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Vier Tage Arbeit – volles Gehalt: Auch Hamburger Unternehmen macht mit

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Von: Kevin Goonewardena

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Im Juli startet in Großbritannien der großangelegte Modellversuch einer Vier-Tage-Woche. Auch in Hamburg setzt ein Unternehmen jetzt auf das Modell. Wie es funktioniert.

Hamburg – Mit dem kommenden Monat starten die Briten einen groß angelegten Feldversuch: Mehr als 3300 landesweite Angestellte, verteilt auf mehrere Unternehmen, arbeiten ab Anfang Juli 2022 die kommenden sechs Monate lediglich vier Tage in der Woche – bei vollem Lohnausgleich. Auch in anderen Ländern Europas – zum Beispiel in Island – gab und gibt es Experimente bezüglich der sogenannten Vier-Tage-Woche. In Belgien haben die Angestellten das Recht, ihre Arbeitszeit auf eine 4-Tage-Woche zu verteilen.

Bei einer 40-Stunden-Woche sind das also 10 Arbeitsstunden am Tag. Nach Angaben von Belgiens Premierminister Alexander De Croo sollen Beschäftigte so mehr Flexibilität und Freiheit erhalten. Dies solle der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben zugutekommen, heißt es in einer Meldung der Deutschen Presse Agentur. Nun können sich ab August auch die Mitarbeitenden eines Hamburger Unternehmens auf das Experiment „4-Tage-Woche“ freuen.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:rund 1,9 Millionen
Regierungsoberhaupt:Peter Tschentscher (Erster Bürgermeister, SPD)

4-Tage-Woche Hamburg: In diesem Hamburger Unternehmen gilt bald 32 Stunden Wochenarbeitszeit

Dem belgischen Ansatz folgt die Geschäftsführung des Softwareherstellers „knowhere“ dabei nicht. Die Arbeitszeit wird nicht auf 4 Tage in der Woche verteilt, sondern ein Arbeitstag von der Wochenarbeitszeit abgezogen. Gekürzt wird nur bei den Stunden, nicht beim Gehalt. Wie das funktioniert, hat Co-Gründer und Geschäftsführer Patrick Zimmermann der Hamburger Morgenpost erzählt.

„Veraltetes Modell“: Hamburger Firma stellt auf die 4-Tage-Woche um. Das Gehalt bleibt gleich.
„Veraltetes Modell“: Hamburger Firma stellt auf die 4-Tage-Woche um. Das Gehalt bleibt gleich. © Uwe Anspach/dpa/Eckhard Stengel/imago/Montage

4-Tage-Woche: Produkt spielt Hamburger Unternehmen bei Umsetzung in die Hände

Zimmermann sagte gegenüber der Mopo: „Mit zunehmender Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen sind wir in der Lage, in weniger Wochenstunden die gleichen Ziele zu erreichen.“ Das liegt auch an der Art des Produkts beziehungsweise Service, den die Firma knowhere anbietet. Dabei handelt es sich um den Chatbot „moinAI“, einem digitalen Assistenten, wie der Firmenseite zu entnehmen ist.

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Die digitale Hilfe kommt beispielsweise im Marketing und E-Commerce der Kunden zum Einsatz. Da die Beschäftigten in der Vergangenheit verschiedene Vorlagen des Programms für unterschiedliche Branchen entwickelt haben, muss der Bot nun nicht immer wieder aufs Neue konzipiert werden. So können Neuaufträge angenommen werden, ohne dass in deren Bearbeitung die gleiche Arbeitszeit fließen muss, wie früher.

4-Tage-Woche: Hamburger Unternehmen bereitete sich intensiv auf Modellversuch vor

Der zunächst für die Dauer eines Jahres befristeten Einführung in dem Unternehmen aus Hamburg, sind umfangreiche Tests und Evaluationen vorausgegangen. So arbeiten bereits zwei Beschäftigte in der Vier-Tage-Woche, auch wurde Kontakt zu anderen Firmen aufgenommen und sich mit diesen über deren Erfahrungen bei der Umstellung auf die 4-Tage-Woche ausgetauscht.

Wir glauben, dass die 40-Stunden-Woche bzw. 5-Tage-Woche ein veraltetes Modell ist.

Patrick Zimmermann, Geschäftsführer von knowhere

4-Tage-Woche: Hamburger Hotelkette hat bereits 4-Tage-Woche

Bereits im vergangenen Jahr hatte die 25hours-Gruppe testweise eine 4-Tage-Woche eingeführt. Nicht nur die beiden Hamburger Standorte der Hotelkette in der HafenCity, sondern auch die Beschäftigten aller anderen Häuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit Erfolg: Seit dem 1. April dürfen die Beschäftigten der 25hours-Hotels zwischen der 5- und 4-Tage-Woche wählen.

Aus Arbeitgebersicht lässt sich sagen, dass sich die Anzahl der Bewerbungen in Hamburg in den ersten Wochen des Tests verzweihundertfacht hat im Vergleich zu den Vormonaten

Aus einer Pressemitteilung der 25hours Hotel-Gruppe

Das 4-Tage-Modell sieht für Mitarbeitende im Schichtdienst, also zum Beispiel in Küche und Empfang, an vier Tagen die Woche eine 9-Stunden-Schicht vor. Die Differenz werde mit Überstunden verrechnet, schreibt t-online.

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