Tor zur Welt

Hamburger Hafen: Wirtschaftsmotor und Touristen-Magnet mit dunklem Geheimnis

  • Johannes Rosenburg
    vonJohannes Rosenburg
    schließen
  • Nicolai Hackbart
    Nicolai Hackbart
    schließen

Hamburger Hafen: Der größte Seehafen im Land und drittgrößter in Europa ist der Wirtschaftsmotor in Norddeutschland.

  • Der Hamburger Hafen entstand bereits gegen Ende des zwölften Jahrhunderts als Handelshafen.

  • Heute ist der Hamburger Hafen der größte Seehafen Deutschlands und der drittgrößte in Europa (nach Rotterdam und Antwerpen).

  • Der Hamburger Hafen ist nicht nur Umschlagplatz für Wirtschaftsgüter, sondern auch Touristen-Magnet für Hamburg.

Hamburg – Der Hamburger Hafen ist heute einer der flexibelsten und leistungsfähigsten Universalhäfen der Welt. Er blickt auf eine bereits sehr lange Tradition zurück. Nach seiner Gründung im zwölften Jahrhundert entwickelte sich der Hamburger Hafen schnell zum ausschlaggebenden Wirtschaftsmotor in Norddeutschland und Europa. Aber nicht nur als Wirtschaftshafen ist er eine treibende Kraft. Seit Jahrzehnten ist er auch als Touristen-Magnet, nicht zuletzt durch die neue Elbphilharmonie, bekannt.

Hamburger Hafen: Webcam und interaktiver Hafenplan


Wie geschäftig es am Hamburger Hafen zugeht, kann man nicht nur vor Ort in der Freien und Hansestadt beobachten. Der moderne Seehafen ist auch virtuell beachtlich gut aufgestellt. Die Betreiber-Website bietet ihren Besuchern gleich zwei Möglichkeiten, aktuelle Schiffsbewegungen online zu verfolgen. Via Live Webcam oder den interaktiven Hafenplan können aus- und einlaufende Schiffe sozusagen in Echtzeit beobachtet werden. 


Der Hafenplan aktualisiert die Schiffsdaten alle fünf Minuten und zeigt Schiffsbewegungen vom Hamburger Hafen bis in die Deutsche Bucht. Verschiedene Schiffstypen – Containerschiffe, Kreuzfahrtschiffe oder Tankschiffe – werden im Plan in unterschiedlichen Farben dargestellt und können alle zusammen oder einzeln bei ihrer sechs- bis achtstündigen Fahrt von der Elbmündung in den Seehafen beobachtet werden. Aber auch in den Sozialen Medien ist der Hamburger Hafen recht aktiv:

Hamburger Hafen: Heimathafen der Kreuzschifffahrt


Kreuzschifffahrt hat im Hamburger Hafen Tradition. Bereits im 19. Jahrhundert wurde der Seehafen als Kreuzfahrthafen genutzt. Der ehemalige Generaldirektor der HAPAG, Albert Ballin († er wurde 61 Jahre alt, verstorben im Jahr 1918), setzte seine Passagierschiffe in den Wintermonaten für Vergnügungsfahrten ein. Er war es auch, der im Jahr 1899 die Hamburger Schiffswerft Blohm + Voss mit dem Bau des ersten offiziellen Kreuzfahrtschiffs beauftragte – dem Luxusliner „Prinzessin Victoria Luise“.

Heute hat die Kreuzfahrtbranche in Hamburg eine jährliche Wertschöpfung von rund 270 Millionen Euro und die Tendenz ist weiter steigend. Aus diesem Grund hat der Hamburger Hafen mittlerweile auch drei Kreuzfahrtterminals. Am Kreuzfahrtterminal Steinwerder am Kronprinzkai können zukünftig selbst die größten Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 330 Meter Länge festmachen. Am Liegeplatz des Kreuzfahrtterminal Altona können Kreuzfahrtschiffe bis 300 Meter Länge abgefertigt werden. Zudem bietet die Dachterrasse des Kreuzfahrtterminals zwischen Fischmarkt und Elbstrand Oevelgönne einen wunderbaren Ausblick auf das Hamburger Hafenpanorama.

