg Towers, der seit Juli dieses Jahres unter dem neuen Namen Veolia Towers Hamburg aufläuft. Deren neue sportliche Heimat soll die von Karajica geplante neue Mehrzweckhalle Elbdome in der Nähe der Elbbrücken werden.

Heinrich-Hertz-Turm Hamburg: Wiedereröffnung 2023 nicht mehr zu halten

Bei der Vorstellung der neuen Betreiber 2020 wurde auch der Eröffnungstermin 2023 kommuniziert und Anfang dieses Jahres noch einmal bekräftigt. Der jetzt nicht mehr zu halten ist. Das Trio plant, die Aussichtsplattform in 120 Metern Höhe der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und außerdem ein durch einen Pächter betriebenes gastronomisches Angebot zu etablieren. Die Räumlichkeiten im Turmkorb sollen ferner zukünftig auch für Events genutzt werden.

Klar ist, dass der Fernsehturm wiedereröffnet und den Hamburgerinnen und Hamburgern zugänglich gemacht werden wird.

DFMG-Sprecher Benedikt Albers

Fernsehturm Hamburg: CDU schießt gegen Besitzer

Kritik dagegen kommt aus der Politik und die richtet sich vor allem gegen die Eigentümerin des Fernsehturms, die DFMG. David Erkalp, CDU-Abgeordneter in der Hamburger Bürgerschaft, sagte gegenüber dem Blatt: „Selbst wir als Abgeordnete erhalten von der DFMG keine Informationen über den Zeitablauf. […] Es ist ein Trauerspiel. Inzwischen dürften auch die Kosten für die Sanierung explodiert sein und die bereits zur Verfügung gestellten Mittel von Bund und Land nicht mehr ausreichen.“

Bereits vor sechs Jahren hatten Bund und die Stadt Hamburg jeweils einen Zuschuss von 18,5 Millionen Euro für die Sanierung des Turms zur Verfügung gestellt. Seitdem ist nichts passiert. „Der Senat als Geldgeber muss dringend Druck auf die DFMG ausüben“, sagt dann auch Erkalp.

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Auch SPD kritisiert Telekom-Tochter DFMG

Auch der ehemalige Bezirksamtsleiter von Mitte, Markus Schreiber (SPD), kritisiert die DFMG. Seiner Ansicht, nach, scheint es die Telekom-Tochter nicht eilig zu haben. Die DFMG scheint es nicht eilig zu haben. „Es wäre wünschenswert, dass die DFMG nun endlich mal einen konkreten Zeitplan in der Öffentlichkeit präsentiert und dafür sorgt, dass die Sanierung endlich beginnen kann“, sagte Schreiber, der sich bereits zu seiner Zeit als Bezirksamtsleiter, die 2012 endete, für die Wiedereröffnung des Hamburger Fernsehturms eingesetzt hatte. Als einigermaßen realistisches Eröffnungsdatum gilt nun das Jahr 2025.

Hamburger Fernsehturm: DFMG und Oberbaudirektor Höing wollen sich im Januar 2023 treffen

Nach Informationen des Hamburger Abendblatts ist ein Treffen von DFMG-Vertretern und Oberbaudirektor Franz-Josef Höing für Januar 2023 angesetzt. Dabei soll es nicht nur um die Instandsetzung des Turms selbst, sondern auch um die Sanierung des Empfangsgebäudes gehen.

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