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Tausende Lehrkräfte in Hamburg krank – Schüler sollen zu Hause bleiben

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Von: Kevin Goonewardena

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Jede sechste Lehrkraft ist in Hamburg aktuell krankgeschrieben. Schulen rufen Eltern deswegen dazu auf, ihre Kinder freiwillig zu Hause zu lassen.

Hamburg – Rund jede sechste Hamburger Lehrkraft ist aktuell krankgeschrieben. Das berichtet das Hamburger Abendblatt. In Zahlen sind das mehr als 3335 Lehrerinnen und Lehrer, die für Unterrichtsausfälle an Schulen in der Hansestadt sorgen – oder 16,3 Prozent aller Hamburger Lehrkörper. Das geht aus den Daten der Behörde von Schulsenator Ties Rabe (SPD) hervor, die wöchentlich den Krankenstand der Lehrer erfasst.

In Konsequenz sorgt der hohe Krankenstand nicht nur für Unterrichtsausfälle – teilweise werden ganze Schulklassen nach Hause geschickt. Grund für die vielen Ausfälle sind unter anderem Corona-Infektionen und die aktuelle saisonale Grippewelle. Auch andere Bereiche wie etwa die Hochbahn oder die Hamburger Feuerwehr haben aktuell mit hohen Krankenständen zu kämpfen.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755 km²
Bevölkerung:Rund 1,9 Millionen
Anzahl Schüler/Lehrkräfte:Rund 203.000/etwa 20.000

Krankheitswelle bei Lehrern in Hamburg: Alle Schulformen betroffen – das sind die Zahlen

Betroffen sind alle Schulformen, allerdings nicht gleichermaßen. Am schwersten trifft es die Sonderschulen, schreibt das Abendblatt. Die Ausfallquote liegt bei dieser Schulform bei 19,7 Prozent und betrifft damit annähernd jeden fünften Lehrer. Gut ein Drittel aller Hamburger Lehrerinnen und Lehrer unterrichten an den Stadtteilschulen, nämlich 6312.

Die Quote der krankheitsbedingten Ausfälle ist bei der Schulform ähnlich hoch wie bei den Sonderschulen. 18,3 Prozent aller Lehrerinnen und Lehrer an Stadtteilschulen sind aktuell krankgemeldet. 17,7 Prozent sind es bei den Grundschulen, 13,2 Prozent an Gymnasien und 12,5 Prozent der Lehrkräfte an den berufsbildenden Schulen bleiben aktuell zu Hause. Wegen der zunehmenden Krankenfälle ist auch schon ein Streit zwischen Krankenhäusern in Hamburg und Hausärzten der Stadt ausgebrochen.

Ein Krankenschein zur Vorlage bei dem Arbeitgeber
16,3 Prozent aller Lehrkräfte in Hamburg sind aktuell krankgeschrieben. Das führt dazu, dass ganze Klassen in Teilen oder in Gänze nicht unterrichtet werden können. (Symbolbild) © Fleig / Eibner-Pressefoto / Imago

Schulen in Hamburg: Personelle Reserven reichen oft nicht, um Vertretungsunterricht zu decken

Zwar hält jede Schule rechnerisch eine Reserve von vier Prozent der Lehrkräfte für den Vertretungsunterricht bereit; weitere vier Prozent würden sich laut dem Hamburger Abendblatt daraus ergeben, dass jeder Lehrer verpflichtend eine Vertretungsstunde pro Woche geben muss. Doch bei der aktuellen Hamburg-weiten Quote von 16,3 Prozent erkrankter Lehrerinnen und Lehrer reichen diese Reserven oft nicht aus.

Bis zu 20 Klassen müssen nach Angaben der Schulbehörde deswegen aktuell für mehrere Stunden oder ganze Tage zu Hause bleiben und können nicht unterrichtet werden. Mit 0,2 Prozent ist deren Anteil an den insgesamt 8500 Schulkassen Hamburgs jedoch prozentual gering.

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Hamburger Schulen und Kitas bitten Eltern verstärkt darum, ihre Kinder freiwillig zu Hause zu lassen

Um dem krankheitsbedingten Personalmangel entgegenwirken zu können, greifen Schulen und auch Kitas derzeit häufig auf ein anderes Mittel zurück: Sie bitten Eltern, ihre Kinder, wenn möglich, zu Hause zu betreuen und so für Entlastung in den Einrichtungen zu sorgen.

„Ist die Klassenlehrerin Ihres Kindes krank und Sie haben die Möglichkeit, Ihr Kind selbst zu betreuen, wäre dieses sehr hilfreich und würde die Situation vor Ort deutlich entspannen“, heißt es beispielsweise in einer E-Mail einer Schule in Lokstedt an die Elternschaft. E-Mails wie diese erreichen Hamburger Eltern aktuell in großer Zahl. Für die Kinder, die nicht zu Hause betreut werden können, wird durch die betreffenden Schulen eine Notbetreuung eingerichtet.

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