Deutschlands meistfrequentierter Bahnhof

Hamburger Hauptbahnhof (Hbf): Alle Informationen zu Ankunft, Abfahrt, Gleise, Umbau und Geschäfte

Blick von der Wandelhalle auf die Gleise des Hamburger Hauptbahnhofs – kaum Reisende sind auf den Bahnsteigen unterwegs.
+
Blick auf die Gleise des Hamburger Hauptbahnhofs.
  • Johannes Rosenburg
    vonJohannes Rosenburg
    schließen
  • Nicolai Hackbart
    Nicolai Hackbart
    schließen

Der Hamburger Hauptbahnhof ist der Verkehrsknotenpunkt Hamburgs und ganz Norddeutschlands – seine Auslastung ist gewaltig. So soll er zukunftsfähig gemacht werden.

  • Das historische Bahnhofsgebäude stellt Hamburgs ersten und einzigen Zentralbahnhof dar.
  • Als Drehkreuz der Stadt ist Hamburg Hauptbahnhof Knotenpunkt für alle HVV-Schnellbahnlinien und den Fernverkehr ins In- und Ausland.
  • Um auch zukunftsfähig zu bleiben, soll der Hauptbahnhof bis 2030 schrittweise saniert und erweitert werden.

Hamburg – Der Hamburger Hauptbahnhof (Hbf) ist der am meisten frequentierte Fernbahnhof Deutschlands, mehr als eine halbe Million Menschen gehen hier jeden Tag ein und aus. Zum Vergleich: Der Hauptbahnhof Berlin hat nur etwa halb so viel Durchlauf und in ganz Europa zählt nur der Bahnhof Paris-Nord ein größeres Gästeaufkommen.

AdresseHachmannplatz 16, 20099 Hamburg
Anzahl der Gleise18 Gleise (Fernzug, S- und U-Bahn)
Wie heißt der Hamburger Hauptbahnhof?Der Bahnhof selbst hat keinen speziellen Namen. Dafür ist die Verbindungshalle über den Gleisen als “Wandelhalle” bekannt.
Ist der Hamburger Hauptbahnhof ein Sackbahnhof/Kopfbahnhof?Der Hamburger Hauptbahnhof ist ein Durchgangsbahnhof. Auf der Nordseite verlaufen die Gleise weiter Richtung Alster und Altona, auf der Südseite verlaufen die Gleise in Richtung Berliner Tor oder in Richtung Elbbrücken.
In welchem Stadtteil befindet sich der Hamburger Hauptbahnhof?Der Hauptbahnhof Hamburg befindet sich im Stadtteil St. Georg.

Unter dem ikonischen Bahnhofsdach fahren heute täglich über 800 Züge des Fern- und Nahverkehrs mit direkten Verbindungen von der Hansestadt Hamburg in alle Fahrtrichtungen ab – sei es mit der Deutschen Bahn (DB), Metronom oder dem Flixtrain. Mit dem ICE lassen sind die Fahrten ins europäische Ausland äußerst schnell und bequem antreten, mit dem Regionalexpress werden Ziele wie Bremen, Lübeck und Cuxhaven meist mehrmals die Stunde angefahren. Die meisten Fahrgäste verkehren jedoch in das unmittelbare Umland: Pendler aus Itzehoe, Quickborn, Ahrensburg, Stade und anderen Städten der Umgebung steigen hier jeden Tag zu Tausenden ein und aus.

Nordseite des Hamburger Hauptbahnhofs von der Alster aus gesehen.

Abfahrt und Ankunft am Hamburger Hauptbahnhof

Als Verkehrsknotenpunkt ist der Hamburger Hauptbahnhof wichtig für den innerstädtischen Verkehr, welcher unter anderem von den Hamburger Verkehrsbetrieben (HVV) organisiert wird. So verkehren hier auch alle vier U-Bahn Linien, aufgeteilt auf die Stationen Hauptbahnhof Nord und Süd. Die S-Bahn der DB-Gruppe beansprucht dabei allein vier Gleise im Zentralgebäude. Die Schnellbahnen fahren im Schnitt 1200 Mal am Tag ein und aus und führen in jeden Ortsteil der Stadt und über die Stadtgrenzen hinaus. So führt die S1 etwa direkt zum Hamburger Flughafen und nach Ohlsdorf, zum größten Parkfriedhof der Welt. Mit der S1/S3 werden Touristen-Hotspots wie Landungsbrücken über den City-Tunnel bedient.

Die aktuellen Ankunft- und Abfahrt-Zeiten lassen sich schon vor Betreten des Bahnhofs online nachverfolgen. Auch einen genauen Gleisplan zur Orientierung stellt, der Bahnhof online zur Verfügung.

Zur alternativen Weiterfahrt befindet sich an der Südostseite des Bahnhofsgebäudes der ZOB. Während sich der große Taxistand auf der Westseite des Bahnhofsgeländes befindet, liegt das 24 Stunden Parkhaus auf der Südseite. Wer da schnell den Überblick verliert, nutzt die Google Maps Ansicht des Hauptbahnhofs. Bei all den Transportmöglichkeiten ist es kein Wunder, dass der Hauptbahnhof zu Stoßzeiten völlig überfüllt ist. Um Chaos zu verhindern, ist eine Vergrößerung in Planung – bis 2030 soll der Umbau erfolgen.

