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Hamburger Hochbahn: Streiks erfolgreich – Verdi erzielt Einigung

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Von: Natalie-Margaux Rahimi, Laura-Marie Löwen

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Auf einer Anzeigetafel an einem menschenleeren U-Bahnhof am Hauptbahnhof wird auf den Warnstreik im öffentlichen Dienst hingewiesen.
Gähnende Leere an Hamburgs U-Bahn-Stationen: Am Samstag, 28. November verkehren aufgrund eines Warnstreiks keine Busse und Bahnen. © Bodo Marks/dpa

Verdi hat sich mit der Hamburger Hochbahn geeinigt. Tarifbeschäftigte können sich auf höhere Löhne, Sonderzahlungen und mehr Entlastungstage freuen.

Update vom 10. Dezember, 09.30 Uhr: Hamburg – Die Streiks bei der Hamburger Hochbahn sollten nun erstmal ein Ende haben. Im Tarifkonflikt mit ver.di konnte eine Einigung erzielt werden. Die Tarifbeschäftigten der Hochbahn bekommen ab 2021 1,4 Prozent mehr Lohn. Ab 2022 kommt noch einmal eine Erhöhung um 1,8 Prozent hinzu. Außerdem werden Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld auf 80 Prozent angehoben.

Beschäftigte im Schichtdienst erhalten für ihre Arbeit zwei weitere Entlastungstage und ab kommendem Jahr sollen alle Tarifbeschäftigten am 24. und 31. Dezember freihaben. Beschäftigte des Fahr- und Betriebsdienstes, sowie Angestellte der Hochbahnwache werden außerdem eine Entgeltstufe hochgesetzt. Zusätzlich erhalten alle Beschäftigten eine Corona-Prämie in Höhe von 950 Euro.

Der Tarifmantelvertrag wird bis zum 31. Dezember 2021 wieder aufgenommen. Weitere Entlastungsthemen sollen zeitnah verhandelt werden. Dann soll es unter anderem um die tägliche Höchstarbeitszeit, Vor- und Nachrüstzeiten und Überstundenregelungen gehen. Natale Fontana, Landesfachbereichsleiter Verkehr bei Verdi Hamburg, sagte zum Durchbruch in den Tarifverhandlungen in der Pressemitteilung von ver.di: „Die Schlichtung brachte den Durchbruch, weil die Kolleginnen und Kollegen sich zuvor klar für ihre Forderungen eingesetzt haben“. Die Hartnäckigkeit der Beschäftigten habe sich ausgezahlt.

HVV-Streik in Hamburg: Fahrgäste genervt – Verkehrs-Chaos am Samstag

Update vom 28. November, 14:11 Uhr: Hamburg – Einige Fahrgäste reagieren angesichts des HVV-Streiks genervt. Auf Twitter äußern User Kritik am ÖPNV-Stillstand. „Die aktuelle Streikmaßnahme geht gar nicht klar! Und hab ich auch kein Verständnis mehr für! Dies Jahr ist im ÖPNV soviel schief gelaufen das man Lohnkosten und Ticketpreise senken müsste!!!“, beschwert sich eine Person. Die Hamburger Hochbahn reagiert darauf mit Verständnis, spricht aber auch die Rechte der Angestellten an: „Natürlich ist ein Streik für die Fahrgäste nervig, keine Frage. Aber die Mitarbeiter*innen haben eben auch ein Streikrecht“.

Ein anderer User twittert Chaos beim Einkaufen: „Innenstadt is ziemlich leer.. Dafür spinnt die rindermarkthalle völlig und spielt berghain... Schlange von Edeka durch die ganze Markthalle... Was n Witz... Aldi normal auf..“. Eine andere Person meint den Grund dafür zu kennen: „Vlt weill hvv streikt?“.

