Täter war leichtsinnig

HVV-Ticket-Automat gesprengt: Hamburger Polizei auf Geldschein-Schnitzeljagd

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Seit Februar ist die Hamburger Polizei am Rätseln: Wer steckt hinter den mysteriösen Sprengungen von HVV-Automaten? Jetzt kam Licht ins Dunkle - denn der Täter erlaubte sich einen unvorsichtigen Fehler.

  • Seit Februar wurden mehrere HVV-Automaten in Hamburg gesprengt.
  • Der Polizei in Hamburg fehlte bisher jegliche Fährte.
  • Doch nun begeht der Täter einen dummen Fehler.

Hamburg/Barmbek-Nord – Es klingt nach einer filmreifen Verfolgungsjagd, was sich im April im Hamburger Stadtteil Barmbek abspielte. Seit Anfang Februar war die Polizei Hamburg bereits am Rätseln, welcher Gelddieb hinter der Serie von Automaten-Sprengungen in ganz Hamburg steckte. Nachdem Mitte April ein Fahrkartenautomat im Bahnhof Alte Wöhr gesprengt wurde, nahmen die Beamten eine verblüffende Fährte auf und konnten das Täter-Paar somit entlarven.

HVV-Automaten-Sprengungen in Hamburg: S-Bahnhof Rübenkamp war erstes Ziel

Am 5. Februar nahm das Übel seinen Lauf, denn an diesem Tag wurde der erste HVV-Automat im S-Bahnhof Rübenkamp gesprengt. Es folgten weitere Sprengungen: am 16. März im S-Bahnhof Hasselbrook, am 29. März erneut im S-Bahnhof Rübenkamp, am 3. April im S-Bahnhof Billwerder und nun zuletzt am 16. April im Bahnhof Alte Wöhr.

Alle Taten verliefen sehr ähnlich: Sie geschahen in den frühen Morgenstunden. Außerdem wurde nach Informationen des Hamburger Abendblatts bei allen Sprengungen sogenannte „Polenböller“ eingesetzt, die aufgrund ihrer enormen Sprengkraft in Deutschland verboten sind.

Mysteriöse Sprengungen von HVV-Automaten in Hamburg: Jetzt konnte die Polizei die Täter entlarven. (24-hamburg.de-Montage)

Automaten-Sprengung im Bahnhof Alte Wöhr: Dieser Fehler wurde den Tätern zum Verhängnis

Die Polizeibeamten waren bei allen Sprengungen ratlos, wer hinter den Taten stecken könnte. Am Morgen des 16. April hatten sie dann jedoch leichtes Spiel, denn die Diebe handelten unvorsichtig. Die Polizisten entdeckten eine Spur aus Geldscheinen und folgten dieser. Offensichtlich fielen die Scheine durch ein Loch in der Tasche der Täter zu Boden. Die Schnitzeljagd führte die Ermittler schließlich zu einem Gebäudekomplex in der Emil-Janßen-Straße. Dort angekommen standen sie allerdings direkt vor dem nächsten Rätsel: In welche Wohnung waren die Täter geflüchtet?

Durch Zeugenhinweise und Ermittlungen stießen die Polizeibeamten aber auf eine verdächtige Frau, die in dem Haus Mieterin ist. Sie durchsuchten ihre Wohnung und wurden tatsächlich fündig: Teile der Beute aus den HVV-Automaten konnten sichergestellt werden. „Man war sich jedoch sehr sicher, dass in dem Haus zumindest eine Person wohnt, die etwas mit der Tat zu tun hat“, so ein Beamter gegenüber dem Hamburger Abendblatt.

Autmatensprengungen in Hamburg: Täterin war nicht allein

Doch schnell stellte sich heraus: Die 29-Jährige war nicht die einzige Übeltäterin und hatte die Automaten der HVV nicht alleine „bearbeitet“. Auch ihr Freund fiel unter Verdacht der Vermittler – dieser war der Polizei nämlich bereits ausreichend bekannt. Der Steilshooper war bereits in der Vergangenheit in Polizeiermittlungen involviert – unter anderem wegen Körperverletzungen und Drogendelikten. In seiner Wohnung fanden die Beamten Marihuana und illegale Waffen wie ein Butterflymesser und einen Elektroschocker, der als Taschenlampe getarnt war.

Da gegen beide Täter keine ausreichenden Haftgründe bestanden, blieben beide Personen zunächst auf freiem Fuß. Ähnlich leichtes Spiel hatten Polizeikollegen Ende April bei einer Drogenrazzia in Hamburg-Billstedt: Auch hier handelten die Täter wohl etwas zu leichtsinnig.

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