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Streit um Jacke im Club endet vor Gericht: Vermeintlich Beklaute muss sich warm anziehen

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Von: Lia Stoike

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Disco tanzen dynamisch discothek
Für eine Hamburgerin endete der Disco-Besuch am vergangenen Wochenende mit einem Fiasko: Ihre Jacke war an der Garderobe des „Inside 80‘s Club“ nicht mehr auffindbar. (Symbolbild) © dpa/Martin Schutt

Der Streit um eine Jacke im „Inside 80‘s Club“ auf der Hamburger Reeperbahn endet nun vor Gericht. Die vermeintlich Beklaute hatte online gegen den Betreiber gehetzt.

Hamburg – Der neue Tag ist schon angebrochen, als sich eine junge Frau in der vergangenen Samstagnacht auf den Heimweg machen und ihre Jacke von der Garderobe im „Inside 80‘s Club“ auf der Reeperbahn in Hamburg abholen möchte. Zu ihrem Entsetzen wird diese nicht ausgehändigt, stattdessen wird sie aus dem Club geworfen. Aus Wut verfasst sie am darauffolgenden Tag einen Facebook-Post, der viel Aufsehen erregt. Jetzt möchte der Eigentümer des Clubs juristische Schritte einleiten.

Name:Inside 80's Club
Adresse:Gerhardstraße 16, 20359 Hamburg
Öffnungszeiten:Freitag und Samstag, 22:00 bis 6:00 Uhr
Stadtteil:St. Pauli

Streit um Jacke im „Inside 80‘s Club“: Junge Frau fühlt sich schlecht behandelt und schreibt Facebook-Post

„Ich wurde noch nie so behandelt“, schreibt die junge Frau in dem Facebook-Post. Sie sei gerade von einer Partynacht nach Hause gekommen, total durchgefroren. Nur im T-Shirt musste die Hamburgerin durch die Kälte der Februarnacht laufen. Der Grund: „Als wir gehen wollten, war meine 400 Euro teure Jacke weg, plus Kopfhörer.“

Wer nahm die Jacke der Hamburgerin von der Garderobe im „Inside 80‘s Club“ mit?

Bei der Abgabe an der Garderobe hatte sie eine Nummer bekommen. Dort hing allerdings nur noch ein Mantel, so die junge Frau. „Das war nicht meiner.“ Der Mitarbeiter erklärte, dass eine Freundin ihre Jacke mitgenommen habe, ohne Schein. Diese bestätigte die Aussage nach einem Anruf nicht.

„Ich regte mich auf und wurde die Treppen hinaus geschliffen, habe blutige Arme“, fährt sie fort. Sie sei zutiefst schockiert, schreibt die Hamburgerin. Das einzig Positive sei: Auf ihrem Nachhauseweg fragten junge Obdachlose, was mit ihr los sei und teilten ihre Decken, um sie aufzuwärmen. „Es sind immer die Menschen, die nicht viel haben, die helfen.“

Hamburgerin veröffentlicht Facebook-Post – Club-Betreiber meldet sich zu Wort

Auf Facebook solidarisieren sich die Leser des Beitrags mit der vermeintlich Beklauten. Mehr als 60 Nutzer kommentieren, einige teilen den Beitrag. Doch gibt es auch eine zweite Seite der Medaille: Jan Borchers, Betreiber vom „Inside 80‘s Club“, sagt: „Vier Beamtinnen haben die Damen nicht in den Griff bekommen – geschweige denn dazu bringen können, zu verraten, welche Jacke sie vermisst.“

Betreiber vom „Inside 80‘s Club“ fassungslos über Verhalten der Hamburgerin

Zehn Jacken befanden sich laut Borchers an der Garderobe. „Es wäre ein Leichtes gewesen, die richtige Jacke herauszusuchen.“ Stattdessen habe die Hamburgerin im Laden pausenlos geschrien. Die Verfasserin des Facebook-Posts habe auch aufgrund ihres Umgangs mit der hinzugerufenen Polizei – neun Beamte waren vor Ort – einen Platzverweis für die gesamte Gerhardstraße bekommen.

„Wir haben keine Lust, Menschen mit so einer Frechheit ungestraft davonkommen zu lassen.“ 

Jan Borchers, Betreiber „Inside 80‘s Club“

Die genannte Freundin der Hamburgerin kam am darauffolgenden Morgen nochmal in den Club, „untröstlich und voller Scham, für das Verhalten“. „Sie hat ihre eigene Jacke, die vermeintlich der Verfasserin des Facebook-Posts gehörte, in Empfang genommen“, schildert Borchers.

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Resonanz auf Facebook-Post über vermeintlich gestohlene Jacke bringt Fass zum überlaufen

Eigentlich wäre das Thema damit für die Betreiber des Clubs erledigt gewesen. Dann kam der Facebook-Post: Als sich die Hamburgerin hier am Sonntagmorgen „vom Täter zum Opfer hochstilisieren“ wollte und aufgrund der entsprechenden Resonanz und Verbreitung des Posts, stand die Überlegung im Raum, dagegen vorzugehen. „Wir haben keine Lust, Menschen mit so einer Frechheit ungestraft davonkommen zu lassen.“

„Inside 80‘s“ Club-Betreiber ist sauer und nimmt sich Anwalt

Deshalb werde Borchers nun einen Anwalt einschalten. Der Club-Betreiber erklärt: „Auch wenn die persönliche Realität der Postverfasserin etwas von der Polizei aufgenommenen Realität abzuweichen scheint, bleibt das Internet kein rechtsfreier Raum, in dem man seine eigenen Wahrheiten zulasten anderer ungestraft Verbreiten kann.“

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