Restaurants am Hamburger Hafen: Essen im Portugiesenviertel

Der Hamburger Hafen bietet neben seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten auch ein großes Angebot an Fastfood und edlen Restaurants. Vor allem im angrenzenden Portugiesenviertel locken etwa vierzig Cafés und Restaurants mit den unterschiedlichsten Angeboten.

Das sind fünf mediterranen Restaurants im Portugiesenviertel, die von Gästen auf Tripadvisor am besten bewertet wurden (Stand Februar 2020):

RestaurantAdresse
Adega Nau WeinbarDitmar-Koel-Straße 13
NauDitmar-Koel-Straße 13
Restaurante PortoDitmar-Koel Straße 15
Casa del SaborReimarusstraße 9
Casa MadeiraDitmar-Koel-Straße 14

Hamburger Hafen: Wirtschaftshafen und Motor für Jobs in Norddeutschland


Die Terminals des Hamburger Hafens bieten rund 290 Liegeplätze für die verschiedensten Schiffstypen- und -größen. Mit einer Größe von 71 Quadratkilometern bietet der Wirtschaftshafen geeignete Umschlagsanlagen für jede Güterart. Das macht den Seehafen nicht nur zu einem flexiblen und leistungsfähigen intermodalen Umschlaghafen, sondern auch zu einem der wichtigsten Jobmotoren in Norddeutschland. 

Neben mehr als 156.000 Jobs in Hamburg und Umgebung, sind bundesweit sogar über 267.000 Arbeitsplätze vom Hamburger Hafen abhängig – da ist vom Gabelstaplerfahrer, Ingenieur bis hin zum Informatiker alles dabei. Der Hamburger Hafen ist ein Sammelbecken für leistungsstarke und qualifizierte Fachkräfte. Aus diesem Grund ist der Hafen auch einer der wichtigsten Standorte für IT-Dienstleister, Aus- und Weiterbildung, Forschung, Beratung und Personalentwicklung.

Hamburger Hafen: Hafengeburtstag und Geschichte

Das genaue „Alter“ des Hafens ist nicht so einfach festzulegen. Der erste Hamburger Hafen entstand bereits im 9. Jahrhundert, allerdings noch nicht an der Elbe. Dieser Anlandeplatz lag am Reichenstraßenfleet, einem früheren Mündungsarm der Bille. Erst im 12. Jahrhundert, nach der Umorientierung des Handelsschwerpunkts von Lübeck nach Hamburg und der Anerkennung des Stadtrechts erfolgte die offizielle Gründung des Hamburger Hafens im Gründungsjahr 1189.

Kaiser Friedrich Barbarossa († wurde 68 Jahre alt, verstorben im Jahr 1190) soll den Hamburgern am 7. Mai 1189 Zollfreiheit für ihre Schiffe auf der Elbe bis an die Nordsee gewährt haben. Der kaiserliche Freibrief existiert heute allerdings nicht mehr im Original, weshalb vermutet werden kann, dass die Abschrift von 1265 zumindest inhaltliche Fälschungen enthält. Derartige Anschuldigungen halten aber die Hamburger natürlich nicht davon ab, seit 1977 den Hafengeburtstag alljährlich um den 7. Mai zu begehen. Im Jahr 2020 fällt der Hamburger Hafengeburtstag aufgrund der Coronavirus*-Pandemie aus.

Während der Schreckensherrschaft des Nazi-Regimes wurden jüdische Reeder enteignet und Zwangsarbeiter am Hafen eingesetzt. Die Zeit des Hamburger Hafens im Dritten Reich stellt ein dunkles Kapitel in der Geschichte Hamburgs und seines Hafens dar.

