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Hamburg spart Energie und die CDU meckert – wegen Sicherheitsbedenken

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Von: Christian Einfeldt

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Trotz Krise fordert die CDU an Hamburgs öffentlichen Plätzen das Licht anzulassen. Energiesparmaßnahmen würden die Sicherheit der Bevölkerung gefährden. Der Senat beruhigt.

Hamburg – Hamburg reagiert auf die Energiekrise: Die Wasserlichtkonzerte in Planten un Blomen werden früher als geplant eingestellt, die Alsterfontäne sprudelt aufgrund der Energiekrise nicht mehr und auch auf der Reeperbahn könnte es schon bald dunkel werden. Darüber hinaus wurden zuletzt Stimmen der SPD laut, die auf dem Harburger Weihnachtsmarkt das Licht ausknipsen wollen. Politikerinnen und Politiker der CDU fallen jetzt hingegen durch gegenteilige Forderungen auf: Die Lichter sollen an bleiben – andernfalls würde man die Sicherheit Hamburgs Bevölkerung gefährden.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen
Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Hamburger CDU sorgt sich um allgemeine Sicherheit – volle Beleuchtung statt Energiesparen

Die Maßnahmen rund um den Hamburger 25-Punkte-Plan sind unabdinglich. Es ist eine Antwort auf die Herausforderungen aktueller Krisen – sie zahlt auf die Inflation ein, gleichermaßen auf den Klimawandel, der laut Forscher Arved Fuchs „mit bloßem Auge“ zu sehen sei. Städte in Schleswig-Holstein und Niedersachsen verkündeten es bereits ebenfalls: Verbraucher werden aufgefordert, Energie zu sparen – und auch Städte wollen mit gutem Beispiel vorangehen. Die Hamburger CDU, die zuletzt mitteilte, das „katastrophale Aushängeschild“ der Hansestadt bekämpfen zu wollen, fürchtet jedoch die möglichen Konsequenzen des Energiesparens.

Verbrecher in Planten un Blomen in Hamburg
Laut Hamburger CDU könnten Sparmaßnahmen die Sicherheit der Bevölkerung gefährden – weil möglicherweise Laternen wie diese in Planten un Blomen abgestellt werden könnten, was wiederum kriminelle Elemente anlocken könnte. (Symbolbild/24hamburg.de-Montage) © Hanno Bode/Bihlmayerfotografie/Imago

In einem Antrag, der dem NDR vorliegt, sorgt sich die CDU explizit um die allgemeine Sicherheit von Hamburgs Bevölkerung. Die Fraktion beschäftigt sich dahingehend insbesondere mit der Angst vor potenziellen Übergriffen auf Frauen und nimmt damit den Faden einer Umfrage der Kinderschutzorganisation „Plan International“ von 2020 auf. Vor allem Parks, also Orte, wo nachts Kriminaldelikte frequentiert auftreten könnten, sollen besser beleuchtet werden.

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Trotz Energiekrise: CDU will das Licht anlassen – Senat sieht Sicherheitsfragen bereits als geklärt

Auch, wenn es nicht so greifbar ist wie die Anschaffung eines neuen Supercomputers, der in Hamburg Strom für rund 5 Millionen Euro frisst: Die politische Forderung der CDU läuft in Zeiten der Energiekrise erstmal ordentlich quer. Dessen ist sich auch André Trepoll, CDU-Politiker und Vizepräsident der Hamburger Bürgerschaft, bewusst. Nichtsdestotrotz macht er sich dafür stark, dass in den bevorstehenden Wintermonaten auch weiterhin das Licht brennt.

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Dann könnte es an ausgewählten Plätzen sogar noch heller werden als noch vor der Energiekrise. Wie der NDR berichtet, spricht sich Trepoll etwa für die verstärkte Installation von Bewegungsmeldern aus. Eine Abstimmung über den CDU-Antrag ist für November angesetzt. Fraglich, ob die Forderungen von Trepoll und Co. Wirkung zeigen: Der Hamburger Senat bestärkte bereits, Sicherheitskonzepte von Anfang an in die Sparstrategie eingearbeitet zu haben.

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