Perfide Masche

Hamburger Polizei warnt Bürger erneut vor miesen Betrügern

  • Carolina Baldin
    vonCarolina Baldin
    schließen

Selbst in Zeiten des Coronavirus nutzen Trickbetrüger mit fiesen Maschen das Vertrauen ihrer Opfer aus. In ihrer Vorgehensweise sind sie besonders vielfältig. Das Ziel: Senioren um ihr Erspartes bringen. Aus gegebener Veranlassung warnt die Polizei Hamburg die Bürger der Hansestadt deshalb erneut und gibt Tipps wie sich Betroffene verhalten sollten.

  • Lange bekannte Maschen verlieren in Hamburg nicht an Aktualität.
  • Die Polizei Hamburg appelliert dazu, dass vor allem ältere Menschen mit Vorsicht reagieren sollten.
  • In Hamburg-Rissen wurde ein Ehepaar in den eigenen vier Wänden gleich zweimal Opfer von Trickbetrügern.

Hamburg-Rissen – Die Masche dieser Betrüger ist besonders perfide: Gleich zweimal haben Trickbetrüger bei einem 82-jährigen Paar in Rissen innerhalb weniger Tage zugeschlagen. Dabei gingen sie äußerst systematisch vor.

Polizei in Hamburg: Aktuelle Warnung vor falschen Handwerkern und Polizisten

Im westlichsten Stadtteil der Hansestadt erschien letzten Freitagmittag ein unbekannter Mann an der Wohnanschrift der Senioren und gab sich als Wasserwerker aus, der nach einem angeblichen Wasserrohrbruch in einer benachbarten Straße eine Leitung überprüfen müsse. Die Bewohnerin gewährte den Fremden Zugang zu ihrem Keller und ließ die Haustür währenddessen offen stehen - was sich im Nachhinein als Fehler herausstellte. Nachdem der vermeintliche Wasserwerker das Haus nämlich wieder verlassen hatte, bemerkte die ältere Dame, dass ihre Schlafzimmertür geöffnet worden war.

Die Polizei Hamburg warnt ihre Bürger vor dreister Betrugsmasche. (Archivbild)

Am 13. Mai klingelte erneut ein Unbekannter an der Haustür der Eheleute. Der Mann stellte sich als Polizeibeamter Steinert vor. Er berichtete, dass die Polizei eine Bande von Betrügern festgenommen habe, die sich fälschlich als Wasserwerker ausgegeben und ihre Opfer dabei bestohlen hätten. Anschließend präsentierte der vermeintliche Polizist ein Foto eines Armreifs, den man bei den Betrügern aufgefunden hätte.

Die Ehefrau erkannte den Armreif wieder und überprüfte zusammen mit dem angeblichen Polizeibeamten, ob möglicherweise noch mehr Schmuck entwendet worden war. In dieser Zeit erlangte der Verdächtige Zugriff auf weitere hochwertige Schmuckstücke. Anschließend verließ er das Haus in unbekannte Richtung. Die älteren Herrschaften bemerkten das Fehlen ihres Hab und Guts erst später und erstatteten Anzeige bei der Hamburger Polizei.

Polizei Hamburg rät: Seien Sie misstrauisch

Die Hamburger Spezialdienststelle für Trickdiebstähle und -betrug nahm die weiteren Ermittlungen auf und warnt die Bürger der Hansestadt nun eindringlich. Trotz der Bekanntheit haben die Maschen nach wie vor nicht an Aktualität verloren. Gerade ältere Menschen werden gerne als Opfer ausgesucht. Dabei legen die Trickbetrüger häufig viel Kreativität an den Tag, um die Senioren systematisch zu verunsichern.

Polizei Hamburg weist auf Folgendes hin

Bei den aktuellen Vorsichtsmaßnahmen im Schutz gegen Trickbetrüger appelliert die Polizei Hamburg an ein gesundes Misstrauen und das Bauchgefühl.

  • Sollte sich der Anrufer am Telefon nicht mit Namen melden, seien Sie misstrauisch! Auf keinen Fall sollten Sie raten, wer am anderen Ende der Leitung spricht. Fordern Sie den Anrufer grundsätzlich dazu auf, seinen Namen von sich aus zu nennen.
  • Gibt sich ein Anrufer als Verwandter oder Bekannter aus, den sie als solchen nicht erkennen, seien Sie ebenfalls vorsichtig! Um sicherzugehen, dass es sich auch wirklich um die besagte Person handelt, sollten Sie beim Anrufer Dingen erfragen die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.
  • Fordert ein Anrufer am Telefon Geld oder Wertsachen, agieren Sie nicht alleine. Holen Sie sich Rat bei Familienangehörigen oder einer anderen bekannten Person und besprechen Sie dies.
  • Geld oder Wertsachen sollten Sie niemals an Ihnen unbekannte Personen übergeben.
  • Klingeln unangekündigte Handwerker oder Vertreter an Ihrer Haustür, sollten diese immer draußen bleiben.
  • Lassen Sie sich zudem stets den Dienst- oder Mitarbeiterausweise vorzeigen und prüfen Sie diesen sorgfältig auf seine Richtigkeit.
  • Grundsätzlich gilt: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl! Geraten Sie in eine unangenehme Situation, machen Sie auf sich aufmerksam und bitten Sie unter Umständen einen Nachbarn um Hilfe.

Polizei Hamburg: Rufen Sie beim kleinsten Verdacht die 110 an

Klingelt bei Ihnen eine unbekannte Person und lässt sich diese nicht abwimmeln, rufen Sie bei einem Betrugsverdacht die 110 an. Währenddessen sollte der Besucher vor der abgesperrten Tür warten.

Sollten Sie bereits Opfer von Betrug geworden sein, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei Hamburg an. Nur so kann die zuständige Dienststelle Zusammenhänge erkennen und entsprechende Verfahren einleiten.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa/picturealliance

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare