Wegen 25 Cent

Er klettert panisch - Keine Rettung: Für Pfandflasche von S-Bahn fast zerquetscht

  • Carolina Baldin
    vonCarolina Baldin
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An den Hamburger Landungsbrücken wurde ein Mann von einer einfahrenden S-Bahn erfasst und eingeklemmt. Er sprang einer rollenden Pfandflasche ins Gleisbett hinterher.

  • Dienstagnacht, 26. Mai, ereignete sich gegen 0:30 Uhr ein schwerer Unfall an der Hamburger Bahnstation Landungsbrücken.
  • Ein wohnungsloser Mann sprang wegen einer Pfandflasche ins Gleisbett.
  • Der 62-Jährige versuchte noch mehrfach zurück auf die Bahnsteigkante zu kommen - ohne Erfolg.

Hamburg/St. Pauli - An der Bahnstation Landungsbrücken auf St. Pauli wird ein Mann schwer verletzt. Der Obdachlose sprang einer ins Gleisbett rollenden Pfandflasche hinterher. Er kann sich nicht mehr rechtzeitig zurück auf den Bahnsteig retten und wird von einer einfahrenden S-Bahn zwischen Zug und Bahnsteigkante eingeklemmt.

MassentransportsystemS-Bahn Hamburg
Mitarbeiterca. 1.000
BetreiberS-Bahn Hamburg GmbH
Inbetriebnahme1907
Linien4 (+2 Verstärkerlinien)
Stationen69

Hamburg: Flaschensammler an den Landungsbrücken wegen 25 Cent von S-Bahn eingeklemmt

Der Unfall ereignet sich am 26. Mai gegen 00:30 Uhr. Ein 62-jähriger Flaschensammler hält sich am Bahnsteig des S-Bahnhofs Landungsbrücken auf. Als eine Pfandflasche über den Bahnsteig rollt und ins Gleisbett fällt, springt der Wohnungslose hinterher. Er hebt die Flasche auf, stellt sie auf den Bahnsteig und will nun ebenfalls zurück - erfolglos.

Hamburger S-Bahn S1 konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen

Anhand von Videoaufnahmen habe die Polizei den tragischen Vorfall rekonstruieren können, sagte der Hamburger Polizeisprecher gegenüber der Hinz&Kunzt.

Nachdem sich der Mann nicht mehr rechtzeitig zurück auf den Bahnsteig retten kann, wird er von der einfahrenden S-Bahn zwischen Zug und Bahnsteigkante eingeklemmt. Der Triebfahrzeugführer erkennt zwar den Mann im Gleisbereich und leitet sofort eine Schnellbremsung ein, trotzdem kam die S1 in Fahrtrichtung Poppenbüttel nicht mehr rechtzeitig zum Stehen.

An der Hamburger S-Bahnhaltestelle Landungsbrücken wurde ein Mann kürzlich schwer verletzt. (Archivbild)

Rettungskräfte befreiten den Mann aus der Gefahrenzone und leisteten erste Hilfe

Die Bundespolizei sowie die Landespolizei sperrt Gleis und Bahnsteig. Mitarbeiter der Hamburger Feuerwehr retten den Mann mittels Einsatz von technischem Gerät aus dem Gefahrenbereich. Das Unfallopfer wird noch am Bahnsteig notfallmedizinisch versorgt. Anschließend bringt ein Rettungswagen den Verletzten in ein Hamburger Krankenhaus. Der Mann wird schwer verletzt, schwebt jedoch nicht in Lebensgefahr. Sein Zustand sei „stabil“, so der Polizeisprecher. Gute Nachrichten gibt es aus Hannover. Eine anonyme Spenderin überreichte der Obdachlosenhilfe einen Goldbarren*.

Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich rund 30 Reisende in der S-Bahn. Am Bahnsteig selbst warteten etwa zehn Personen. Gegen 01:30 Uhr konnte die Gleissperrung durch die Polizei Hamburg wieder aufgehoben werden. Ebenfalls gesperrt wurde die S21 zwischen Billwerder-Moorfleet und Bergedorf am 30. Mai. Die Polizei suchte nach den Tätern einer Schießerei.

Bundespolizeiinspektion Hamburg warnt vor Gefahren an Bahnanlagen

Aus aktuellem Anlass und aufgrund der Dringlichkeit warnt die Hamburger Polizei noch einmal mit aller Härte vor den Gefahren an Bahnanlagen.

  • Der Aufenthalt in den Gleisen ist grundsätzlich verboten.
  • Halten Sie sich nicht unmittelbar an der Bahnsteigkante auf.
  • Orientieren Sie sich an der weißen Sicherheitslinie auf dem Boden und übertreten Sie diese erst, wenn der Zug hält.
  • Da einige Züge den Bahnhof mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern durchfahren, können befindliche Gegenstände durch den Luftsog in Bewegung geraten.
  • Züge haben einen langen Bremsweg und können Hindernissen im Gleisbett nicht ausweichen.
  • Leichtsinniges Verhalten an Bahnanlagen kann zu schweren Unfällen führen.
  • Moderne Züge sind nahezu lautlos und für das menschliche Ohr erst wahrnehmbar, wenn dieser vorbeifährt.
  • Züge können ein Gleis in beide Richtungen befahren. Oftmals wird das Gleis auch außerhalb des Fahrplans von Bahn-Linien zum Durchfahren genutzt.

Polizei-Arbeit in Hamburg. Stimmen Sie ab!

Quelle: 24hamburg.de

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa/picturealliance

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