1. 24hamburg
  2. Hamburg

Hamburg unterrichtet Geflüchtete aus der Ukraine – und stockt Klassen auf

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christian Einfeldt

Kommentare

Damit Hamburg ukrainischen Geflüchteten Unterricht anbieten kann, wurde bereits ein Krisenstab eingerichtet. So möchte die Schulbehörde Ansprüchen gerecht werden.

Hamburg – Am vergangenen Wochenende waren es Hunderte ukrainische Flüchtlinge, die Hamburg erreicht hatten. Dass unter ihnen viele Kinder und Jugendliche sind, weiß auch Ties Rabe (SPD), seines Zeichens Hamburgs Senator für Schule und Berufsbildung. Ein seitens der Schulbehörde errichteter Krisenstab soll nun den Grundstein für die Zukunft der vielen Geflüchteten legen: Unabhängig von den deutschen Sprachkenntnissen soll ihnen Schulunterricht angeboten werden können.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Hamburg richtet Krisenstab ein: Geflüchtete Kinder aus der Ukraine sollen Schulunterricht erhalten

Nachdem am Samstag, 5,. März 2022, 30.000 Teilnehmer*innen im Zuge einer Demo ihre Stimmen gegen den Krieg in der Ukraine erhoben haben, zeigt sich Hamburg ein weiteres Mal solidarisch – auch wenn zur ganzen Wahrheit gehört, dass die Zustände für Flüchtlinge an Ankunftsstellen laut der Hamburger CDU unhaltbar sein würden. In Hamburgs Schulbehörde will man derweil besser vorbereitet sein. Man möchte den Geflüchteten eine Möglichkeit zur Schulbildung bieten – auch wenn sie der deutschen Sprache nicht mächtig sein sollten. Sobald sie die Grenzen Hamburgs erreichen, würde die Schulpflicht greifen – das bestätigt die gesetzliche Regelung nicht nur in der Hansestadt Hamburg.

Erst, wenn das 18. Lebensjahr erreicht wird, könne man demnach frei entscheiden, ob man morgens den Weg zur Schule auf sich nimmt. In einer Mitteilung des Landesschulministeriums von Nordrhein-Westfalen vom 8. März 2022 heißt es etwa, dass ihnen „durch die jeweiligen Schulämter vor Ort ein Schulplatz zugewiesen“ wird. Wie das Online-Portal rp-online.de berichtet, sei es im nächsten Schritt möglich, dass sie im Gefüge einer bestehenden Klasse aufgenommen werden.

Es sei ein Modell, das sich laut der Bundeszentrale für politischen Bildung der UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet: Geflüchtete erhalten einen „uneingeschränkten Zugang zum Bildungswesen“. Dabei sollen ihnen insbesondere die Grundkenntnisse der deutschen Sprache vermittelt werden. Fest steht, dass auch Hamburg ihnen die Möglichkeit geben möchte. Wie wird eine Umsetzung der Maßnahmen in der Praxis aussehen?

Foto zeigt ein Klassenraum.
Hamburg bietet Geflüchteten schon bald Schulunterricht an – 225 Internationale Vorbereitungsklassen werden auf 525 Klassen aufgestockt. (Symbolbild) © dpa/Frank Rumpenhorst

Hamburg will Geflüchtete aus der Ukraine unterrichten – mit 525 statt 225 Klassen

Laut des Hamburger Abendblatts verfolgt der Krisenstab rund um Ties Rabe (SPD), der zuletzt für die Teilnahme an einer Hamburger Demo für Ukraine-Protest schulfrei gegeben hatte, also das Ziel, geflüchteten Kinder und Jugendlicher des Ukraine-Kriegs, der bereits über 1,5 Millionen Menschen in die Flucht trieb*, die deutsche Sprache zu lehren. Laut Angaben von Hamburgs Behörde für Schule und Berufsbildung soll dies in Form der Basisklassen und Internationalen Vorbereitungsklassen (IVK) geschehen.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, erfolgt anschließend ein Wechsel auf eine Regelschule (Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gesamtschule oder Gymnasium). Um die Förderung der geflüchteten Kinder und Jugendlichen gerecht werden zu können, muss Hamburg seine Möglichkeiten aufstocken. Aktuell sind es 225 Internationale Vorbereitungsklassen, in denen Flüchtlinge auf den Hamburger Schulbetrieb vorbereitet werden.

„Das Ziel ist, die Zahl der Klassen um 300 wieder auf 525 aufzustocken“, zitiert das Hamburger Abendblatt eine Sprecherin der Schulbehörde. Zuletzt erreichte Hamburg die Zahlen zu Zeiten der Flüchtlingswelle 2015 – ein weiterer Grund, warum sich durchaus Parallelen zu der aktuellen Situation des Ukraine-Kriegs ziehen lassen. Angesichts von Lehrkräftemangel war fraglich, ob Hamburgs Behörde ihren Ansprüchen gerecht werden könnte. Dass es nicht lange dauerte, bis sich zahlreiche ehemalige Lehrerinnen und Lehrer bereit erklärt haben, aus der Pension zurückzukehren, ist jedoch ein positives Signal. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare