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Tatenberg in den Vier- und Marschlanden lockt mit Wasserpark und Dove-Elbe

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Von: Kevin Goonewardena

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Die Dove-Elbe und Regattastrecke in Hamburg-Tatenberg.
Die Dove-Elbe und Regattastrecke in Hamburg-Tatenberg. ©  Christian Ohde/imago/Montage

Der beschauliche Stadtteil Hamburg-Tatenberg lädt zum Entspannen ein. Mit dem Boot gemütlich die Dove-Elbe hinabzufahren, lässt Kummer und Sorgen vergessen.

Ländliche Idylle, abgerockte Arbeiterviertel, quietschbunte Künstler-WGs, mondäne Stadtvillen: Das alles ist Hamburg. Jede Woche samstags gehen wir auf Streifzug. Heute sagen wir: #ahoitatenberg

Tatenberg im Bezirk Hamburg-Bergedorf ist gewissermaßen schnell zu übersehen. Oder: Zumindest nicht als einer der 104 Stadtteile der Hansestadt zu identifizieren. Denn gerade einmal etwas mehr als 550 Einwohner und Einwohnerinnen leben in Tatenberg; dessen Name wohl auch deshalb den wenigsten Hamburgern ein Begriff sein dürfte. Doch die Geschichte Tatenbergs dass sich seinen dörflichen Charakter erhalten konnte, reicht fast 1000 Jahre zurück. Einen Besuch ist Tatenberg jedoch nicht aus historischen, sondern ganz handfesten Gründen auf jeden Fall wert. Diese sind vor allem grün. Und nass.

Name des Stadtteils:Tatenberg
Bezirk:Hamburg-Bergedorf
Fläche:3,1 km²
Bevölkerung:564

Tatenberg: Erholungsgebiet für Kaufmannsfamilien in früheren Jahrhunderten

Besiedelt wurde Tatenberg, dass zwischen der Dove-Elbe – einem Nebenarm des Elbe-Stroms – und der Norderelbe liegt, bereits Ende des zwölften Jahrhunderts. Eine erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1315 und führt den heutigen Hamburger Stadtteil unter dem Namen „Tadekenberghe“. Heinrich der Löwe ließ das Land nach dem holländischen Vorbild eindeichen und entwässern. Einige Jahre später wurde halb Norddeutschland in der zweiten "Marcellusflut" überflutet und in Tatenberg brach der Damm. Danach kaufte die Stadt Hamburg den Ort, um die Elbschifffahrt zu sichern. Im 15. und 17. Jahrhundert entdeckten wohlhabende Hamburger den Bezirk und erstanden dort große Bauernhöfe, um sie zu Landhäusern umzubauen. Tatenberg wurde zu einem Erholungsort, in dem die Kaufmannsfamilien ihren Sommer verbrachten. Ferner galt Tatenberg wie auch das benachbarte Spadenland als beliebtes Anbaugebiet für Obst- und Gemüse und ist es als Teil der Vier- und Marschlande bis heute geblieben.

Tatenberg: Dove-Elbe Strand und Wasserpark Dove-Elbe

Die Dove-Elbe - einer von zwei Nebenarmen der Elbe in den Vier- und Marschlanden - und der Wasserpark Dove-Elbe locken seit 1986 im Sommer Tausende Hamburger auf der Suche nach Natur und Abkühlung in den nur 12 Kilometer von der Hamburger Innenstadt gelegenen Stadtteil. Das Freizeitgelände Wasserpark Dove-Elbe beherbergt unter anderem eine 2000 Meter lange Ruder- und Kanu-Regattastrecke und die Badestelle am dortigen Eichbaumsee. Der Eichbaumsee wiederum ist einer von gleich mehreren Badeseen in dieser Ecke der Stadt, in der das Baden offiziell erlaubt ist. Während das Stadtteil Tatenberg mit dem Linienverkehr im HVV am besten über den Bahnhof Bergedorf zu erreichen ist; besteht in den Sommermonaten zusätzlich die Möglichkeit einen extra eingerichteten Badebus für die anreise vom Bergedorfer Bahnhof zum Wasserpark Dove-Elbe zu nehmen.

Tatenberger Schleuse und Dove-Elbe

Die Tatenberger Schleuse befindet sich in der Dove-Elbe, etwas oberhalb der Mündung der Dove-Elbe in die Nordelbe. Sie wird von der Hamburg Port Authority betrieben, die auch Betreiber des Hamburger Hafen ist und sorgt dafür, dass die Schiffe und Boote auch bei unterschiedlichen Wasserständen die Wasserstraße nutzen können. Die Schleuse beziehungsweise der Schleusenkanal der Tatenberger Schleuse ist 1,5 Kilometer lang und wird in den Sommermonaten von bis zu 200 Wasserfahrzeugen täglich passiert. Die in den Jahren 1949 bis 1952 erbaute Tatenburger Schleuse ermöglicht nicht nur einen Schiffs- beziehungsweise Boots-Verkehr auf der Dove-Elbe, sondern auch zum Bezirksmittelpunkt Bergedorf.

Als Teil der Deichanlagen sorgt die Tatenberger Schleuse zudem für Schutz vor Überschwemmungen der angrenzenden Gebiete. Ganz ausgeschlossen können selbige aber natürlich nicht: Erst Anfang 2022 hatte Hochwasser in Bergedorf und den Marschlanden für schwere Schäden gesorgt. In Zuge der Überschwemmungen drohte tausenden Hamburgern der Zusammenbruch der Trinkwasserversorgung.

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Tatenberg: Gärtnerei und Hofladen Stender

Neben dem Alten Land im Bezirk Harburg (Süderelberaum), sind die Vier- und Marschlande der wohl am meisten von der Landwirtschaft geprägte Raum der Elbmetropole. Die Gärtnerei und Hofladen Stender (Tatenberger Deich 154) mit angeschlossenem Café bietet die Gelegenheit bei einem Besuch in Tatenburg die Erzeugnisse und Produkte der regionalen Erzeuger kennen zu lernen und bei Gefallen sich natürlich auch mit diesen einzudecken.

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Fährhaus Tatenberg: Übernachtungsmöglichkeit in vierter Generation

Wer nicht nur einen Tagesausflug nach Tatenberg machen möchte, sondern auch eine oder mehrere Nächte in dem Stadtteil verbringen will, findet mit dem Fährhaus Tatenberg (Tatenberger Deich 162) eine rustikale Möglichkeit vor Ort, die bereits in der vierten Generation bewirtschaftet wird. Das Tatenberger Fährhaus liegt unweit des Yachthafen Tatenberg und des Sportboothafen Möller in direkter Nachbarschaft zur Gärtnerei und dem Hofladen Stender. Einzelzimmer gibt es im Fährhaus Tatenburg schon ab 42 Euro, zwei Zimmer teilen sich laut Website der Pension mit angeschlossenem Restaurant ein Vollbad auf dem Flur. Das Fährhaus ist regelmäßiger Veranstaltungsort eines Kunsthandwerkermarkts und des Traktoren-Oldtimer-Club-Hamburg (TOCH), der hier seinen monatlichen Stammtisch abhält.

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