HVV-Mega-Streik am Samstag legt Hamburg lahm – Busse und Bahnen stehen still

Update vom 28. November, 8:56 Uhr: Am heutigen Samstag verkehren keine Busse und U-Bahnen in Hamburg. Hintergrund ist ein ganztägiger Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft ver.di aufgerufen hatte. Diese will mit den Arbeitsniederlegungen nach eigenen Angaben den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, welche den Streik mitten in der Coronavirus-Krise als unverantwortlich kritisiert hatten.

Unternehmen:Hamburger Verkehrsverbund
CEO:Dietrich Hartmann
Gründung:29. November 1965
Hauptsitz:Hamburg

„In den frühen Morgenstunden hat der Einsatzstab der Hamburger Hochbahn die Lage analysiert und daraufhin entschieden, den Betrieb mit Bussen und U-Bahnen für den heutigen Tag nicht aufzunehmen“, gab die Hamburger Hochbahn am Samstagmorgen bekannt. Weiter heißt es: „Angesichts der aktuell nach wie vor hohen Infektionszahlen gilt es aus Sicht des Einsatzstabes zu vermeiden, dass sich Fahrgäste mit der Hoffnung auf ein vermeintliches Verkehrsangebot in wenige, überfüllte Fahrzeuge zwängen. Auch ein eingeschränkter Notbetrieb würde hier keine Lösung bieten“.

Auf einer Anzeigetafel an einem menschenleeren U-Bahnhof am Hauptbahnhof wird auf den Warnstreik im öffentlichen Dienst hingewiesen.
Gähnende Leere an Hamburgs U-Bahn-Stationen: Am Samstag, 28. November verkehren aufgrund eines Warnstreiks keine Busse und Bahnen. © Bodo Marks/dpa

Nicht betroffen vom Streik sind S-Bahnen und der Regionalverkehr. Außerdem nennt die VHH (Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein) auf ihrem Twitter-Kanal Buslinien, die am Samstag trotz Warnstreik verkehren:

Hamburg: HVV-Mega-Streik am Samstag – 24 Stunden Stillstand bei Bus und Bahn

Update vom 27. November, 13.40 Uhr: Auch die VHH informiert auf ihren Social Media Kanälen über den aktuellen Streik. Auf Twitter heißt es von den verantwortlichen der VHH zum Betrieb am Samstag: „Derzeit ist nicht absehbar, ob mit Blick auf die Pandemie und die notwendigen Hygienemaßnahmen ein stabiler und verlässlicher Betrieb gewährleistet werden kann.“

Auf der Website der VHH finden Sie ein Q&A zu dem Streik am Samstag.

Von dem Streik betroffen sein werden neben dem Hamburger Stadtgebiet übrigens auch die Kreise Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg.

Update vom 26. November, 15.45 Uhr: In den sozialen Netzwerken stellen sich die Hochbahn und VHH ihren verärgerten Kunden. Viele beschweren sich vor allem über den Zeitpunkt des Streiks. Die Wahl eines Samstags trifft bei vielen Menschen auf Unverständnis. Insbesondere in Zeiten einer Pandemie und kurz vor Weihachten.

Die Hochbahn weist die Vorwürfe ganz klar zurück: „Das ist an Dummheit nicht mehr zu überbieten. Wir haben eine Pandemie und ihr fangt an zu streiken, damit die Bahnen noch voller werden. Schämt Euch“, schreibt etwa ein HVV-Kunde unter die Streik-Ankündigung der Hochbahn. „Einer der wenigen Tage, wo ich zur Arbeit darf“, schreibt ein anderer Kunde und fragt via Twitter, wer ihm die Taxi-Kosten ersetze. Eine Reaktion folgt prompt: Die Hochbahn schiebt die Schuld auf die streikenden Mitarbeiter - „genaugenommen werden wir bestreikt“. Auf dem Taxigeld wird der Kunde voraussichtlich sitzen bleiben.

