Dreiste Drogen-Deals in Billstedt

Hamburger Polizist kann nicht glauben was er sieht – Drogenrazzia durch Zufall

  • Enno Eidens
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So einfach kann es sein: Ein Hamburger Polizist beobachtet aus dem Fenster seiner Dienststelle, wie im Haus nebenan offenbar mit Drogen gehandelt wird. Sechs Personen werden verhaftet, die Drogen sichergestellt

  • Ein Hamburger Polizist hat ein gutes Auge.
  • Direkt vor der Dienststelle wird offenbar mit Drogen gedealt.
  • Spontane Razzia: Die dreisten Dealer werden verhaftet, die Drogen sichergestellt.

Hamburg/Billstedt – Das war mal ein kurzer Weg zum Einsatz: Ein Hamburger Polizist hat am Mittwoch, 29. April, aus der Wache im Stadtteil Billstedt heraus einen Drogenhandel in einem gegenüberliegenden Wohnhaus beobachtet. Dem Polizeibeamten war aufgefallen, dass ein Mann aus dem Fenster heraus auffällig seine Umgebung beobachtet hatte und eine weitere Person in die Wohnung brachte.

Drogen in Bilstedt - Polizei Hamburg landet Glückstreffer

Mehrfache Kontrollen von verdächtigen Personen und die Durchsuchung der Wohnung zeigten, dass der Beamte den richtigen Riecher hatte: Am Ende gab es sechs vorläufige Festnahmen, wie die Polizei am Mittwoch, 29. April in Hamburg mitteilte. Ihr Arbeitstag war dennoch sicher angenehmer als der ihrer Kollegen von der Bundespolizei, die sich am Hamburger Hauptbahnhof mit einem Coronavirus-Spucker auseinandersetzen mussten, wie 24hamburg.de berichtet.

So stellt man sich den Arbeitstag eines Polizisten wahrscheinlich nicht vor. Statt auf Spurensuche gehen zu müssen, kommen die Verdächtigen zu dir. In diesem Fall war es sogar noch einfacher: Offenbar wird direkt neben der Polizei in Hamburg-Billstedt mit Drogen gehandelt. In einer Wohnung neben dem Polizeikommissariat 42 fanden die Beamten bei einer Razzia kleinere Mengen Marihuana und Amphetamine, diverse verschreibungspflichtige Medikamente sowie ein verbotenes Messer. Sechs Personen wurden vorläufig festgenommen. Darunter der 64-jährige Mieter der Wohnung.

(Archiv) Hamburger Polizisten kontrollieren bei einer Verkehrskontrolle Verkehrsteilnehmer auf Drogen.

Viel skurriler allerdings ist, wie die Polizei auf das Treiben im Nachbarhaus aufmerksam wurde. Ein Beamter der Kommissariats schaute aus seinem Fenster und beobachtete verdächtige Aktivitäten. Ein Mann im Nachbarhaus schaute auffällig auf die Umgebung. Danach holte er einen Mann ab und brachte ihn in seine Wohnung. Die Polizei machte sich bereit. Als der 22-Jährige die Wohnung wieder verließ, kontrollierten sie ihn. Das Ergebnis ließ wenige Zweifel offen.

Dreiste Drogen-Deals direkt neben der Hamburger Polizei

Bei dem jungen Mann fand die Polizei „eine nicht geringe Menge mutmaßliches Heroin“, so die Aussage der Pressestelle. Der Mann wurde festgenommen, die „rauschgiftverdächtige Substanz“ sichergestellt. Die Polizei konnte sich keine weitere Wartezeit erlauben und erwirkte deshalb über die Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbeschluss, um in der Wohnung nach weiteren Drogen und Tatverdächtigen zu suchen. Ohne einen Richter geht das nur bei Gefahr im Verzug. Diese war offenbar gegeben.

In der Wohnung befanden sich laut Aussagen der Polizei zwei Männer (64 und 50) und eine 29-jährige Frau. Der 64-jährige Mann ist der Mieter der Wohnung. Die spontane Drogenrazzia wurde durch einen Spürhund unterstützt. Heroin wurde allerdings keines gefunden. Sichergestellt wurde eine kleinere Menge Marihuana, Amphetamine, diverse verschreibungspflichtige Medikamente und ein verbotenes Messer.

Nicht alle Verdächtige konnten im Haus angetroffen werden. Der 35-jährige Mann, der zuvor die Straße beobachtet hatte, konnte die Wohnung vor Eintreffen der Hamburger Polizei mit einem 63-Jährigen verlassen. Die Polizei konnte beide auf der Straße vorläufig festnehmen. Einem Haftrichter zugeführt wurde allerdings nur der 22-jährige Mann von der Bushaltestelle. Alle anderen Personen wurden mangels Haftgründen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen. Im Juli nahm die Polizei eine 17-Jährige Fest. Bei ihr und ihrem Freund fanden die Hamburger Polizisten extrem viel Ecstasy und andere Drogen.

dpa/ee

Rubriklistenbild: © Angelika Warmuth/dpa

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