Vorsicht am Telefon

Fake-Polizisten in Haft: Abzocker unterschätzen ihr Opfer

  • Enno Eidens
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Ihr Ziel: Aktien und das Bankkonto – Mit fiesen Telefon-Tricks sollte ein Mann in Winterhude abgezockt werden. Nun meldet die Polizei weitere Fahndungserfolge bei den Fake-Polizisten aus Hamburg.

  • In Hamburg-Winterhude* wollten Fake-Polizisten einen Mann abzocken.
  • Das Opfer wurde misstrauisch, rief die Polizei.
  • Die Polizei Hamburg* ermittelt verdächtige Abzocker.

Hamburg/Winterhude – Diesmal hatten Sie ihr Opfer unterschätzt. Zwar war es kein klassischer „Enkeltrick“, doch die Abzocker versuchten ihr „Glück“ bei einem älteren Herren. Ein 81-jähriger Mann in Hamburg-Winterhude war ihr Ziel. Mit Telefon-Tricks wollten Sie den Hamburger abzocken. Doch der wurde in letzter Sekunde misstrauisch, die Polizei Hamburg kann zwei Tatverdächtige in Hamburg festnehmen. Nun gibt es auch erste Fahndungserfolge in Nordrhein-Westfalen. Das meldet die Polizei Hamburg am Sonntag, 7. Juni 2020.

BehördePolizei Hamburg
Gründung1814, Hamburg
Anzahl der Beschäftigten10.358

Fake-Polizisten wollen Mann in Hamburg-Winterhude abzocken

Die Masche ist simpel und effektiv: Am Telefon meldet sich ein „Herr König“, angeblich von der Polizei. Über mehrere Tage kamen diese Anrufe bei einem 81-jährigen Mann in Hamburg-Winterhude rein. Die Betrüger hatten dabei nur eines im Visier: Geld. Durch „geschickte Gesprächsführung“, wie die Polizei Hamburg vermeldet, konnten Sie den Herren überreden. Der verkaufte seine Aktien und leerte sein Bankschließfach, war fast bereit zur Übergabe an die Betrüger.

Doch der Hamburger Senior ist wachsam, wird misstrauisch. Kurz vor dem Treffen, an dem er das Geld übergeben sollte, meldet er sich bei der Hamburger Polizei. Die reagieren sofort und kommen zum verabredeten Übergabe-Ort. Dort können sie zwei Männer festnehmen. Ein 35-jähriger Mann ist immer noch in U-Haft, ein 26-Jähriger durfte das Gefängnis verlassen. Allerdings wurde sein Haftbefehl nur „außer Vollzug“ gesetzt, nicht aufgehoben. Das heißt nur, dass eine Haft für die Ermittlung nicht zwingend notwendig ist. Ermittelt wird weiterhin.

Verdächtiger Logistik-Chef der Abzocker sitzt in NRW

Mit den Ermittlungen in diesem Fall beschäftigten sich Experten der Hamburger Polizei. Die Fachdienststelle für Trickbetrug des Landeskriminalamts fahndeten nach weiteren Verdächtigen. Dabei kamen sie einem 53-jährigen aus Dormagen in Nordrhein-Westfalen auf die Schliche. Sie vermuten, dass er die Abholung des Geldes geplant haben soll. Sozusagen als „Logistiker“ im Hintergrund agiert hat.

Für die Staatsanwaltschaft Hamburg reichten die Erkenntnisse des LKA aus. Der zuständige Richtiger erließ einen Durchgangsbeschluss für die Wohnung. Für den 53-Jährigen gab es einen Haftbefehl. Diese wurden am Donnerstag, 4. Juni von Kollegen aus Neuss (NRW) durchgesetzt. Dabei wurden laut Polizei Hamburg mehrere Beweismittel sichergestellt, „darunter mehrere Computer und Handys.“ Auch den Tatverdächtigen haben die Polizisten in der Wohnung festnehmen können.

Die Polizei Hamburg ermittelt weiter. Zum einen gilt es, die sichergestellten Beweismittel auszuwerten. Dabei prüfen die Polizisten auch, ob die Verdächtige mit weiteren Taten in Verbindung stehen.

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#inhamburgschautmanhin - so heißt unsere aktuelle Kampagne!⁣ Unsere Botschaft: Auch bei nicht eindeutigen Situationen, bei denen eine Straftat zugrunde liegen könnte, die Polizei informieren!⁣ In unserem Film stellt sich die Situation tatsächlich als versuchter Einbruch heraus.⁣ Was aber, wenn alles ganz harmlos gewesen wäre? Hätte die Anruferin den Einsatz bezahlen müssen? Schreibt eure Gedanken in die Kommentare!⁣ Diese Frage klären wir am Montag - und zeigen dann auch ein alternatives Ende des Films!⁣ .⁣ Bei Teil 2 hatten wir euch einige Fragen zur unserer Polizeieinsatzzentrale gestellt.⁣ Die Antworten:⁣ Im Oktober 2019 wurde 37077 Mal der Notruf 110 in Hamburg gewählt, das sind durchschnittlich 1196 Anrufe pro Tag!⁣ Im Oktober 2019 wurden 42450 Einsätze von der Einsatzzentrale der Polizei Hamburg gesteuert (nicht alle Einsätze beginnen mit einem Notruf).⁣ .⁣ #inhamburgschautmanhin #polizeihamburg #polizei #instapolizei #instapolice #hamburg #quiz #notruf #110 #einbruch #festnahme

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Polizei warnt: Hamburger Trick-Betrüger nutzen Coronavirus-Krise

Auch in der Coronavirus-Krise* nutzen Abzocker fiese Tricks, um Hamburger abzuzocken. Die Polizei warnt deshalb vor diesen fiesen Maschen und rät zu mehr Misstrauen. In dieser Abzock-Übersicht mit Tipps der Hamburger Polizei* können Sie sich über wichtige Schritte bei verdächtigen Anrufen oder Besuchern informieren.

Auch die Polizei in NRW warnt vor Betrügern.

Vor allem am Telefon sollten Hamburger immer misstrauisch sein und das Gegenüber um einen Namen bitte. Oft verlassen sich Betrüger darauf, dass man ihren Namen „errät“ – so zum Beispiel beim Enkeltrick, mit dem Senioren regelmäßig abgezockt werden. Auch ist es wichtig, unangekündigte Handwerker nicht einfach so ins Haus zu lassen. Der Mitarbeiterausweis sollte sorgfältig überprüft werden.

Generell rät die Polizei zu einem Anruf bei der Notruf-Nummer 110. Die Türen sollten geschlossen bleiben, am Telefon können Sie dann mit der Polizei über weitere Schritte sprechen. Lassen Sie sich dabei nicht von den Abzockern unter Druck setzen. Auch die Polizei in Nordrhein-Westfalen warnt in einer Kampagne vor Telefon-Abzockern, das Thema hat Relevanz in ganz Deutschland. Betrüger machen keinen Halt vor Ländergrenzen. Weitere Infos zu Betrug, ob am Telefon oder an der Haustür, gibt es bei der Betrugs-Infoseite der Polizei Hamburg.

Quelle: 24hamburg.de-Blaulicht

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Rubriklistenbild: © Martin Gerten/dpa/picture alliance

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