Beratung und Hilfe für Verbraucher

Verbraucherschutz Hamburg: Beratung und Hilfe für Kunden für Finanzierung bis Beschwerden

  • Wiebke Kaßmann
    vonWiebke Kaßmann
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Der Verbraucherschutz Hamburg ist eine wichtige Anlaufstelle rund um die Fragen Finanzierung, Lebensmittelsicherheit, Schuldenberatung sowie Privatkonsum.

  • Der Verbraucherschutz Hamburg ist ein gemeinnütziger Verein.
  • Fragen zu Finanzierung, Bauvorhaben, Qualitätsmängel und Privatkonsum fallen in die Zuständigkeit der 73 Mitarbeiter.
  • Die erste Anlaufstelle ist in Hamburg-St. Georg eingerichtet.

Hamburg Der Verbraucherschutz Hamburg hilft Privatpersonen dabei, Finanzierungen zu planen, Bauvorhaben zu überprüfen und Reklamationen durchzuführen. Zudem bietet der gemeinnützige Verein bei Rechtsstreitigkeiten mit großen Unternehmen Unterstützung und begleitet übervorteilte Betroffene durch alle Instanzen der Entscheidungsfindung. Auch bei Lebensmittelsicherheit, Rechtsberatung und Werkdienst spielt der Verbraucherschutz Hamburg eine wichtige Rolle. Online hält das Fachamt für Verbraucherschutz Konsumenten inzwischen über verschiedene Plattformen auf dem Laufenden.

VereinVerbraucherzentrale Hamburg
AdresseKirchenallee 22, 20099 Hamburg
ÖffnungszeitenMontag bis Donnerstag 10 - 18 Uhr, Freitag 10 - 16 Uhr
Telefon040 248320

Verbraucherschutz Hamburg: Gründung und Geschichte

Die wirtschaftliche und sozialpolitische Situation in Deutschland war nach Ende des Zweiten Weltkrieges überaus angespannt. Zudem kristallisierten sich zahlreiche neue Geschäftszweige heraus, die ihre Mitarbeiter teils zu prekären Vertragsbedingungen anstellten. Die hohe Nachfrage nach internationalen Produkten und auch die erhöhte Frauenbeschäftigungsquote sorgten für einen dynamischen Umschwung in der Gesellschaft. Die Ungleichverteilung von finanziellen Mitteln und Angebot sowie Nachfrage führte dazu, dass zahlreiche Konsumenten übervorteilt wurden und Mogelpackungen so zahlreich wie selten zuvor ihren Weg in den Alltag fanden.

1953 war es schließlich so weit und die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) wurde ins Leben gerufen. Das geschah vor allem auf Drängen der Sozialverbände, Frauenvereinigungen und Konsumgenossenschaften. Damals konzentrierte sich die AgV noch auf arbeitsrechtliche Belange und war ein Gegenentwurf zur bis dato überaus einflussreichen Interessensvereinigung der Wirtschaftstreibenden. Die zahlreichen kleineren Vereinigungen schlossen sich schließlich nach und nach zusammen und Anfang des Jahres 2000 kamen letztlich auch die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) sowie der Verbraucherschutzverein (VSV) zusammen. Das Ergebnis: der Bundesverband der Verbraucherzentrale (vzbv). Die Verbraucherschutzzentrale Hamburg wird ebenfalls unter dem Schirm der vzbv verwaltet und organisiert.

Verbraucherschutz Hamburg: Aufgaben und Einsatzbereich

Ob Baufinanzierung, Zahnzusatzversicherung oder überteuerter Schlüsseldienst, beim Verbraucherschutz Hamburg kommt so einiges auf den Tisch. Privatkonsumenten können sich bei Bedarf für ein vergleichsweise geringes Pauschalentgelt von den Mitarbeitern des Verbraucherschutzes Hamburg zu Rechtsfragen beraten lassen. Das umfasst ein vielseitiges Angebot zu allen möglichen privatrechtlichen Schuld- und Sachrechtfragen. Zudem überprüft die Zentrale regelmäßig Angebote von verschiedenen Dienstleistern zu verschiedensten Themen wie beispielsweise Altersvorsorge, Patientenrecht und Versicherung.

Wer sich von einem Anbieter übervorteilt fühlt, kann stets bei den zuständigen Fachbereichen eine Beschwerde gegen das jeweilige Unternehmen einbringen. Falls auffällig viele Meldungen zu ein und demselben Anbieter eintreffen, setzt die Verbraucherzentrale Hamburg hier zusätzliches Augenmerk und veröffentlicht besagtes Unternehmen in schweren Täuschungsfällen auf einer „Schwarze Liste“, die auf der Homepage verfügbar ist und Verbraucher eindringlich vor Geschäften mit den gelisteten Unternehmen warnen soll. Besonders ausschlaggebend sind dabei unzulässige Allgemeine Geschäftsbedingungen sowie unlautere Geschäftspraktiken und unlautere Werbemaßnahmen. Folgende Themenbereiche sind besonders gefragt:

  • Kreditrecht
  • Patientenrecht
  • Reiserecht
  • Strom- und Telekommunikationsanbieter
  • Lebensmittel
  • Umweltschutz
  • Versicherung
Auch für sogenanntes „Gender Pricing“ ist die Verbraucherzentrale Hamburg zuständig.

