Unschuldige Fußgänger verprügelt

Justizskandal: Hamburgs brutaler Passanten-Prügler auf freiem Fuß

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Vor diesem Mann ist kein Passant sicher: Ein 58-Jähriger treibt in Hamburg sein Unwesen und bricht Fußgängern den Kiefer oder verprügelt sie grundlos. Das Schockierende: Er ist trotz Prozess weiterhin auf freiem Fuß.

  • Ein 58-jähriger Mann verprügelte in Hamburg* wahllos Passanten.
  • Die Hamburger Polizei* konnte ihn im Februar festnehmen.
  • Ernüchterndes Urteil vom Amtsgericht: Prügler weiterhin auf freiem Fuß.

Hamburg - Er wählt seine Opfer zufällig, attackiert sie nach Lust und Laune und fügt ihnen teils schwere Verletzungen zu: René K. (58) ist in Hamburg als brutaler Passanten-Prügler bekannt. Im Februar konnte ihn die Polizei fassen, das Amtsgericht Hamburg fällte am Dienstag, den 26. Mai 2020 ein Urteil. Und das könnte vielen Hamburgern gar nicht gefallen.

Stadt in DeutschlandHamburg
BundeslandHamburg
Einwohner1,822 Millionen (30. Sept. 2016)
Sehenswürdigkeiten/AktivitätenElbphilharmonie, Speicherstadt, Reeperbahn, Miniatur Wunderland
Hochschulen/UniversitätenUniversität Hamburg, HAW Hamburg, TU Hamburg, Hafencity Universität

Hamburgs brutaler Passanten-Prügler vor Amtsgericht: René K. kommt mit diesem Urteil davon

Wie RTL berichtet, soll René K. insgesamt sechs Menschen in Hamburg angefallen haben. Teilweise so brutal, dass die Opfer schwere Gesichtsverletzungen erlitten. Einem 77-jährigen Passanten schlug er bewusstlos und brach den Kiefer. Einen anderen Fußgänger trat er mit dem Fuß in die Seite und stieß ihn zu Boden. Ein weiterer Mann, der von René zu Boden geschubst wurde, erzählt bestürzt von dem Überfall: „Wenn Sie auf der Straße gehen, dann haben Sie so ein Urvertrauen, dass der derjenige, der Ihnen entgegen kommt, Ihnen eben nichts tut. Und nun ist das aber mal mir passiert und das ist eben nicht schön.“

Die Polizei Hamburg konnte René K. durch seinen grauen Wagen auf die Schliche kommen, mit dem er jedes Mal nach seiner Tat floh. Bei der Verhaftung fanden die Beamten ein Tierabwehrspray und ein Schlagwerkzeug am Mann sowie ein Messer im Auto. Offenbar soll sich René K. bei seinen Opfern zu Prozessbeginn entschuldigt haben - fünf seiner Opfer soll er sogar Geld gezahlt haben - das Hamburger Abendblatt berichtet von Entschädigungsangeboten zwischen 150 und 1000 Euro.

Das Motiv des Angeklagten bleibt weiterhin unklar, ein psychiatrisches Gutachten von René K. konnte ebenfalls keine Erklärung für seine brutalen Passanten-Attacken in Hamburg liefern. Das Hamburger Abendblatt zitiert die Urteilsverkündung des Richters, bei der von „videoclipartigen Szenen mit einer vollkommenen Anlasslosigkeit“ die Rede ist. Es scheine so, als hätte der Täter die Prügel-Überfälle „aus einer Haltung heraus begangen, er könne sie sich aus dem Recht des Stärkeren einfach erlauben“.

Das Urteil, welches das Amtsgericht Hamburg für den Passanten-Prügler René K. aussprach, fiel relativ milde aus: Gegen den 58-Jährigen wurde eine Bewährungsstrafe von 20 Monaten verhängt - auch wegen Körperverletzung. Ob René K. schon seinen nächsten Überfall auf einen unschuldigen Passanten in Hamburg plant? Man weiß es nicht. Die Tatsache, dass er sich jedoch bei seinen Opfern entschuldigte, lässt möglicherweise darauf schließen, dass er keinen Anlass für eine weitere Attacke sieht.

René K. hat willkürlich Passanten in Hamburg verprügelt. Das Amtsgericht Hamburg fällte jetzt ein Urteil. (24hamburg.de-Montage, Symbolbild)

Polizei Hamburg: Laut Kriminalstatistik 2019 weniger Körperverletzungen in Hamburg

Hamburgs Innensenator Andy Grote, Polizeipräsident Ralf Martin Meyer und der Leiter des Landeskriminalamtes Mirko Streiber stellten im Februar 2020 die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2019 vor - mit Zahlen, die einen deutlichen Rückgang krimineller Gewalttaten in Hamburg zeigen.

Demnach ginge die Gewaltkriminalität, die stark mit dem Sicherheitsgefühl der Menschen in Hamburg einherginge, weiter zurück - die Zahl der Taten sank dabei im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 Prozent auf 7.186 Delikte. Dieser Rückgang betreffe vor allem auch Körperverletzungsdelikte - im Jahr 2019 wurde dabei der niedrigste Stand seit dem Jahr 2005 erreicht. Ein deutlicher Abwärtstrend sei bei gefährlichen und schweren Körperverletzungen zu beobachten - diese sanken 2019 nämlich um 308 Taten.

Quelle: 24hamburg.de

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Rubriklistenbild: © Christian Charisius/ Sebastian Kahnert/dpa/picture alliance

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