T-Shirt mit DNA-Spuren

Hamburg Polizei: Neue Hinweise zu zerstückelter Prostituierten Rosa – Täter hat Übergröße

  • Johanna Ristau
    vonJohanna Ristau
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Sie wollte Geld für ihre drei Kinder in Spanien verdienen, ging daher in Hamburg anschaffen und kehrte nie wieder zurück: Maria A. (†48) wurde im Jahr 2017 in der Hansestadt Hamburg grausam ermordet, zerstückelt und in die Elbe geschmissen. Der Täter wurde nie gefunden, doch die Polizei hat einen neuen Hinweis.  

  • Überreste von Maria A. (†48) in der Elbe* gefunden.
  • Polizei Hamburg* entdeckt DNA auf T-Shirt von Marias A.s mutmaßlichem Mörder.
  • Hamburgs* Polizei ist nun auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

Hamburg – Beinah genau drei Jahre nach dem grausamen Mord an Maria A. gibt es jetzt eine neue Spur. Ein T-Shirt, das die Beamten bislang als „Nebenspur“ verordnet hatten, gelangt nun doch wieder in den Fokus der Ermittlungen. Es soll das Oberteil des Mörders von Maria A., die in Hamburg-St. Georg unter dem RufnamenRosa“ als Prostituierte gearbeitet hat, sein. Ermittler fanden das Kleidungsstück im Jahr 2017 am Leuchtfeuerstieg in Rissen, nahe des Elbufers. Es wurde im Jahr 2015 von C&A hergestellt und bundesweit verkauft. Allerdings hatte es nur wenige Tausend Exemplare des schwarzen T-Shirts mit der AufschriftVarsity Authentic“ gegeben.

Stadt:Hamburg
Fläche: 755,2 km²
Bevölkerung: 1,899 Millionen (30. Dez. 2019)
Vorwahl: 040
Bürgermeister: Peter Tschentscher

Hamburger Polizei mit neuer Spur zum Mord an „Rosa“: Täter trug XXXL

Der mutmaßliche Täter trug zum Tatzeitpunkt XXXL, muss aber nicht zwangsläufig von korpulenter Statur gewesen sein, wie die Polizei am Dienstag, 4. August 2020 in einer Pressekonferenz betont. Chefermittler Christian Meinke über das T-Shirt: „Es ist absolut tatrelevant.“ Das berichtet das „Hamburger Abendblatt“ (hinter Bezahlschranke). Die Beamten haben eine Reihenuntersuchung mit 60 Verdächtigen durchgeführt – ohne Erfolg. Die Leichenteile wurden im August 2017 rund anderthalb Kilometer entfernt vom T-Shirt auf Höhe der Landesgrenze bei Rissen entdeckt. Ein Angler hatte unter anderem einen Oberschenkel von Maria A. gefunden. Mithilfe von Tauchern fanden die Ermittler im Laufe des Folgemonats insgesamt 12 Körperteile, darunter auch den Kopf der dunkelhäutigen Prostituierten, in verschiedenen Gewässern der Stadt Hamburg.

Am Hansaplatz in Hamburg-St. Georg wurde Maria A. alias Rosa zum letzten Mal in Begleitung eines Mannes gesehen. Er trug ein blaues Oberteil. (24hamburg.de-Montage)

Hamburger Polizei vermutet, dass Maria A.s Mörder Schlachter, Chirurg, Jäger oder ein anderer „Fachmann“ war

Maria A.s Körperteile schwammen unter anderem im Tiefstack, in der Brandshofer Schleuse und an drei verschiedenen Stellen des Goldbekkanals. Perfide: Die Polizei Hamburg vermutet, dass ein Fachmann am Werk war. Sprich ein Chirurg, ein Jäger oder ein Schlachter! Zudem gehen die Ermittler davon aus, dass die Zerstückelung von Maria A. in einem geschlossenen Raum stattgefunden hat. Die Leichenteile muss der Täter dann später in den Gewässern verteilt haben. Bei der Pressekonferenz am Dienstag, 4. August 2020, stellte die Polizei Hamburg zudem eine interaktive Karte vor, die die Fundorte der Beweisstücke zeigt. In Hamburg scheinen Blaulicht und Rotlicht öfter mal aufeinander zu treffen, wie das erste Augustwochenende 2020 gezeigt hat. 24hamburg.de berichtet über eine Swinger- und eine Fetischparty, die die Hamburger Polizei* auflösen musste.

ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ zeigt Fall „Rosa“ im Jahr 2018 – fünfzig Hinweise an die Polizei Hamburg

Nach der grausamen Tat hatte die Mordkommission mit Hochdruck und mit Unterstützung des BKA im Ausland am Fall Rosa“ gearbeitet. Es gingen über 460 Hinweise zu dem Mord bei der Polizei Hamburg, die am Wochenende das Alkoholverbot auf dem Kiez und der Schanze* kontrollierte, ein. Davon stammten allein über 50 im März 2018 von Zuschauern der ZDF-SendungAktenzeichen XY… ungelöst“. Mordkommissionsleiter Girmay Araya: „Wir haben seitdem intensiv an dem Fall gearbeitet.“ Doch ein Tatverdacht wurde bislang nicht erhärtet. Neben dem T-Shirt hatten die Ermittler im August 2017 noch eine andere heiße Spur: den Mann, der „Rosa“ am 1. August begleitet hatte und ein heller Van, der nur anderthalb Kilometer vom Fundort ihrer Leichenteile im Wasser gefunden wurde. Kinder hatten das verdächtige Auto damals in der Elbe entdeckt. Doch der Verdacht hat sich zerschlagen. Die Ermittlungen gehen weiter. Deswegen fragt die Polizei Hamburg: Haben Sie das T-Shirt schon einmal gesehen oder können Sie sogar Angaben zum Träger des Oberteils machen? Dann melden Sie sich dringend bei der Polizei Hamburg unter: 040 4286 56789.

Hamburger Polizei mit neuer Spur im Fall „Rosa“; Staatsanwaltschaft setzt 5.000 Euro Belohnung für zielführende Hinweise aus

Für Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Überführung des Mörders von Maria A. führen, hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt. Hier noch einmal die wichtigsten Fakten zusammengefasst: Maria A., die sich in Hamburg-St. Georg unter dem NamenRosa“ prostituiert hat, verschwand am Dienstag, 1. August 2017. In den zwei Wochen nach ihrem Verschwinden wurden insgesamt 12 Körperteile von Maria A. in Gewässern unterschiedlicher Hamburger Stadtteile gefunden.

Die Mordkommission Hamburg geht davon aus, dass sie zwischen den späten Abendstunden des Dienstags, 1. August 2017, und dem Morgen des 3. August 2017 getötet, zerstückelt und in den Gewässern verteilt wurde. Zuletzt wurde A. am Dienstag, 1. August 2017, gegen 14 Uhr auf dem Hansaplatz in einem bunten Kleid gesehen. Sie war in Begleitung eines Mannes, der etwa zwischen 50 und 55 Jahren alt gewesen sein soll. Ihr Begleiter war ein hellhäutiger Typ mit Kopfbedeckung und einem blauen Oberteil. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Polizei Hamburg

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