Ab ins Winterquartier

Lockdown in Hamburg: Auch Alsterschwäne müssen in Quarantäne – Angst vor Geflügelpest

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Hamburgs Alsterschwäne müssen in den Lockdown: Die symbolischen Tiere der Hansestadt beziehen ihr Winterquartier, wo sie vor der Geflügelpest sicher sind.

  • Hamburg: Alsterschwäne beziehen ihr jährliches Winterquartier.
  • Wegen der Coronavirus-Krise gab es in diesem Jahr wenig Schaulustige.
  • Es mussten besondere Vorkehrung wegen der sich ausbreitenden Geflügelpest getroffen werden.

Hamburg – Die Hamburger Alsterschwäne sind am Dienstag, 17. November 2020, von der Außenalster in ihr Winterquartier in Eppendorf umgezogen. Wie immer Mitte November haben Schwanenvater Olaf Nieß und sein Team die Tiere dafür an der Schleuse beim Rathausmarkt einfangen. „Wir haben jetzt insgesamt gut 60 Tiere eingesammelt. Damit ist die Hälfte des Bestandes hier im Winterquartier“, sagte Nieß am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Fluss in HamburgAlster
Länge56 km
Fläche587 km²
Quelle Henstedt-Ulzburg
MundElbe
Städte Henstedt-Ulzburg
Inseln Grimm

Hamburg: Alsterschwäne ziehen in ihr Winterquartier – Geflügelpest erfordert besondere Maßnahmen

Damit ziehen zunächst weniger Höckerschwäne auf den Mühlenteich um. Hintergrund ist, dass die Tiere sich in diesem Sommer aufgrund der ausprägten Nutzung der Hamburger Gewässer durch Freizeitsportler in die Kanäle verteilt haben. „Sie sind deshalb weiter verstreut und haben teilweise kleine Kanalabschnitte genommen, die sie sonst nie nehmen würden und aus denen sie sich nun nicht mehr heraustrauen“, sagte Schwanenvater Nieß.

Hamburgs Alsterschwäne beziehen ihr Winterquartier (24hamburg.de-Montage).

Die restlichen Tiere sollen in den kommenden Tagen folgen. Sie alle werden den Winter in einer kleinen Zeltstadt verbringen. Denn wegen der sich ausbreitenden Vogelgrippe ist das rund 500 Quadratmeter große Winterquartier überdacht, das vier Hektar große Außengelände hermetisch abgeriegelt. Schleusen „auf Krankenhausniveau“ sollen zusätzliche Sicherheit bringen. „Wir sind da schon sehr aufmerksam und in Sorge“, sagte Nieß mit Blick auf die Geflügelpest.

Alsterschwäne in Hamburg beziehen Winterquartier – wegen Corona kaum Zuschauer

Dass der Umzug der rund 120 Schwäne in diesem Jahr coronabedingt kaum von Schaulustigen begleitet worden war, habe bei ihm und seinem Team „ein komisches Gefühl“ hinterlassen. „Das war für mich absolut ungewöhnlich. Normalerweise sind die Brücken und Ufer wirklich von Leuten gesäumt. Jetzt durch eine fast menschenleere Stadt zu fahren, war schon ein Gefühl, das uns nah gegangen ist.“

Das Hamburger Schwanenwesen hat eine jahrhundertelange Tradition. Das Amt des Schwanenvaters gibt es seit 1674. Die Schwäne gelten als eines der Wahrzeichen der Hansestadt. Immer wieder kommt es aber zu dramatischen Vorfällen mit den Alsterschwänen, die den Einsatz der Polizei oder der Feuerwehr erfordern.

Auch um die Tauben in der Hamburger Innenstadt ist es momentan nicht gut bestellt: Tierschützer schlagen wegen eines brutalen Tauben-Massakers in der Innenstadt Alarm. lml/dpa *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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