Herzstücke des Hamburger Hafens: Die historischen St. Pauli-Landungsbrücken und im Hintergrund die Containerterminals

Hamburger Hafen: Wichtige Daten und Fakten


Der Hamburger Hafen ist ein offener Tidehafen, der sich vom einfachen Anlandeplatz an einem Mündungsarm der Bille in der Altstadt, über einen Alsterhafen zum heute bekannten Wirtschaftshafen an der Unterelbe entwickelt hat. Obwohl er rund 100 Kilometer von der Mündung der Elbe in die Nordsee entfernt liegt, gilt der Hafen in der Freien und Hansestadt Hamburg als Seehafen, da seine Hafentiefe auch Seeschiffen mit einem Tiefgang bis zu 15 Metern das Anlaufen ermöglicht. 


Der Hamburger Hafen wird heute von der Hamburg Port Authority betrieben und ist nicht nur größter Seehafen Deutschlands, sondern auch der drittgrößte in Europa. Drei der vier Containerterminals des Wirtschaftshafens werden von der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) betrieben, wie etwa der einen Quadratkilometer große HHLA Container Terminal Altenwerder. 2002 in Betrieb genommen, gilt er als eines der modernsten und effizientesten Containerterminals der Welt. Aber auch die Anzahl der Beschäftigten des Seehafens ist beachtlich, mehr als 156.000 Arbeitsplätze sind in der Metropolregion von Hafenfunktionen abhängig.


Top fünf der europäischen Seehäfen (Stand 2018), gemessen an der Anzahl von umgeschlagenen Zwanzig-Fuß-Standard-Containern (TEU)

  1. Rotterdam (Niederlande): 14,51 Millionen TEU Containerumschlag

  2. Antwerpen (Belgien): 11,10 Millionen TEU Containerumschlag

  3. Hamburg: 8,73 Millionen TEU Containerumschlag

  4. Bremen*/Bremerhaven: 5,42 Millionen TEU Containerumschlag

  5. Piraeus (Griechenland): 4,91 Millionen TEU Containerumschlag

Hamburger Hafen: Touristen-Magnet mit unzähligen Sehenswürdigkeiten


Der Tourismus gewinnt auch im Hamburger Hafen von Jahr zu Jahr an Bedeutung. Neben unzähligen Anbietern von Hafenrundfahrten, sind natürlich auch die Speicherstadt, oder die riesigen Docks der Schiffswerften, wie etwa das Trockendock Elbe 17 von Blohm + Voss beliebte Sehenswürdigkeiten. Aber auch bedeutende Schiffe wie das Museums-Frachtschiff Cap Sandiego, der Großsegler Rickmer Rickmers oder das U-Bootmuseum U-434 locken Touristen in den Seehafen.


Außerdem hat sich im Hamburger Hafen eine regelrechte Musical Area entwickelt. Die Anfahrt zum Dauerbrenner „König der Löwen“ erfolgt am besten mit der Musical Fähre, der HADAG Shuttle-Service fährt 1,5 Stunden vor der Vorstellung ab Landungsbrücken. Dorthin gelangt man am besten über die Liniendienste des HVV: Über die U-Bahnstation Baumwall, Landungsbrücken, U3 beziehungsweise S-Bahnstation Landungsbrücken S1, S2, S3.


Aber auch die Fähren der Fährlinien 61, 62, 64, 72, 73, 74 und die Fährlinie Blankenese <> Cranz bringen die Touristen in Selfie-Reichweite zu den Highlights im Hamburger Hafen und derer gibt es nun wirklich mehr als genug: Köhlbrandbrücke, Fischmarkt, Hauptklärwerk, die Hafenanlagen und Überseebrücke, die Landungsbrücken in Sankt Pauli und den Baumwall, Elbphilharmonie und Hafencity.

* merkur.de und nordbuzz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Axel Heimken/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare