Weit ist er nicht gekommen!

Polizei Hamburg: Flucht von „Ausbrecher-König“ endet im Krankenhaus

  • Fabian Raddatz
    vonFabian Raddatz
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Ganze vier Tage war Gewaltverbrecher Karl L. auf freiem Fuß. Dann schnappte die Hamburger Polizei ihn wieder. Deshalb ist er noch nicht zurück im Knast.

  • Gewaltätiger Räuber ist am Samstag, 16. Januar 2021, nach unbegleitetem Ausgang geflüchtet – zum vierten Mal!
  • Der „Ausbrecher-König“ ging der Polizei in der Nähe von Hamburg ins Netz – Laubinger musste ins Krankenhaus.
  • Karl L. saß in der JVA Fuhlsbüttel wegen diverser Schwerverbrechen ein.

Update vom Donnerstag, 21. Januar 2021, 15.30 Uhr: Hamburg – Auf einmal standen die Beamten vor seiner Tür: Ausbrecher-König Karl Laubinger wurde sprichwörtlich aus dem Bett gezogen. Er hatte sich auf seiner Flucht in der Pension „My-Bed.eu“ in Barsbüttel versteckt, Kreis-Stormarn. Das berichtet die Bild-Zeitung. 13 Kilometer vor Hamburg. Weit ist er nicht gekommen. Mittwochabend klickten die Handschellen: Spezial-Fahnder der Hamburger Polizei brachten Laubinger gleich aufs Polizeipräsidium nach Hamburg-Winterhude, sperrten ihn in die Zelle. Doch Laubinger blieb mal wieder nicht lang. Später am Abend klagte er über Bauchschmerzen, schreibt die Bild. Laubinger ist Diabetiker. Mit einem Rettungswagen wurde ins Krankenhaus gefahren. Dort wird er bewacht. Wenn es ihm wieder besser geht, wartet schon „Santa Fu“, wie die JVA Fuhlsbüttel in Hamburg-Ohlsdorf genannt wird.

Polizei Hamburg: Landesbehörde
Gründung:26. Mai 1814
Bedienstete:10.358 (1. Februar 2018)
Leitung:Ralf Martin Meyer, Polizeipräsident
Aufsichtsbehörde: Inneres und Sport der Freien Hansestadt Hamburg

Erstemeldung vom Montag, 18. Januar 2021: Hamburg – Er ist Hamburgs „Ausbrecher-König“: Karl L., verurteilter Schwerverbrecher. Seit 2008 saß er in der JVA Fuhlsbüttel, Hamburgs „Santa Fu“. Dort sollte er eine fünfeinhalbjährige Haftstrafe absitzen – wegen Raub und räuberischer Erpressung. Dem Verbrecher wurde unbegleiteter Ausgang gewährt – und das nutzte er nun schamlos aus.

Bald wieder zu Hause: Auf Gewaltverbrecher Karl Laubinger wartet „Santa Fu“ – die Hamburger Polizei hat ihn am Mittwochabend geschnappt. (24hamburg.de-Montage)

Wie Hamburgs Justizbehörde am Sonntag mitteilte, wollte L. am Samstag, 16. Januar 2021, seinen Bruder besuchen. Doch als der 52-Jährige nach der vereinbarten Zeit nicht nach „Santa Fu“ zurückkehrte, wurden die Behörden unruhig. Sie riefen L.s Verwandten an. Dieser sagte, Karl habe einen medizinischen Notfall gehabt, musste ins Krankenhaus gebracht werden: Zuckerschock! Doch das war eine Lüge.

Hamburg: Schwerverbrecher auf der Flucht – Karl L. ist gefährlich

Im Krankenhaus wurde kein solcher Patient eingeliefert. Die Hamburger Polizei reagierte und leitete am Samstag gegen 17.30 Uhr eine Fahndung nach Karl L. ein. Doch bislang fehlt jede Spur von dem Schwerstverbrecher. L. ist bekannt dafür, öfters mal zu türmen. Es ist bereits das vierte Mal! Zuletzt gelang ihm das 2017, da flüchtete er im Rahmens eines Therapeuten-Termins. Drei Tage später konnten ihn SEK-Beamte wieder einfangen.

Das ist nicht übertrieben: Karl L. ist gefährlich, saß schon oft in der JVA Fuhlsbüttel ein. Bereits 2006 trat er polizeilich in Erscheinung: Vor einem Kindergarten in Hamburg-St. Georg bedrohte er zwei Polizeibeamte mit einer Gaspistole. Später folgten mehrere Überfälle, bei denen er auch Geiseln nahm. Wie der NDR berichtet, sei Karl L. in den vergangenen Monaten auf eine baldige Haftentlassung vorbereitet worden. Ihm wurden mehr als 40 unbegleitete Ausgänge gewährt. Doch dieser eine war anscheinend einer zu viel.

Verbrecher auf der Flucht: Hamburger Polizei suchte nach psychisch Krankem

Für einen Großeinsatz der Polizei und eine anschließende Fahndung sorgte auch der Fall eines psychisch kranken 27-Jährigen. Der Mann überfiel einen Verwandten an seinem Arbeitsplatz, raubte ihm mehrere Waffen. Den Verwandten sperrte er im Büro ein, danach verschwand der Täter. Tagelang suchte die Hamburger Polizei intensiv nach dem flüchtigen und bewaffneten psychisch Kranken. Schneller ging die Suche bei einem flüchtigen Mörder, der eine Hamburger Schülerin totgeschlagen haben soll.

Die Hamburger Polizei hat gerade alle Hände voll zu tun: Immer wieder gibt es Berichte über illegale Corona-Partys in der Hansestadt. Erst am Wochenende löste die Beamten zwei illegale Corona-Partys auf. Und auch am Freitagabend, 15. Januar 2021, sprengte die Hamburger Polizei eine illegale Shisha-Party, wie 24hamburg.de berichtete. Dabei steigen die Corona-Infektionen in der Hansestadt rasant an und es wird sogar über eine Verschärfung des Lockdowns diskutiert.*24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Jens Ressing/dpa & pixabay

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