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Hamburg will Booster-Impfungen auf 160.000 pro Woche aufstocken

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Angesichts der rasant steigenden Corona-Zahlen in Deutschland will Hamburg das Tempo der Impfkampagne mit über 150.000 Impfungen in der Woche deutlich erhöhen.

Hamburg – Neben den mehr als 1000 beteiligten Arztpraxen soll an insgesamt 21 Standorten in allen Bezirken geimpft werden, wie die Sozialbehörde am Freitag mitteilte. Darunter sind auch viele Krankenhäuser. Außerdem sollen mobile Impfteams in der gesamten Stadt Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen anbieten – und zwar ohne Termin. Kurzfristig ergebe sich so eine Kapazität von bis zu 160 000 Impfungen pro Woche.

Behörde:Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration
Adresse:Hamburger Meile, Hamburger Str. 47, 22083 Hamburg
Behördenleitung:Senatorin Melanie Leonhard

Booster-Impfung in Hamburg: Bis zu 160.000 Impfungen pro Woche

Auf diese Weise soll auch die nach Angaben der Sozialbehörde „ganz erheblich“ steigende Nachfrage nach Corona-Auffrischungsimpfungen bedient werden. Die sogenannten Booster machen demnach zwei Drittel der aktuellen Impf-Kapazität aus. Das verbleibende Drittel entfalle auf Erst- und Zweitimpfungen.

Bislang haben in Hamburg bereits 113.000 Menschen eine dritte Spritze bekommen. In den kommenden Monaten wird diese Zahl deutlich steigen: Die Behörde rechnet mit bis zu 75.000 Menschen, die jede Woche für eine Drittimpfung infrage kommen. Engpässe beim Impfstoff oder der Terminvergabe gebe es nicht.

Melanie Leonhard, (SPD), Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration in Hamburg, gibt ein Interview nach einer Pressekonferenz im Asklepios Klinikum Harburg.
Melanie Leonhard, (SPD), Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration in Hamburg, gibt ein Interview nach einer Pressekonferenz im Asklepios Klinikum Harburg. © Christian Charisius/DPA

„Wir werden die mehr als 1,4 Millionen Menschen, die in Hamburg schon geimpft sind, nicht in einer Woche auffrischen können“, sagte Senatorin Melanie Leonhard (SPD). Daher sollen etwa ältere oder immungeschwächte Menschen den Booster weiterhin zuerst erhalten. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte sich am Donnerstag dafür ausgesprochen, dass künftig bereits alle Menschen ab 18 Jahren eine Booster-Impfung erhalten können.

Appell an Arbeitnehmer: „Die Unternehmen blicken in Sorge auf das aktuelle Infektionsgeschehen“

Die Arbeitgeber im Norden appellierten an ungeimpfte Beschäftigte, sich „endlich impfen zu lassen“. Der norddeutsche Arbeitgeberpräsident Philipp Murmann sagte: „Die Unternehmen blicken in Sorge auf das aktuelle Infektionsgeschehen und versuchen weiterhin, mit großen Anstrengungen die Infektionen im Betrieb zu vermeiden.“ Für Betriebe gilt ab Mittwoch 3G-Pflicht mit entsprechenden Kontrollpflichten. Das heißt: Nur Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete dürfen an ihren Arbeitsplatz.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern gibt es in Hamburg im Kampf gegen die Pandemie keinen akuten zusätzlichen Handlungsbedarf. Der Senat hatte am Dienstag schärfere Maßnahmen für Ungeimpfte beschlossen, um eine ähnliche Eskalation der Corona-Lage wie im Süden und Osten der Republik zu vermeiden. Ab Samstag gilt in Hamburg eine 2G-Pflicht für Gastronomie, Bars, Clubs, Discos, körpernahe Dienstleister, Sport in geschlossenen Räumen sowie Freizeitchöre und Orchester. Die entsprechende Verordnung wurde am Freitag veröffentlicht.

Norddeutschland mit vergleichsweise wenig schweren Verläufen: Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg bei 189,5

Der Norden steht mit Blick auf die Infektionszahlen und die Situation auf den Intensivstationen noch vergleichsweise gut da. Am Freitag lag die Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg bei 189,5 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner - und hat sich damit nach drei Höchstwerten in Folge kaum verändert. Vor einer Woche hatte die Inzidenz noch bei 160,8 gelegen. Bundesweit gab das Robert Koch-Institut (RKI) die Inzidenz am Freitag mit 340,7 an.

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Wichtiges Kriterium, die Belastung der Krankenhäuser: 2G Modell kann ausgeweitet werden

Ein weiteres wichtiges Kriterium für Verschärfungen der Corona-Regeln wird künftig die Belastung der Krankenhäuser sein, die durch die sogenannte Hospitalisierungsrate abgebildet wird. Der Wert gibt an, wie viele Corona-Patienten in einem Sieben-Tage-Zeitraum stationär aufgenommen wurden. In Hamburg lag er am Freitag (00.00 Uhr) nach RKI-Angaben bei 1,94 (Donnerstag: 1,62) - und damit sowohl unter dem Bundesschnitt von 5,34 als auch unter dem niedrigsten der drei Schwellenwerte, die Bund und Ländern am Donnerstag festgelegt haben.

Liegt die Rate über einem Wert von 3, soll 2G gelten. Steigt sie auf mehr als 6, müssen Geimpfte und Genesene in bestimmten Einrichtungen wie Diskotheken, Clubs und Bars zusätzlich einen Test vorlegen (2G plus). Spätestens bei Überschreiten des Schwellenwerts von 9 sollen die Länder dann von weitergehenden Beschränkungen Gebrauch machen. Die höchsten Hospitalisierungsraten wurden am Freitag für Thüringen (17,55), Sachsen (11,92) und Bayern (9,15) ausgewiesen.

Sollte sich die Lage in den Hamburger Kliniken verschärfen, will der Senat weitere Maßnahmen beschließen. Das hatte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bereits am Dienstag angekündigt. Dann sei etwa eine Ausweitung des 2G-Modells auf alle Bereiche nötig. (Mit Material der dpa) * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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