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St. Georg: Bunt und divers, das ist St. Georg

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Von: Kevin Goonewardena

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Der Hansa-Brunnen auf dem Hansaplatz im Stadtteil St. Georg in Hamburg
Der Hansa-Brunnen auf dem Hansaplatz im Stadtteil St. Georg in Hamburg. (24hamburg.de-Montage) © imago

St. Georg präsentiert sich in den buntesten Farben. Außergewöhnliche Menschen, Kulturen und Sexualitäten treffen in diesem Stadtteil in Hamburg zusammen.

Hamburg-St. Georg – Ländliche Idylle, abgerockte Arbeiterviertel, quietschbunte Künstler-WGs, mondäne Stadtvillen: Das alles ist Hamburg. Jede Woche samstags gehen wir auf Streifzug. Heute sagen wir: #ahoistgeorg.

Der zentrumsnahe Stadtteil St. Georg führt unterschiedliche Menschen zusammen und macht den Stadtteil, der Hauptbahnhof, Steindamm, Hansaplatz oder Lange Reihe einschließt, zu einem noch bunteren Viertel, als es Hamburg-Sternschanze ist. Und „die Schanze“ gilt bekanntlich weit über die Grenzen Hamburgs hinaus als das bunteste, verrückteste, schrillste Viertel der Hansestadt. Stadt. Seine verschiedenen Ethnien, die vielen Bars, Restaurants und Theater und als Ort der Hamburger LGBTQ-Community, lädt St. Georg dazu ein, entdeckt zu werden.

#ahoistgeorg: Die außergewöhnliche Geschichte des Stadtteils

Der Stadtteil hat seinen Namen von einem Lepra-Hospital, das im Jahr 1194 außerhalb der Stadtmauer Hamburgs gebaut wurde. Jenes hörte auf den Namen St. Georg-Hospital und wurde wiederum nach dem heiligen Georg benannt. Gebaut hatte man die Lebra-Klinik außerhalb der Stadtmauern, um zu verhindern, dass Erkrankte die Stadtbevölkerung anstecken konnten. Im Mittelalter verbannte man nach St. Georg auch eher störende Gewerbe wie Schweinezüchter oder Schnapsbrennereien. Auch der Pest-, später Armenfriedhof befand sich in St. Georg und ab Mitte des 16. Jahrhunderts der Galgen der Stadt Hamburg, mit dem Todesurteile vollstreckt wurden. Mit der Neugestaltung um das heutige Zentrum des Stadtteils, dem Hansaplatz, ab den 1860er Jahren und dem Bau des Hauptbahnhofes (Eröffnung 1906), erlebte St. Georg zwar einen Aufschwung. Doch vor allem mit dem Hauptbahnhof kamen auch Prostitution und später Drogen in den Stadtteil, die dessen Image heute noch prägen. Das hat sicher mit dafür gesorgt, dass Teile St. Georgs, wie auch von St. Pauli und der Sternschanze, 2014 zu „Gefahrengebieten“ erklärt wurden. In diesen ist es der Polizei unter anderem bis heute erlaubt, Menschen anlasslos zu kontrollieren und festzusetzen. Die „Gefahrengebiete“ wurden zwar längst als verfassungswidrig erklärt, existieren allerdings immer noch.

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#ahoistgeorg: Die schönsten Abende in St. Georg

Wer St. Georg erleben möchte, kann der Straße „Lange Reihe“ folgen. Rechts und links der 730 Metern langen Straße befinden sich Fachwerkhäuser und Altbauten. An der Straße tummeln sich Restaurants, Cafés, Boutiquen und kleine Läden. An den warmen Sommertagen ist die Straße übersät von Menschen, Tischen und Stühlen. Die Restaurants haben ihren Außenbereich in den engen Fußgängerwegen. Die Gäste sitzen fast schon auf der Straße und die Kellner müssen aufpassen, dass sie nicht mit vorbeilaufenden Passanten zusammen stoßen. Dieser Anblick gehört einfach zu St. Georg und macht seinen Charme aus. Für alle Fans des „blonden Hans“ lohnt es sich, vor der Hausnummer 71 in St. Georg haltzumachen.

Das ist das Geburtshaus von Hans Albers, der Schauspieler und Sänger (1891-1960) ist einer der berühmten Söhne Hamburgs und wurde seinerzeit zum „Volksidol“. Sein bekanntestes Werk „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“, ist auch weit über Hamburg hinaus ein Begriff. Unweit der berühmten Hamburger Meile Reeperbahn auf St. Pauli liegt dann auch der „Hans-Albers-Platz.“ Die Lange Reihe ist nicht nur für seine große Auswahl an Restaurants bekannt, auch Frankreichs Staatspräsident Macron speiste hier einst während des G20-Gipfels 2017, sondern auch als Zentrum der schwul-lesbischen Szene Hamburgs. Überall hängen bunte Regenbogenfahnen und in St. Georg startet jedes Jahr die Parade zum Christopher Streetday in Hamburg.

Schon gewusst? - Drei Facts zu St. Georg

■ Auch Hamburg hat eine Domkirche. Der Mariendom des römisch-katholischen Erzbistums Hamburg befindet sich unweit der Lange Reihe.

■ Unter dem Namen „Alsterzentrum“ sollte ein Gebäudekomplex mit Wohnraum für 20.000 Menschen und Gebäuden mit bis zu 200 Metern Höhe und 63 Stockwerken auf St. Georg entstehen. Dazu sollte das, was von St. Georg nach dem Zeiten-Weltkrieg übrig war, abgerissen werden. 1973 wurden die Pläne des Projekts verworfen.

■ Am Steindamm befand sich 2010 die al-Quds-Moschee Hamburg, die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 als Treffpunkt mehrerer der Attentäter bekannt wurde und auch später ein Zentrum der dschihadistischen Szene bildete. Die Moschee wurde 2010 von den Sicherheitsbehörden geschlossen und der Trägerverein verboten.

#ahoistgeorg: Das Nachtleben St. Georgs

So vielfältig wie die Anwohner ist auch das Nachtleben in St. Georg, ob Theater, Kinos oder Restaurants. Wer den Abend in einem Theater verbringen möchte, wird im „Deutschen Schauspielhaus“ auf seine Kosten kommen. Das Theater gehört zu den führenden Sprechbühnen im deutschen Sprachraum und dessen Auftritte finden in den Schlagzeilen Erwähnung.

Am Steindamm 17 steht das „Hansa Varieté Theater“. Thomas Collieichs Sten und Ulrich Waller erweckten 2009 die Varietékunst zum neuen Leben und feiern regelmäßig große Erfolge. Ein besonderes Theater ist das „Ohnsorg-Theater“ in St. Georg. Seit 2011 können die Zuschauer nah am Bahnhof Traditionstheater mit einem plattdeutschen Spielplan erleben.

Auch das „Politbüro“ befindet sich in St. Georg und mit dem „Savoy“ eines der beliebten Kinos Hamburgs. Aber auch das Barleben enttäuscht nicht in St. Georg. Es wird doch eher das Konzept des Barhopping ausgelebt, das heißt, es wird von Bar zur Bar gesprungen. Der beste Anfang für den Abend ist das kultig und urige „Café Uhrlaub“. *24hamburg.de, merkur.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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