Verbraucherschutz Hamburg: Anlaufstellen und Kontakt

Eine Beschwerde findet per E-Mail an mail@vzhh.de, Post (Kirchenallee 22, 20099 Hamburg) oder Telefon den schnellsten Weg zum richtigen Bearbeiter. Wer sich lieber persönlich vorstellen möchte, kann dies am Infozentrum in Hamburg St. Georg tun. Die Zentrale ist vom Hauptbahnhof aus gut erreichbar und hat Montag bis Freitag für den Kundenverkehr geöffnet. Weitere Quartierbüros sind in Hamburg-Billstedt, Hamburg-Harburg, Hamburg-Lurup, Hamburg-Neuwiedenthal und Hamburg-Osdorfer Born, Hamburg-Altona und Hamburg-Wandsbek eingerichtet.

Das Fachamt Mitte und Fachamt Harburg runden das Angebot ab, das Dezernat ist im Bezirksamt Hamburg Nord eingerichtet. Aufgrund des umfangreichen Maßnahmenpakets als Reaktion auf das Coronavirus-Sars-CoV-2 finden aktuell keine persönlichen Sprechstunden oder Treffen statt.

Um dennoch eine umfangreiche und rasche schriftliche und telefonische Beratung zu gewährleisten, wurden die Sprechzeiten ausgeweitet. So stehen im Rahmen der Spezialberatungen nun 20 bis 90 Minuten pro Anrufer zur Verfügung, wobei zunächst erforderliche Unterlagen übermittelt werden müssen. Welche Unterlagen notwendig sind, wird vorab in einem kurzen Erstberatungsgespräch näher erörtert. Die Verbraucherschutzzentrale Hamburg ist unter der Telefonnummer 040 248320 erreichbar.

Verbraucherschutz Hamburg: denkwürdige Fälle

Parship, Elitepartner, Sky, Najoba – der Verbraucherschutz Hamburg hat sich schon mit den ganz großen Anbietern angelegt. Einigen Fällen wurde dabei besonders große mediale Aufmerksamkeit zuteil. Eine Beschwerde nach der anderen kam beispielsweise über den Singlebörsen-Riesen Parship in die Zentrale. Versteckte Abo-Gebühren und unlautere Geschäftspraktiken wurden dem Unternehmen vorgeworfen.

So warben die Portale mit kostenfreier Stornierung und Gratis-Laufzeiten, die aber nach Ablauf der jeweiligen Frist so mancher Kunde doch teuer bezahlen musste. Bis zu 75 Prozent des vollen Mitgliedsbeitrags wurden teilweise fällig, was je nach gebuchtem Paket mehrere Hundert Euro ausmachte – für einige wenige Chatnachrichten. Sowohl Parship als auch Elitepartner werden vom Hamburger Unternehmen PE Digital GmbH geführt. Mithilfe des Verbraucherschutzes Hamburg konnten vor dem Amtsgericht Hamburg schon zahlreiche Fälle zugunsten der Kläger gelöst werden.

Verbraucherschutz Hamburg: Vor verschlossenen Türen und Coronavirus-Mogelpackung

Ein weiteres besonders gefragtes Thema ist der überteuerte Schlüsseldienst. Hierbei nutzen Anbieter überaus häufig die verzweifelte Lage der ausgesperrten Hausbewohner aus und bieten ihre Dienste zu schwindelerregend hohen Gebühren an. In einem brisanten Fall wurden einem 26-jährigen Hamburger gar 3.000 Euro in Rechnung gestellt – für ein paar Minuten Arbeit. Der Verbraucherschutz Hamburg unterstützt Betroffene mit günstigen Beratungen und vorgefertigten Klageschriften beim weiteren Vorgehen.

Aber auch die Coronavirus-Sars-CoV-2-Pandemie sorgte für einen Sprung an Beschwerden und skandalösen Geschäftspraktiken. Eine Mogelpackung jagt die nächste – insbesondere Schutzmaskenpreise, Desinfektionsmittelveräußerungen, aber auch Gutscheine und Vertragskündigungen sollen nichtsahnenden Kunden das Geld aus der Tasche ziehen. Zu diesem Zweck bietet der Verbraucherschutz Hamburg trotz Schließung für Personenverkehr intensive telefonische Beratungen und hat dafür mithilfe des Senats und Ministeriums für Soziales zahlreiche Mitarbeiter im Eilverfahren zu Qualitätskontrolle und Patientenrecht eingeschult.

Verbraucherschutz Hamburg: Öffentlichkeitsarbeit

Nicht jeder Kunde muss persönlich beim Verbraucherschutz Hamburg vorstellig werden. Auf Facebook und Twitter werden regelmäßig wichtige News, Ankündigungen und Meldungen geteilt. Neben Warnungen vor Geschäften mit Unternehmen der Schwarzen Liste finden Verbraucher auf den Social-Media-Portalen zudem viele hilfreiche Artikel und Blog-Einträge. Unter anderem gibt es praktische Tipps zur Reinigung der Mundschutzmasken, aktuelle Meldungen zu Rückrufaktionen sowie Aufrufe zu Sammelklagen und natürlich auch Informationen zu den Öffnungszeiten und Beratungsangeboten der Verbraucherschutzzentrale Hamburg. Welche Themen die Hamburger aktuell beschäftigen, wird im Verbraucherschutz Pegel Hamburg regelmäßig mittels Online-Befragungen erhoben.

Verbraucherschutz Hamburg als Karriereleiter

Ob Rechtsanwälte, Sachbearbeiter oder freier Mitarbeiter – der Verbraucherschutz Hamburg bietet zahlreiche Jobs für Interessenten. Die Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz einschließlich des Instituts für Hygiene und Umwelt veröffentlicht auf der Homepage regelmäßig offene Stellenangebote. Aktuell sind über 70 Mitarbeiter bei der Verbraucherzentrale Hamburg angestellt, wobei nur 11 in Vollzeit arbeiten. Weitere 48 Mitarbeiter unterstützen ihre Kollegen in einem freien Beschäftigungsverhältnis.

Quelle: 24hamburg.de*

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