Hamburg Hauptbahnhof (DB): Lageplan und Geschäfte

Der Hamburger Hauptbahnhof liegt am Rande der Innenstadt. An seiner Ostseite verläuft die Kirchenallee und der bunte Stadtteil St. Georg mit seinen zahllosen Geschäften, Kneipen und günstigen Hotels. Unter anderem sind berühmte Theater wie das Ohnsorg-Theater und das Deutsche Schauspielhaus hier beheimatet. Auf der Westseite des Bahnhofs beginnt Hamburg beliebteste Einkaufsmeile, die Mönckebergstraße. Das Rathaus und die geschäftige Innenstadt liegen in Laufweite, auch Elbe, Hafen und Speicherstadt, Alster und Dammtor sind nicht allzu weit entfernt.

Der Hamburger Hauptbahnhof der DB umfasst eine Gesamtfläche von 50.000 Quadratmetern und wartet mit einer bunten Mischung an Geschäften und Dienstleistern auf. Neben Gästen, die in alle Richtungen unterwegs sind, erledigen hier andere ihre Einkäufe: Die berühmte Wandelhalle an der Nordseite ist ein beliebtes Einkaufszentrum, welches einen geschätzten Jahresumsatz von gut einer Milliarde Euro hat. Dessen Geschäfte sind sieben Tage die Woche geöffnet. Auch auf den Bahnsteigen und auf dem Südsteg sind immer wieder kleine Shops und Kioske zu finden, in denen es Snacks, Getränke und Zeitschriften für die Fahrt zu kaufen gibt.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Der 18.01. ist der Welttag des Schneemannes ☃️ Leider ist auf den Schnee in Hamburg nicht immer ganz Verlass 😅 Aber worauf ihr Euch verlassen könnt ist, dass auch am 18.01. die Wandelhalle für Euch geöffnet ist! Schaut doch mal bei uns vorbei und postet Eure Eindrücke auf Instagram! 🥰🙏🏼🛍 Viel Spaß und schönes Wochenende wünschen wir Euch! ✨ . #wandelhalle_hamburg #hamburgmeineperle #welovehh #wearehamburg #hamburgliebe #igershamburg #typischhamburch #hamburgerecken #hh #hamburgcity #wirsindhamburg #ilovehh #hhahoi #welovehamburg #hamburgahoi #hamburg_de #heuteinhamburg #instahamburg #hamburglove #instahh #hamburg #elbe #igers_hamburg

A post shared by Wandelhalle Hamburg (@wandelhalle_hamburg) on

Essen, Reisezentrum, Apotheke und mehr im Hamburger Hauptbahnhof (DB)

Hungrige werden am Hamburger „Einkaufsbahnhof24 Stunden am Tag versorgt und mit Fast-Food-Restaurants wie Yormas, McDonald’s, KFC oder Burger King gibt es dabei auch noch eine vielfältige Auswahl. Nach Klassikern wie Currywurst und Döner müssen Besucher und Pendler auch nicht lange suchen. Dazu gibt es mehrere Bäckereien, die sich gegenseitig mit dem Verkauf der berühmten Hamburger Franzbrötchen zu übertrumpfen versuchen. Kaffeefreunde finden in Cafés wie Starbucks und Coffee Fellows den nötigen Koffein-Kick, der für das hektische Großstadttreiben von Nöten ist.

Prominent in der Wandelhalle ist die Hamburger Tourist-Information platziert und steht Hamburg-Besuchern mit gutgelauntem Personal und Rat und Tat zur Seite. Nicht weit davon entfernt befindet sich das DB-Reisezentrum mit Ticketshop, sowie eine große DB-Lounge (mit Erster Klasse Lounge). Auch allerhand praktische Dienstleistungen wie DHL und Deutsche Post, Apotheke und Wechselstube sind in der Wandelhalle zu finden. Filialen der großen Autovermieter (Sixt, Avis, Europcar), kleine Schließfächer, eine größere Gepäckaufbewahrung sowie das Fundbüro dürfen natürlich auch nicht fehlen. Eine wichtige Anlaufstelle ist die Bahnhofsmission, welche rund 2.000 Obdachlosen als Postadresse dient. Die Polizei ist im Ostflügel stationiert.

Der Hamburger Hauptbahnhof: Eine ehrwürdige Geschichte

Teile des Hamburger Hauptbahnhofs stehen unter Denkmalschutz und können auf eine lange, über hundertjährige Geschichte zurückblicken. Zu Beginn des Eisenbahnzeitalters war für jede Bahntrasse in Hamburg ein eigener Kopfbahnhof gebaut worden, was sich spätestens Ende des 19. Jahrhunderts als unpraktikabel erwies. Planungen für einen zentralen Durchgangsbahnhof nahmen Gestalt an. Das Rennen machte schließlich ein Entwurf, der sich an der Fassade des Hamburger Rathauses orientierte. Eine 73 Meter weite Bahnsteighalle sollte an der Nordseite durch eine imposante Wandelhalle mit seitlich gesetzten Uhrentürmen begrenzt werden.

