1. 24hamburg
  2. Hamburg

Hamburg spart Wasser: Warum der Wasserverbrauch seit Jahren rückläufig ist

Erstellt:

Von: Christian Einfeldt

Kommentare

In Hamburg ist der Wasserverbrauch seit Jahren rückläufig. 2021 war der Wert so gering wie zuletzt vor fünf Jahren. Muss Hamburg dennoch Wasser sparen?

Hamburg – Das Wetter in Hamburg erreichte am 24. Juni 2022 seinen vorläufigen Höhepunkt – es war der heißeste Tag des Jahres. Auch wenige Tage später bleibt es heiß. Bei Extremhitze suchen viele Menschen Rat, was sie bei einem Sonnenbrand und Sonnenstich machen können. Doch auch die Betätigung des Wasserhahns gehört dieser Tage zur Routine. Aktuell sind es 99,4 Millionen Kubikmeter Wasser, die Hamburg nach Angaben des Versorgers Hamburg Wasser 2021 geschöpft hat. Der Vergleich zeigt: In den letzten Jahren wurde nur 2017 ein niedrigerer Verbrauch bestätigt.

Die Entwicklung des Wasserverbrauchs ist rückläufig. Doch warum eigentlich? Muss Hamburg Wasser sparen?

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Wasserverbrauch in Hamburg: Niedrigster Wert seit fünf Jahren – muss Hamburg sparen?

Der Hamburger Wasserverbrauch belief sich im Jahre 2017 auf rund 98,6 Millionen Kubikmeter – ein Wert, der durchaus zu überraschen wusste. Hamburgerinnen und Hamburger zeigten sich in diesem Jahr besonders sparsam. Fünf Jahre später wertet Hamburg Wasser wieder einmal die aktuellsten Zahlen aus. Die Zahlen, die zum Stichtag 22. Juni 2022 vorliegen, ähneln denen von 2017. Die Stadt an der Elbe, wo jedes Jahr im Sommer Tausende Fische sterben, spart schon wieder. Nur 99,4 Millionen Kubikmeter Wasser wurden in ganz Hamburg verbraucht. Doch sind es wirklich Sparmaßnahmen, die der Hansestadt einen behutsamen Wasserverbrauch auferlegt hat?

Wasserhahn läuft. Daneben ein Wasserzähler.
Wasserverbrauch: Hamburg erzielt den geringsten Verbrauchswert seit fünf Jahren. (Symbolbild) © IMAGO / Karina Hessland und IMAGO / teutopress

Laut des Hamburg Wasser-Pressesprechers Ole Braukmann sei es unklar, ob sich eine eingeschlichene Sparsamkeit seitens Hamburgs Verbraucherinnen und Verbraucher bemerkbar gemacht habe. Wie er der Hamburger Morgenpost bestätigt, hoffe er zwar, dass etwaige „Appelle Wirkung zeigen“, doch hinter den nun veröffentlichten Zahlen würden mutmaßlich ganz andere Gründe stecken.

Hamburg Wasser: Seit 1990er-Jahren geht der Wasserverbrauch zurück

Zuletzt wurden in Hamburg die Sahara-Tage ausgerufen – Tage, an denen im Juni bis zu 30 Grad möglich waren. Für Wasserversorger Hamburg Wasser bedeuten solche Temperaturen, dass nun täglich mehr als 400.000 Kubikmeter Wasser an die Stadt abgegeben werden. Wie die Mopo berichtet, sind es im Winter hingegen nur 240.000 Kubikmeter, sodass sich folgender täglicher Jahresdurchschnitt ermitteln lässt: Rund 337.000 Kubikmeter Wasser verbrauchen Hamburgerinnen und Hamburger pro Tag.

Medienberichten zufolge ist es ein Wert, dessen Entwicklung sich schon seit Anfang der 1990er-Jahren abgezeichnet habe. Der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch belief sich 1990 noch auf 179 Liter. Gut 30 Jahre später sind es nur noch 140 Liter. Ein wesentlicher Faktor für die Wasser-Einsparung ist laut Braukmann in der Etablierung des Wasserzählers zu sehen. Nach Berichten der Hamburger Morgenpost hätte es früher lediglich einen pro Haus gegeben. Nun besitzt jede Wohnung einen Wasserzähler, der Hamburg sparen lässt.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Hamburg: Keine Wasserknappheit – doch warum es wichtig ist, Wasser und Energie zu sparen

Die aktuellen Erhebungen des Wasserverbrauchs fallen auch deshalb so gering aus, weil technische Geräte wie Waschmaschinen für ihren Betrieb heute mitunter deutlich weniger Wasser brauchen als zuvor. Auf eine Wasserknappheit steuert Hamburg keineswegs zu. In den Leitungen könne es zu lediglich zu Druckschwankungen kommen – das wäre das Worst-Case-Szenario, sagt Braukman: „‚Das Das Wasser wird knapp‘ heißt nicht, dass das Grundwasser leergesaugt wird“.

Mit seinem Statement macht Braukman unter anderem darauf aufmerksam, dass sich der Erde inmitten einer Krise, ausgelöst durch Wasserknappheit, befindet. Nach Angaben der Unicef sind es jetzt schon 2,2 Milliarden Menschen, die weltweit ohne einen regelmäßigen Zugang zu sauberem Trinkwasser auskommen müssen. Unter Berufung auf den UN-Weltwasserbericht fordern gemeinnützige Organisation daher zu einem Umdenken auf.

Wie es in einem Blogeintrag von WWF heißt, kann der Kauf von regionalen Produkten oder eine Reduktion des Fleischkonsums zumindest ein erster, kleiner Schritt für eine bessere Zukunft sein. Weitere effektive Tipps: Lieber duschen (am besten mit einem Sparduschkopf) statt baden, beim Geschirrspüler und der Waschmaschine das Eco-Programm nutzen, darauf verzichten, den Wasserhahn lange laufen zu lassen oder einfach mal kaltes Wasser verwenden.

Auch interessant

Kommentare