HVV-Streik: Ganztägig Einschränkungen bei Bus und Bahn

Erstmeldung vom 25. November: Wer in Hamburg gerne mit Bus und Bahn unterwegs ist, muss sich für kommenden Samstag eine Alternative suchen. Die Gewerkschaft ver.di hat seine Mitarbeiter erneut dazu aufgerufen, für 24 Stunden die Arbeit niederzulegen. Der Streik soll um 3 Uhr beginnen. Den ganzen Tag müssen sich die Hamburger also auf extreme Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen.

Ver.di: Streik nach Scheitern der Verhandlungen notwendig

Die Geschäftsführung der HOCHBAHN hatte die vierte Runde der Tarifverhandlungen am 18. November für gescheitert erklärt – die drei Verhandlungen mit den VHH hatten ebenfalls nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis geführt. Deshalb sieht sich ver.di gezwungen mit einem erneuten Streik von Betriebsbeginn bis Betriebsschluss zu reagieren. Natale Fontana, Landesfachbereichsleiter Verkehr bei ver.di Hamburg fordert im verdi.de-Interview die Politiker zum Handeln auf: „Sie müssen den Weg freimachen für eine bedarfsgerechte Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs in Hamburg.“

HVV-Streik in Kritik aus der Politik: Samstage treffen vor allem Einzelhandel

Die Politik hält den angekündigten Streik für unverantwortlich, insbesondere vor dem Hintergrund, dass er am ersten Advents-Samstag stattfindet. Viele Menschen hätten sich wohl an diesem Tag auf dem Weg zum Weihnachtsshopping gemacht: aufgrund des Streiks ist mit einem Ansturm auf die Läden nun nicht mehr zu rechnen. Bitter: Der Einzelhandel, insbesondere in der Hamburger Innenstadt, ist durch die Corona-Krise sowieso schon schwer gebeutelt.

„Selbstverständlich wissen die Kolleginnen und Kollegen, dass dieser Streik die von Corona ohnehin gebeutelte Innenstadt trifft. Leider haben ihnen die Arbeitgeber aber keine andere Wahl gelassen.“

Gabriel Riesner, Gewerkschaftssekretär für den ÖPNV bei ver.di Hamburg im verdi.de-Interview

HVV-Streik: Ver.di fordert „verhandlungsfähiges“ Angebot

Ziel des Streiks sollen umfängliche Verbesserungen in den Arbeitsbedingungen des Personals sein. Unter anderem fordert ver.di: Entlastungstage für Schichtarbeit, die Erfassung von Überstunden und eine Höchstarbeitsdauer von 9 Stunden. Gabriel Riesner, Gewerkschaftssekretär für den ÖPNV bei ver.di Hamburg sagt dazu: „Streiks sind nervig, sie führen zu Verspätungen und Unannehmlichkeiten. Sie sind aber auch das letzte Mittel in einem Kampf, der sich ebenso um die Sicherheit der Fahrgäste dreht: denn nur gesunde, ausgeruhte Beschäftigte sorgen für einen sicheren Nahverkehr. Dafür treten die Kolleginnen und Kollegen an.“

HVV: Nicht der erste Streik dieser Größenordnung

Es ist innerhalb weniger Wochen der zweite Streik zu dem ver.di die Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn und der VHH zu aufruft. Erst am 15. Oktober standen in Hamburg für 24 Stunden Busse und Bahnen still. Hunderttausende Hamburger mussten sich damals einen anderen Weg zur Arbeit suchen. Der Streik fand werktags statt – nach Aussage des HVV sind an einen normalen Werktag bis zu 2,6 Millionen Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.

Streik-Samstag: HVV informiert über aktuelles Geschehen

Die Hamburger Hochbahn wird am Samstag ein Team zusammenstellen, welches die Hamburger mit aktuellen Informationen zum Streik versorgt. Es wird Meldungen in der HVV-App, den Social-Media-Kanälen (Twitter & Facebook), den Fahrgastanzeigen, sowie Durchsagen geben.

Nicht von dem Streik betroffen sind die Hamburger S-Bahn, sowie Regionalbahnen.

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