Abflug verhindert

Hamburger Abgeordnete am Flughafen festgehalten – Erdogan schuld?

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    VonYannick Hanke
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Reichlich Aufregung am Flughafen Düsseldorf: Die Hamburger Politikerin Cansu Özdemir wird dort mehrere Stunden festgehalten. Aktion von Türkei-Präsident Erdogan?

Düsseldorf/Hamburg – Festgehalten und am Abflug gehindert – die Linken-Politikerin Cansu Özdemir erlebt den puren Wahnsinn. Am Samstagmorgen, 12. Juni 2021, wurde die Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete mehrere Stunden am Flughafen Düsseldorf von der Bundespolizei festgehalten. Die Gründe sind politischer Natur. Führt die Spur zum türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan?

Präsident der Republik Türkei:Recep Tayyip Erdoğan
Geboren:26. Februar 1954 (Alter 67 Jahre), Kasımpaşa, Türkei
Größe:1,85 m
Ehepartnerin:Emine Erdoğan (verh. 1978)
Amtszeit:28. August 2014 –
Kinder:Ahmet Burak Erdoğan, Esra Erdoğan, Sümeyye Erdoğan, Bilal Erdoğan
Enkelkinder:Ahmet Akif Albayrak, Emine Mahinur Albayrak u.v.m.

Hamburger Abgeordnete Cansu Özdemir wird am Abflug von Düsseldorfer Flughafen gehindert

Cansu Özdemir, Fraktionsvorsitzende der Linken in der Hamburger Bürgerschaft, ist mit einer Delegation auf dem Weg in den Irak. Das Reiseziel der Gruppe ist Erbil, Kurdistan. Plötzlich schreitet die Bundespolizei am Düsseldorfer Flughafen ein und hindert die Delegation am Abflug.

Linken-Politikerin Cansu Özdemir aus Hamburg wurde am Flughafen Düsseldorf von der Polizei festgehalten. Steckt der türkische Ministerpräsident Erdogan dahinter? (24hamburg.de-Montage)

„Wir sind seit mehreren Stunden in einem Raum ohne Fenster eingesperrt. Die Teilnehmer:innen der Delegation werden derzeit auf der Flughafenwache einzeln verhört“, heißt es im Nachhinein von Cansu Özdemir. Die aus Hamburg stammende Politikerin spricht von „politischen Aktivitäten einzelner Delegationsmitglieder in der Vergangenheit“, die zur Eingreifen der Polizei geführt hätten.

Spekulation: „Der Dreck soll nicht an die Öffentlichkeit“ – Absprache zwischen türkischem Ministerpräsidenten Erdogan und deutschen Sicherheitsbehörden?

„Der Anschlussflug nach Erbil ist mittlerweile ohne unsere Delegation gestartet. Das Gepäck wurde bereits ausgecheckt, was nahelegt, dass geplant war, die Delegationsreise zu verhindern“, wird Özdemir von der „taz“ zitiert. Es steht gar die Absprache zwischen der türkischen Regierung in Form von Präsident Recep Tayyip Erdoğan und deutschen Sicherheitsbehörden im Raum.

„Offenbar hat die Bundesregierung kurz vor der Wahl besonders wenig Interesse daran, dass es zu Spannungen mit der türkischen Regierung kommt. Der Dreck, den die türkische Regierung dort mit der KDP abzieht, soll nicht an die Öffentlichkeit“, heißt es von Cansu Özdemir.

Reiseziel von Özdemirs Delegation ist Regierungssitz der Autonomen Region Kurdistan

Zum Hintergrund: Das anvisierte Reiseziel von Özdemirs Delegation, die irakische Stadt Erbil, ist sowohl Hauptstadt als auch Regierungssitz der Autonomen Region Kurdistan im Irak. Derweil hat die Bundespolizei am Flughafen Düsseldorf ein erstes Statement abgegeben.

Laut Bundespolizei-Sprecherin Christine Fußwinkel sollte geprüft werden, „ob von Personen aus dieser Gruppe Gefährdungen ausgehen könnten, die die Sicherheitsbelange der Bundesrepublik Deutschland im Ausland nachhaltig schädigen könnten“. Weitere Angaben wollte die Sprecherin nicht machen. Es wird auf einsatztaktische Gründe verwiesen.

Ausreiseuntersagung für acht Personen – doch Cansu Özdemir nicht davon betroffen

Was bereits durchgesickert ist: Es sei gegen insgesamt acht Personen eine Ausreiseuntersagung ausgesprochen worden. „Das waren konkrete Einzelfallentscheidungen die auf Paragraph 10 des Passgesetzes zur Abwehr einer konkreten Gefahr beruhen“, wird Fußwinkel von der „Welt“ zitiert. Davon sei die Hamburgerin Cansu Özdemir aber nicht betroffen gewesen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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