Fake-Amok kostet echte Kohle

Hamburger Teenager spielt Amok-Streich: Polizei stellt Riesen-Rechnung an 13-Jährigen

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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  • Carolina Baldin
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Ein 13-jähriger Hamburger löste mit einem Drohanruf am 5. Juni 2020 einen Amok-Alarm in einer Grundschule aus. Die Kosten von 45.000 Euro will die Polizei jetzt kassieren.  

  • Polizei Hamburg* will 45.000 Euro von Teenager.
  • 13-Jähriger hatte mit Scherzanruf einen Fake-Amoklauf angekündigt.
  • Schule in Hamburg* Mümmelmannsberg musste geräumt werden.

Update vom Dienstag, 29. September 2020, 17:00 Uhr: Hamburg – Schock an einer Ganztagsgrundschule in der Hamburger Großwohnsiedlung Mümmelmannsberg. Ein Anrufer drohte, dass er an der Schule in Hamburg Amok laufen würde. Es kam zu einem Großeinsatz der Polizei Hamburg. Schnell stellt sich raus, dass es der Anrufer wohl nicht ernst gemeint hatte, berichtet 24hamburg.de/hamburg. Entwarnung. Doch da kreist bereits ein Hubschrauber über dem Gelände. Schnell kann die Kripo den Anrufer ermitteln. Ein 13-jähriger Hamburger. Der muss jetzt für den Einsatz aufkommen: 45.000 Euro will die Polizei.

GroßwohnsiedlungMümmelmannsberg
StadtteilBillstedt
Bezirk Hamburg-Mitte
Postleitszahl22115
Einwohner17.980 (Stand: 2014)

Fake-Amoklauf kostet echtes Geld: Polizei Hamburg will 45.000 Euro für Einsatz nach Scherzanruf

Die Polizei Hamburg teilte über Twitter mit, dass der Gebührenbescheid rausgegangen sei. „Wir sind gesetzlich verpflichtet, die Kosten des Einsatzes zu erheben, und haben dem Verursacher des Einsatzes eine Gebührenrechnung über 45.000 Euro übermittelt“, schreiben die Beamten am Dienstag, 29. September 2020. Aufgrund seines Alters muss der 13-jährige Schüler allerdings keine strafrechtlichen Konsequenzen befürchten.

Mit einem Scherzanruf löste ein Teenager einen riesigen Polizeieinsatz wegen eines Amoklauf aus. Jetzt kriegt er die Rechnung: 45.000 Euro. (24hamburg.de-Montage)

Auf Twitter beginnt natürlich umgehend eine Debatte für das Vergehen des Teenagers. So schreibt ein User: „Wat mutt, dat mutt... Kein Mitleid mit dem kleinen Schlaumeier. Kann ja mit Zeitung austragen anfangen.“ Ein anderer hofft auf den Lerneffekt: „Hoffentlich ist der Schreck so groß, dass er sowas nicht nochmal macht!“ Auch die Motivation hinter der Tat wird diskutiert: „Hammerhart muss man Langeweile haben so nen Mist zu machen und den ganzen Polizeiapparat rausfordern.“

Amok-Alarm in Hamburg - Polizei leitet an Grundschule in Mümmelmannsberg Schutzmaßnahmen ein

Update vom 5. Juni, 15:07 Uhr: Hamburg/ Billstedt – Gegen 14:30 Uhr erklärt die Polizei den Einsatz für beendet. Laut der Einschätzung eines Risiko-Experten sei „keine akute Bedrohungslage mehr vorhanden.“ Wer der unbekannte Anrufer war und somit den Großeinsatz der Polizei ausgelöst hat, ist nach wie vor unklar. Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen.

Hamburg: Amoklauf-Drohung an Grundschule in Mümmelmannsberg

Erstmeldung vom 5. Juni, 14:54 Uhr: Gegen 12 Uhr hat die Ganztagsgrundschule in der Hamburger Großwohnsiedlung Mümmelmannsberg (Stadtteil: Billstedt) am Freitag, den 5. Juni eine Amoklauf-Drohung per Telefon erhalten.

Eine noch unbekannte Person hat am Freitagmittag einen größeren Polizeieinsatz an der Grundschule in Mümmelmannsberg ausgelöst. Nach ersten Angaben der Hamburger Polizei soll der Anrufer einen Amoklauf im Bereich einer Grundschule mit angrenzender Stadtteilschule angekündigt haben. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt teilte eine Sprecherin der Polizei mit, dass es sich bei dem Anrufer vermutlich um einen Schüler handele.

Polizei räumt Schule in Hamburg-Mümmelmannsberg

Seit 12:10 Uhr befindet sich ein Großaufgebot der Hamburger Polizei vor Ort, die erste Schutzmaßnahmen eingeleitet haben. Es wurden mehrere Straßen gesperrt. Auch der Polizeihubschrauber „Libelle“ ist im Einsatz.

Unklar ist, wie viele Schüler sich aufgrund des Coronavirus-Sars-CoV-2* derzeit überhaupt in der Schule befinden. Nach Angaben des Sprechers der Hamburger Schulbehörde gegenüber dem Hamburger Abendblatt wurden alle Eingänge abgeriegelt und die Schüler der Jahrgangsstufe 11 sind aus der Schule gebracht. Zudem wurden die ersten Kinder bereits von ihren Eltern abgeholt.

Hamburger Polizei leitet vor Grundschule in Mümmelmannsberg Schutzmaßnahmen ein - wegen Amokdrohung.

Amok-Alarm an Grundschule im Hamburger Stadtteil Billstedt: Hintergründe unklar

Die Polizei Hamburg bittet verstärkt darum, den Bereich rund um die Ganztagsgrundschule in Mümmelmannsberg zu meiden. Der Polizeieinsatz dauert nach wie vor an. Zudem kommt es aufgrund der Straßensperrungen zu einer Einschränkung im Straßenverkehr. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Carsten Rehder/dpa & TeleNewsNetwork/dpa

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