15 Stunden ohne Pause

Hamburg: „Polarstern“ hebt ab – Lufthansa-Rekord trotz Corona

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Destination Falklandinseln: Der ultimative Rekordversuch der Lufthansa ist in der Luft. Am 31. Januar legte die Maschine den längsten Nonstop-Flug zurück.

  • Lufthansa fliegt Rekord-Flug ab Hamburg.
  • Flugzeug legt 13.700 Kilometer nonstop zurück.
  • „Polarstern“-Forscher reisen zu Forschungsarbeiten auf die Falklandinseln im Südatlantik.

Update vom Montag, 01. Februar 2021, 08.45 Uhr: Hamburg – Am 31. Januar um 21:12 Uhr war es so weit, ein Charterflugzeug der deutschen Lufthansa hob mit Forschern des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) von Hamburg in Richtung Antarktis ab. Der Airbus A350-900 wird 15 Stunden später in Mount Pleasant auf den Falklandinseln erwartet. Die Strecke zwischen Hamburg und dem Zielflughafen beträgt rund 13.700 Kilometer und ist damit der längste Nonstop-Passagierflug in der Geschichte der Lufthansa.

An Bord von Flug LH2574 sind laut Lufthansa insgesamt 92 Passagiere. Die Hälfte von ihnen sind Wissenschaftler. Gegen 08:40 Ortszeit (12:40 Uhr MEZ) soll der Flug auf den Falklandinseln eintreffen. Dann geht es für die Wissenschaftler auf das Forschungsschiff Polarstern. Der bislang längste Flug der Lufthansa war ein Direktflug von Frankfurt nach Buenos Aires. Dieser hatte eine Flugzeit von 13 Stunden und legte insgesamt über 11.490 Kilometer zurück.

Hamburg: Lufthansa mit „Polarstern“-Rekord-Flug – trotz Corona

Erstmeldung vom 22. Januar 2021:

Hamburg Lufthansa will nicht nur hoch, sondern vor allem weit hinaus. Am 1. Februar, mitten in der Corona-Pandemie, startet das Unternehmen den längsten Flug in seiner Geschichte. Ab Hamburg geht es los, Ziel ist eine Inselgruppe im Südatlantik: die Falklandinseln.

FluggesellschaftLufthansa
HauptsitzKöln
Umsatz36,42 Milliarden EUR (2019)
TochtergesellschaftenSwiss, Eurowings, Austrian Airlines, MEHR

Lufthansa startet Rekord-Flug ab Hamburg mit „Polarstern“-Crew – Corona-Maßnahmen werden getroffen

„Der Airbus A350-900 startet am 1. Februar um sieben Uhr morgens in Hamburg und fliegt nonstop 13.700 Kilometer nach Mount Pleasant“, wie eine Lufthansa-Sprecherin gegenüber dem Hamburger Abendblatt erklärte. Ganze 15 Stunden soll der Flug bis zur britischen Militärbasis dauern, auf welchem das Flugzeug eine Distanz von 13.700 Kilometern zurücklegen wird. Die 92 Passagiere sind nicht etwa Urlauber, sondern Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Instituts, dem Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Diese sollen die Mannschaft auf dem Forschungsschiff „Polarstern“ und der Neumeyer III-Station ablösen. Unter den 92 Flugreisenden befinden sich etwa zur Hälfte Wissenschaftler und zu anderen Hälfte ein Teil der Schiffsbesatzung.

Am 1. Februar 2021 startet Lufthansa den längsten Flug der Unternehmensgeschichte. Es geht zu den Falklandinseln, wo die Crew des „Polarsterns“ ausgewechselt wird. (24hamburg.de-Montage)

Die Vorbereitungen der Lufthansa auf diesen Extrem-Flug laufen auf Hochtouren – unter anderem, weil er mitten in der Corona-Pandemie startet und viele Hygienemaßnahmen getroffen werden müssen. So befinden sich mittlerweile die gesamte Crew und alle Passagiere des Flugs in einer 14-tägigen Quarantäne. „Trotz der Einschränkungen für die Crew haben sich allein 600 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter um diesen Flug beworben“, erklärte Flugkapitän Rolf Uzat. Busse transportieren die Reisenden nach durchgeführten Corona-Tests zum Flughafen Hamburg.

Lufthansa und Alfred-Wegener-Institut bereiten sich intensiv auf den Rekord-Flug vor

„Der Hamburger Flughafen ist schon seit Längerem in enger Abstimmung mit Lufthansa und dem Alfred-Wegener-Institut, um für Crew und Reiseteilnehmer einen möglichst kontaktlosen Ablauf der Flughafenprozesse wie Kontrollen und Boarding sicherzustellen“, sagte Flughafen-Sprecherin Janet Niemeyer zum Abendblatt. Dazu gehöre ein spezielles Hygienekonzept. Die Teilnehmer müssen zum Beispiel stillgelegte Terminalbereiche nutzen, damit sie nicht in Kontakt zu anderen Reisenden kommen.

Planungen laufen auch bei den Forschern in Bremerhaven. „Wir haben uns akribisch auf diese seit Jahren geplante Expedition vorbereitet, die wir trotz der Pandemie nun doch antreten können. Im Südpolarmeer sammeln wir seit Jahrzehnten elementare Daten zu Ozeanströmungen, Meereis und Kohlenstoffkreislauf“, erklärte Dr. Hartmut Hellmer, physikalischer Ozeanograph am Alfred-Wegener-Institut und wissenschaftlicher Leiter der Forschungsreise gegenüber dem Focus.

Der Rückflug erfolgt dann am 3. Februar mit dem Ziel München. An Bord befinden sich dann 50 Personen der Polarstern-Crew, also auch Forscher der Neumeyer III, die dort überwintern mussten. Wegen der Pandemie hatte sich ihre Heimreise um rund einen Monat verschoben.

Polarstern: Das „Wahrzeichen der deutschen Polarforschung“

Die Polarstern ist ein Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Instituts, das der deutschen Polarforschung dient. Rund 310 Tage im Jahr ist der Eisbrecher im Einsatz und legt dabei etwa 50.000 Seemeilen zurück. An Bord befinden sich eine Schiffcrew und maximal 55 Wissenschaftler und Techniker. Außerdem versorgt die Polarstern zum Beispiel die Forschungsstation Neumayer III mit Equiment und Nahrung.

Der längste Flug der Welt: Singapore Airlines hält den Rekord

Für die Lufthansa mag es der längste Flug in der Unternehmensgeschichte sein, doch weltweit hält Singapore Airlines den Rekord. Der Linienflug zwischen Singapur und New York gilt als der längste der Welt: Knapp 19 Stunden braucht der Airbus A350-900 für die 16.600 Kilometer lange Strecke. Bis unbeschwertes Fliegen wieder möglich sein wird, könnte es noch einige Zeit dauern. Ähnliches gilt auch für die Kreuzfahrt-Branche: Luxusdampfer-Gigant Aida kündigte nun an, ab wann Kreuzfahrten wieder möglich sein könnten. *24hamburg.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Steffen Graupner/dpa/Alfred-Wegener-Institut & Oliver Roesler/dpa & Jacques Descloitres/dpa

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