US-Präsident als Model

Fritz Kola erntet Shitstorm mit Trump-Werbeplakat in Hamburg

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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Fritz Kola erntet für ein Werbeplakat einen Mega-Shitstorm. Grund: US-Präsident Donald Trump ist darauf zu sehen. Der 74-Jährige wird verhöhnt.

  • Karikatur von US-Präsident Donald Trump löst Shitstorm gegen Fritz Kola aus.
  • Werbeplakat bringt rechte Szene auf die Palme.
  • Für jeden Hasskommentar spendet die Hamburger* Firma einen Euro für einen guten Zweck.

Hamburg – Mit einer Karikatur von US-Präsident Donald Trump, einer Cola-Flasche und einem frechen Spruch wirbt die Firma Fritz Kola aus Hamburg für ihre neue Limonade. Das erzürnt viele Menschen aus der rechten Szene. Sie treten einen Shitstorm gegen den Brauseproduzenten los. Doch mit der Reaktion der Firma auf die Hasskommentare haben die Wutbürger nicht gerechnet.

GetränkemarkeFritz
Einführung2003
Gründung28. Februar 2003
Mitarbeiterzahl214
SitzHamburg Deutschland
RechtsformGmbH

Fritz Kola erntet rechten Shitstorm wegen Donald-Trump-Plakat

Es ist ein simples und gerade deswegen sehr auffälliges Plakat, das Fritz Kola für ihre neue Limonade entworfen hat. Nur drei Farben, nur vier Worte. „Zwei Nullen. Eine schmeckt“, ist die Überschrift des Werbeplakats. Darunter sind eine Karikatur von US-Präsident Donald Trump, der übrigens ein richtiger Hunde-Hasser ist*, und eine Flasche mit zuckerfreier Cola abgebildet. Das reicht, um einen Shitstorm auf Facebook loszutreten.

US-Präsident Donald Trump sorgte bei Fritz Kola für einen Shitstorm. Damit hatte das Unternehmen aus Hamburg gerechnet. (24hamburg.de-Montage)

An der Aufregung ist das Unternehmen Fritz Kola natürlich nicht ganz unschuldig. Sie war sogar kalkuliert. „Dass Fritz Kola dabei polarisiert, ist ein Nebeneffekt, den wir in Kauf nehmen, um weiterhin Haltung zu zeigen und aufzuwecken“, erläutert Mirco Wolf Wiegert, Gründer und Geschäftsführer des Getränkeproduzenten gegenüber dem Fachportal W&V.

Spende für jeden Hasskommentar auf Facebook: Kalkulierter Shitstorm von Fritz Kola

Auch die Menge an Hasskommentaren, die das Unternehmen erreicht, scheint mit einkalkuliert zu sein. Denn für jeden einzelnen wird ein Euro für das Flüchtlingsprojekt „Aktion Deutschland Hilft“ und die Initiative gegen rechts „EXIT-Deutschland“ gespendet. Aus einem Shitstorm wegen einer Karikatur wird so ein wohltätiger Zweck. Aufmerksamkeit inklusive. Unterstützt wird Fritz Kola dabei vom Projekt Hass hilft.

Und die Aktion scheint sich zu lohnen. Am Samstag, 17. Oktober 2020, haben sich bereits fast 4.000 Kommentare unter dem entsprechenden Facecbook-Posting zusammengesammelt. Das Facebook-Posting hat Fritz Kola mit dem Satz online gestellt: „Gib dem Affen keinen Zucker.“ Die Kommentare, die für Spenden sorgen sollen, lassen nicht lange auf sich warten. So schreibt ein User: „Also die krank machende Kola war schon immer ekelhaft, jetzt noch die Werbung dazu!“. Ein anderer: „Ihr habt keinen Anstand und keine Ehre. Genauso braun wie Euer Getränk. Karma. Alles kommt zurück.“

Verschwörungstheorien und Hasskommentare: Tausende Posts gegen Fritz Kola

Andere Kommentare lesen sich, als wären sie direkt dem Telegram-Kanal* von Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann* entsprungen: „Auch das ist eine Hassrede! Das ist aber vom Deep State erlaubt. Also wissen wir nun GENAU, wozu man Fritz-Kola zählen kann. Wie war das doch gleich? IHR WERDET SIE AN IHRER SYMBOLIK UND IHREN AUSSAGEN ERKENNEN!“ Ein anderer Kommentar: „Auch auf den Desinformationszug aufgesprungen. Armes Deutschland, welches so ein Feindbild für die Masse schaffen muss. Und die meisten fallen darauf rein. Ist auch einfacher als zu akzeptieren das die eigene Regierung der Feind ist.“

Doch längst nicht alle Kommentare verurteilen die Werbung. So schreibt ein User: „Um hier einfach mal Unterstützung zu bieten! Fritz Kola war schon immer politisch am richtigen Ort unterwegs und genau solche Werbungen ist das, was ich erwarte!“ Ein anderer: „Mein Kühlschrank braucht mehr FRITZ!“ Das Unternehmen sammelt auch sehr viel Zuspruch: „Hab das Poster am Samstag gesehen und finde es großartig - danke! Sollen sich die Trumpfreunde doch weiter aufregen und für Spenden sorgem.“

US-Präsident Donald Trump auf Werbeplakat von Fritz Kola in Hamburg

Fritz Kola begründet auch, warum sie sich ausgerechnet US-Präsident Donald Trump als Ziel des Spotts ausgesucht haben: „Trump steht schon seit längerer Zeit durch Diskriminierung und Verbreitung von Falschaussagen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Durch unsere Kommunikation begleiten wir dieses Geschehen auf unsere Art und Weise, denn auch wir sind Teil der Gesellschaft und somit für die aktive Mitgestaltung dieser verantwortlich.“ *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Alex Brandon/dpa

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