Im Kampf gegen Coronavirus

Hamburg: „Party-Senator“ Andy Grote auf Kiez-Streife

  • Johanna Ristau
    vonJohanna Ristau
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Ausgerechnet „Party-Senator“ Andy Grote jagt jetzt Corona-Sünder! Dabei machte der SPD-Mann im Sommer 2020 selbst noch mit Covid-Skandalen von sich reden.

Hamburg – Seit Samstag, den 17. Oktober 2020, müssen Hamburger Gastronomen sich neben zahlreichen Regeln, die die Coronavirus-Fallzahlen herunterfahren sollen, auch noch an eine Sperrstunde halten. Diese gilt zwischen 23 und 5 Uhr morgens. Um elf Uhr abends ist also Schicht im Schacht und Schluss mit Party und fröhlichem Beisammensein. Alkoholverkauf ist dann ebenfalls strengstens untersagt, wie 24hamburg.de bereits berichtet hat.

Politiker:Andy Grote
Geboren:14. Juni 1968 (Alter 52 Jahre), Dissen am Teutoburger Wald
Partei: Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Amt: Mitglied des Bundesrates seit 2016
Ausbildung: Universität Hamburg (1990–1996)

Hamburg: Ausgerechnet Sport-, Innen- und „Party“-Senator Andy Grote (SPD) auf Kiez-Streife

Doch offenbar will sich nicht jedes Lokal an diese wirtschaftlich ungünstige Corona-Maßnahme halten. Das zeigt die jüngste Kiez-Kontrolle der Hamburger Polizei, bei der auch Innen- und Sportsenator Andy Grote (54) zugegen ist. Der Politiker will sich einen Überblick von der Lage auf der Reeperbahn* verschaffen und sich davon überzeugen, dass sich Hamburg auch an die Coronavirus-Einschränkungen wie das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes, das Einhalten eines Sicherheitsabstandes oder eben die Sperrstunde hält.

„Party-Senator“ Andy Grote im Kampf gegen das Coronavirus auf dem Kiez (24hamburg.de-Montage)

Dabei machte Andy Grote zuletzt selbst mit einem Corona-Skandal von sich reden, als er mit Bürgermeister Peter Tschentscher* ohne Maske, dafür mit kühlen Drinks im Fußballstadion saß*. Zudem machte HamburgsParty-Senator“ im Juni, mitten im Corona-Sommer 2020, mit einer Feier in der Hafencity mit rund 30 geladenen Gästen Schlagzeilen. Anlass der Sause war damals seine Wiederwahl in den Senat. Diese wollte Andy Grote mit seinen Freunden und Kollegen aus der Politik ordentlich begießen – trotz Corona!

Hamburg: Innen- und Sportsenator Andy Grote zahlte 1.000 Euro für Corona-Verstoß – jetzt macht er selbst auf Kontrolleur

Während die Opposition damals auf 180 war und seinen Rücktritt forderte, hielt Peter Tschentscher seine schützende Hand über den Innensenator. Andy Grote selbst entschuldigte sich für die Aktion in der Hafencity und bezahlte 1.000 Euro Bußgeld. Mittlerweile ist Gras über die Sache gewachsen – bis jetzt. Denn nun unterstützt ausgerechnet Andy Grote selbst die Beamten auf dem Kiez dabei, Coronavirus-Verstöße aufzuspüren.

Am Freitagabend, 23. Oktober 2020, rücken die Beamten nach Hamburg-St. Pauli* aus. Der Hamburger Senat hält Hanseaten übrigens auch auf Twitter über neueste Corona-Entwicklungen in der Stadt auf dem Laufenden.

Hamburg: Kiez-Kontrolle ertappt Bar, die die Sperrstunde ignoriert und weiterfeiert

Mit einem Großaufgebot kontrollieren sie diverse Bars und Kneipen auf die Einhaltung der Corona-Regeln und die Sperrstunde ab 23 Uhr. Obwohl es an diesem Wochenende auf dem Kiez bereits deutlich ruhiger zugeht als am letzten (16. und 17. Oktober 2020), werden die Ordnungshüter auch jetzt wieder Zeugen von dreisten Corona-Verstößen.

So feiern gegen 00:30 Uhr – anderthalb Stunden nach Beginn der Sperrstunde – noch Partygäste in einer Bar in der Talstraße. Nicht wenige tragen dabei keine Maske! Als die Beamten die Kneipe stürmen, versuchen einige zu flüchten. Wie 24hamburg.de von der Polizei Hamburg erfuhr, zeigt sich ein Gast besonders uneinsichtig. Schon vorher liefen Kontrollen oft brutal ab.

Weil er ein Journalisten-Team mit Bierbechern bewirft, führen die Beamten ihn mit Handschellen ab. Von ihm sowie von allen anderen Gästen nehmen die Ordnungshüter die Personalien auf. Gegen den Betreiber der Bar wird ein Verfahren eingeleitet. Er muss mit einem saftigen Bußgeld rechnen. Die Bar wird abgeriegelt. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa & Axel Heimken/dpa

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