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Hamburg-Francop: Wohnen am Deich

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Von: Leonard von Steuber

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Obwohl Hamburg-Francop offiziell zum Hamburger Stadtgebiet gehört, ist der Stadtteil bis heute durch seine eigene historische und dörfliche Struktur geprägt.

Hamburg – Der Stadtteil Hamburg-Francop befindet sich im Südwesten Hamburgs auf der südlichen Elbseite. Er bildet den Beginn des Alten Landes, einer Region, die sich südlich der Unterelbe erstreckt und durch weitläufige Obstplantagen geprägt ist. Die Häuser des ländlichen Francop erstrecken sich dabei an einem langen Straßenverlauf, der Francop von Osten nach Westen durchzieht.

Zugehörigkeit:Hamburg
Größe:9,1 Quadratkilometer
Einwohnerzahl:711 (Stand: 2020)
Bezirk:Harburg

Francop weist keinen richtigen Ortskern auf, sondern ist vielmehr eine langgestreckte Siedlung entlang des Elbdeichs. Derzeit leben ungefähr 700 Einwohner in Francop. Der Stadtteil erstreckt sich dabei zwischen Altenwerder in Osten und Neuenfelde im Westen. Nördlich reicht Francop bis nach Finkenwerder, im Süden wird Francop durch Neugraben-Fischbek abgegrenzt.

Hamburg-Francop umgeben von Obstbäumen und Plantagen

Hamburg-Francop zeichnet sich vor allem durch eine äußerst alteingesessene Bewohnerstruktur aus. Viele der dort lebenden Familien gehen seither der Landwirtschaft und insbesondere dem Obstanbau nach. Der Stadtteil Hamburg-Francop ist dabei Teil des Alten Landes, der größten Obstanbauregion in ganz Mitteleuropa. Bis heute existieren im dörflich geprägten Francop noch 20 Obstanbaubetriebe, die ihre Obsterzeugnisse häufig direkt vom eigenen Hof aus zum Verkauf anbieten.

Hamburg-Francop beim Obstanbau: Ein autonomes Erntehelfer-Fahrzeug wird eingesetzt.
Auch Obstanbau spielt in Hamburg-Francop eine große Rolle. © Sina Schuldt/dpa

Hamburg-Francop steht zudem für das große Erntefest, das im Stadtteil seit 1999 abgehalten wird. Bei der jeweils in ungeraden Jahren stattfindenden Veranstaltung fahren aufwändig geschmückte Trecker und Erntewagen durch den Ort. Abgeschlossen wird das Erntefest mit ausgiebigen Feiern auf den einzelnen Höfen. Im Gegensatz zu den gewachsenen Wohnanlagen wie Hamburg-Alsterdorf ist Francop durch seine langgezogene Siedlungsstruktur geprägt.

Zahlreiche Fachwerkhäuser mit sogenannten Prunkpforten erstrecken sich dabei an einer einzigen Straße. Aufgrund der wenigen Anwohner weist Francop so gut wie keinerlei Infrastruktur auf. So gibt es in dem ländlichen Stadtviertel weder Geschäfte noch Schulen oder einen Kindergarten. Die nächstgelegenen Einkaufsmöglichkeiten für die Bewohner von Francop bestehen im angrenzenden Neugraben-Fischbek sowie der bereits zu Niedersachsen gehörenden Gemeinde Jork.

Hamburg-Francop: Statistische Daten zum Stadtteil

Hamburg-Francop: Namensgebung und Geschichte

Das heute zur Hansestadt Hamburg gehörige Francop wurde bereits im Jahre 1235 das erste Mal offiziell erwähnt. Dabei wird jedoch angenommen, dass die Siedlung schon deutlich früher gegründet wurde. Der Name Francop geht dabei auf den Siedlungsgründer Franko oder auch Franke zurück.

Der Namenszusatz „cop“ resultiert hingegen aus der niederländischen Sprache und entspricht der Bezeichnung für holländische Siedlungsbeamte. Mit der Eindeichung und Entwässerung der Elbmarsch legten die Holländer den Grundstein für die Landwirtschaft. Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts werden im Alten Land sowie rund um Francop Obstbäume* angebaut.

Im Zuge des sogenannten Groß-Hamburg-Gesetzes von 1937 wurde Francop erstmals in das Stadtgebiet der norddeutschen Hafenstadt eingemeindet. Traurige Berühmtheit erlangte Francop im Jahre 1962, als die Hamburger Sturmflutkatastrophe den Stadtteil schwer beschädigte. Noch heute erinnert ein Denkmal in Francop an die damaligen Flutopfer.

Hamburg-Francop ist ein beliebtes Ausflugsziel

Aufgrund der Lage im Alten Land ist Hamburg-Francop nicht nur bei Hamburgern ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge. Insbesondere die Blüte der Kirsch-und Apfelbäume locken dabei die Besucher an. Aufgrund des flachen Geländes in unmittelbarer Nähe der Elbe eignet sich Francop hervorragend für ausgedehnte Fahrradtouren oder Spaziergänge auf den Elbdeichen.

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Im Frühjahr sowie Frühsommer bietet der Elbdeich einen guten Überblick über die blühenden Obstbäume. Auch für das kulinarische Wohl ist in Francop gesorgt. So bietet das Hotel und Restaurant Deutsches Haus Francop Altes-Land regionale Spezialitäten an. *24hamburg.de und 24garten.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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