Gebaut wurde auf dem Gelände des einstigen Hamburger Stadtwalls und der Steintorfriedhöfe. Die Gleise folgen in etwa dem Verlauf der alten Befestigungsanlage. Nach vier Jahren Bauzeit wurde der Hamburger Hauptbahnhof am 6. Dezember 1906 eröffnet – die Gleishalle mit ihrem stilprägenden eisernen Dach und die Wandelhalle mit ihren Uhrentürmen sind mittlerweile zu ikonischen Gebäuden der Stadt geworden.

Hauptbahnhof im Wandel der Zeit

Schnell hatte sich der Hamburger Hauptbahnhof zum wichtigsten Eisenbahnverkehrsknotenpunkt in Norddeutschland entwickelt, wodurch er zu einem Ziel für die Bomber der Alliierten im Zweiten Weltkrieg wurde. Trotz Tarnabdeckung in Form einer bemalten Holzkonstruktion wurde der Bahnhof von Bombenschlägen schwer getroffen. In der Nachkriegszeit wurde entschieden, das Gebäude beizubehalten und wiederherzurichten. Es folgten weitere Eingriffe, Erweiterungen und Renovierungen, bis hin zum Abriss der alten Wandelhalle, die bis dahin als reiner Wartebereich fungierte. Die Halle wurde nach historischem Vorbild wiederaufgebaut und zusätzlich als Einkaufszentrum konzipiert.

Seit 1991 laden nun über fünfzig Geschäfte im ersten Einkaufszentrum überhaupt ein, welches in einen deutschen Bahnhof integriert wurde. In den 90er-Jahren bot der Hamburger Hauptbahnhof trotzdem ein insgesamt verwahrlostes Bild: Drogen und Kriminalität waren eine alltägliche Erscheinung. Es dauerte eine Zeit bis diese Probleme mit kleinen, partiellen Verbesserungen und Sauberkeitsoffensiven minimiert wurden. Der Bahnhof hat das Schmuddel-Image jener Zeit mittlerweile weitestgehend abgelegt.

„Flaschenhals“ der Deutschen Bahn - Umbau des Hamburger Hauptbahnhofs

Was bleibt ist seine chronische Überlastung, auch weil mit den Jahren immer weniger Züge den Kopfbahnhof Altona anfuhren und größere Teile des Umsteigeverkehrs direkt am zentralen Durchgangsbahnhof abgewickelt wurde. Rüdiger Grube, ehemaliger Bahn-Chef, bezeichnete den Hamburger Hauptbahnhof als „größten Flaschenhals“ der Deutschen Bahn, was sich sowohl auf die Dichte des Schienenverkehrs als auch auf das Bahnhofsgebäude an sich bezieht.

Bei allen Plänen zum Ausbau des Hauptbahnhofs war jedoch klar: es würde nicht möglich sein, die Zahl der Gleise zu erhöhen. Auf der einen Seite verhindert ein alter Bunker eine Ausdehnung der Gleisfläche, auf der anderen S- und U-Bahn-Tunnel. Das Problem der zu engen Taktung soll logistisch gelöst und ein großer Teil der Regionalbahnen auf den S-Bahn-Tunnel (Gleis 1 und 2) verlegt werden.

Ein Blick in die Zukunft

Zum Bahnhofsgebäude gab es im Januar 2019 wichtige Nachrichten: Die Stadt Hamburg hatte zusammen mit der Deutschen Bahn eine Machbarkeitsstudie zur Zukunft des Hauptbahnhofs vorgestellt. Die meisten Ideen für den Umbau betreffen dabei den Südsteg und den südöstlichen Ausgang, an dem eine Treppe zu den U-Bahnen U1 und U3 hinabführt. Die Studie schlägt Folgendes vor:

  • Eine 70 Meter lange Verlängerung der denkmalgeschützten Bahnhofshalle in Richtung Süden.
  • Ein 37 Meter hohes Glasdach über der Steintorbrücke, unter der die Fahrgäste in Busse des HVV umsteigen können.
  • Rolltreppen von der Steintorbrücke direkt zu den Bahnsteigen.
  • In der Verlängerung dieser Überdachung sollen Büros und Läden, anstelle der „Keksdose“, ansässig werden – dem unansehnlichen Verwaltungsklotz der Deutschen Bahn an der Südostseite des Bahnhofs – soll ein neues, höheres Gebäude entstehen.

Der große Umbau ist bis zum Jahr 2030 angesetzt. Bis dahin wird versucht, den Personenstrom besser zu steuern und Barrieren wie Snackautomaten, Sitzbänke und Werbetafeln auf einigen der Bahnsteige aus dem Weg zu räumen. Aktuell ist auch folgende Meldung: Als Übergangslösung sollen zunächst fünf zusätzliche provisorische Ein- und Ausgänge im Süden des Bahnhofs eingerichtet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare