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Riesige Nachfrage nach Corona-Schnelltests: Testzentren müssen auf Genehmigung warten

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Seit 2G-Plus eingeführt wurde, ist der Bedarf an Schnelltests enorm gestiegen. Die Kapazitäten sind aber rar. Steht sich die Regierung in Hamburg mit Papierkram selbst im Weg?

Hamburg – Die Nachfrage nach Corona-Schnelltests ist in den letzten Tagen enorm gestiegen, doch längst nicht alle Bürger bekommen die versprochenen Tests. Seit Samstag, 4. Dezember, gilt in Hamburg im Einzelhandel 2G und für die meisten Freizeitaktivitäten wie Clubbesuche 2G-Plus. Die Situation: Auch Geimpfte und Genesene müssen sich nun also wieder testen lassen. Das Problem: Viele Testzentren haben noch gar nicht wieder geöffnet.

Stadt in DeutschlandHamburg
Erster BürgermeisterPeter Tschentscher
Fläche755,2 km²
Gegründet500 n. Chr.
Einwohner1,904 Millionen (Stand Mai 2021, Sozialamt)

Zwar ist es den medizinischen Schnelltest-Anbietern wie Laboren, Arztpraxen, Hilfsorganisationen und Apotheken erlaubt, auch ohne viel behördlichen Papierkram weiterhin zu testen. Allerdings hat sich die Nachfrage laut Testzentrum-Betreiber Axel Strehlitz, der acht Standorte in der Stadt leitet, verfünffacht. Private Testanbieter, die einen Großteil der gestiegenen Testanfragen abdecken könnten, brauchen allerdings eine Sondergenehmigung. Diese lief am 11. Oktober aus und die Stadt Hamburg scheint mit den neuen Genehmigungen nicht hinterherzukommen.

Schnelltestzentren-Betreiber ratlos: Warum braucht die Behörde für die Genehmigungen so lange?

Seit dem 13. November steht wieder jedem Hamburger ein kostenloser Corona-Test pro Woche zu. Bereits vor der Bekanntgabe dieser Entscheidung hat ein Betreiber eines Schnelltestzentrums in Uhlenhorst bei der Sozialbehörde um Informationen zu einer möglichen Wiedereröffnung seines Testzentrums gebeten. Bis heute kam keine Genehmigung, wie das Hamburger Abendblatt berichtet.

„Die Infrastruktur steht. Wir haben noch mehrere Tausend Tests, ich hätte von jetzt auf gleich aufmachen können“, erklärte der Betreiber, der anonym bleiben will. Auch der Geschäftsführer einer Firma, die in Hamburg Testzentren an vier Standorten betrieben hat, wartet noch immer auf die Genehmigung. Zwar könne er es verstehen, dass die nicht-medizinischen Anbieter zunächst überprüft werden müssten, allerdings sehe er auch den großen Bedarf bei den Bürgern. Er kann daher nicht verstehen, warum die Genehmigungen so lange auf sich warten lassen.

Geschlossenes Testzentrum und ein Stapel voller Dokumente
Testzentren sind trotz hohem Bedarf geschlossen. Langwierige Bürokratie ist der Grund dafür. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/agefotostock & picture alliance/dpa/Oliver Berg

Der Testzentrum-Betreiber aus Uhlenhorst sieht das ähnlich, weil auch er um die überfüllten Testzentren weiß. Sein Zentrum und andere nicht-medizinische könnten für mehr Kapazitäten und Entlastung sorgen. „Der Bedarf ist da, doch es ist ein sehr hoher Aufwand für die Bürger, sich testen zu lassen. Es kann doch nicht im Sinne der Pandemiebekämpfung sein, dass man eine Woche auf einen Schnelltest wartet.“

Corona-Tests in Hamburg dringend benötigt: Bürger sauer – warum 2G-Plus ohne passende Testmöglichkeiten?

Der Hamburger Betreiber erzählte außerdem: „Wir bekommen viele Anrufe und E-Mails mit Fragen, wann wir wieder öffnen. Die Leute stehen vor unseren geschlossenen Türen und schütteln mit dem Kopf. Die Bürger aus dem Stadtteil können nicht nachvollziehen, dass wir geschlossen haben.“ Auch ein Vorwurf in Richtung Behörde wird immer lauter: „Viele unserer Stammkunden rufen uns an oder fragen per Mail, wie man jetzt die 2G-Plus-Regel ins Leben rufen kann, ohne bereits eine Test-Infrastruktur zu haben.“

Die Frage ist berechtigt und die Antwort scheint die Bürokratie zu sein. Einfach irgendwelchen privaten Testzentren ohne Prüfung Genehmigungen auszustellen, geht natürlich nicht. Das weiß auch der Betreiber aus Hamburg: „Wir stehen in einem guten Austausch mit den Gesundheitsämtern.“ Er wisse, dass die Behörden die nicht-medizinischen Testzentrum-Betreiber erst einmal überprüfen müssen. Trotzdem sei er zuversichtlich, bald die Genehmigung zu bekommen. „Es ist sicherlich nur eine Frage der Zeit, weil die Behörden eine Flut von Anträgen zu bearbeiten haben.“

Hamburger Behörde vor Berg aus Anträgen: Papierkram hält Genehmigungen für Corona-Testzentren auf

Dass die Genehmigungen nötig sind, weiß die Regierung, denn die enorm gestiegene Nachfrage nach Corona-Schnelltests ist kein Geheimnis. „Es ist schon so, dass die Testkapazitäten nicht überschwänglich vorhanden sind“, gestand Marcel Schweitzer, Sprecher des Hamburger Senats, am Dienstag, 30. November, ein.

Die Hamburger Sozialbehörde ist jedoch der Meinung, dass die Testkapazitäten aktuell ausreichen würden. Sprecher Martin Helfrich erklärte laut Abendblatt: „Falls sich herausstellt, dass es in bestimmten Gebieten eine Unterversorgung gibt, können gezielte Beauftragungen weiterer Anbieter durch das örtlich zuständige Gesundheitsamt vorgenommen werden.“

Wenn es also in Teilen Hamburgs zu wenig Testkapazitäten gibt, würden auch private Anbieter von Schnelltests wieder Genehmigungen bekommen. Laut den Betreibern und vielen Bürgern ist das der Fall. Dann bleibt nun also nur noch abzuwarten, wann die Hamburger Behörden sich durch den betreffenden Papierkram gewühlt haben. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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