Fischsterben in Hamburg

Hamburgs Todes-Tümpel: Tausend Fische verwest – Stadt schlägt Fäulnis-Alarm

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Anwohner in Wandsbek und Volksdorf machen einen erschreckenden Fund: Etwa tausend tote Fische treiben auf der Wasseroberfläche des Lottbeker Teichs, Möwen machen sich bereits über die Kadaver her. Es ist ein Bild der Fäulnis und Verwesung.

  • Hamburg*: Fischsterben in zahlreichen Gewässern und an der Elbe*.
  • Anwohner finden etwa Tausend tote Fische in Volksdorf.
  • Experten kennen die Ursache für das Massensterben.

Hamburg/Volksdorf – Sterben Hamburg die Fische weg? Erst kürzlich schlugen Experten und Umweltverbände Alarm, weil tonnenweise tote Fische in der Elbmündung und an den Nordseeküsten angespült wurden*. Das Fischsterben scheint kein Ende zu finden - jetzt sind auch noch zahlreiche Gewässer in Hamburg vom Fisch-Massentod betroffen.

Stadt in DeutschlandHamburg
Fläche755,2 km²
Wetter16 °C, Wind aus SW mit 10 km/h, 81 % Luftfeuchtigkeit
Bevölkerung1,899 Millionen (30. Dez. 2019)
BürgermeisterPeter Tschentscher
Vorwahl040

Fischsterben in Hamburg: Tote Fische nicht nur an der Elbe - Teiche in Volksdorf und Wandsbek befallen

Wie SAT.1 Regional berichtet, wurden bereits vor zwei Wochen tote Fische an der Fuhlsbütteler Schleuse und dem Wendebecken (Alsterkrüger Kehre) gefunden. Auch in einem Rückhaltebecken an der Seebek und an der Berner Au in Wandsbek entdeckte man Kadaver. Die Bilanz nach dem Abfischen: etwa zwei 60-Liter-Gefäße sollen mit leblosen Fischkörpern gefüllt worden sein - das sind erschreckende Zahlen. Und das Fischsterben geht weiter: jetzt sind auch noch andere Gewässer in Hamburg betroffen.

Der Lottbeker Teich in Volksdorf: 1.000 tote Fische wurden in dem gefunden. (24hamburg.de-Montage)

Dabei handelt es sich vor allem um den  Lottbeker Teich in Volksdorf und den Mühlenteich in Wandsbek Allein im Lottbeker Teich sollen rund 1.000 kleine Fische tot aufgefunden worden sein. Wie das Bezirksamt Wandsbek am Dienstag erklärte, konnten einige größere Fische gerettet werden: Mitglieder des Anglervereins Alster e.V. des Problems angenommen und diese in andere Gewässer übergesetzt. Dabei konnten immerhin 150 Kilo Fische - vorwiegend Brassen, Karpfen, Rotaugen und Schleie - vor dem Tod bewahrt werden, berichtet das „Abendblatt".

Die restlichen Fisch-Kadaver würden „auf Veranlassung des Bezirksamtes Wandsbek durch eine Vertragsfirma der Umweltbehörde abgesammelt“ werden, informiert das Bezirksamt. Auch Möwen fallen bereits über die leblosen, an der Oberfläche schwimmenden Fische her - das berichtet die „Mopo“.

Fischsterben im Lottbeker Teich und im Mühlenteich Wandsbek: Experten kennen die Ursache

Doch wie kann es überhaupt zu diesem massiven Fischsterben kommen? Den Grund dafür sieht das Bezirksamt Wandsbek in einem zu niedrigen Sauerstoffgehalt in den Gewässern. Das warme Wetter der vergangenen Wochen sorge für eine höhere Wassertemperatur. Hinzu komme auch noch Niedrigwasser, sodass die Fische schlichtweg Sauerstoffmangel erleiden und ersticken.

Andere Ursachen hat hingegen das massive Fischsterben in der Elbe, über das 24hamburg.de berichtete. Hierfür machen Umweltverbände wie WWF, BUND und NABU die Elbvertiefung verantwortlich. Baggerarbeiten. Andere Experten argumentieren, dass die Fische durch Veränderungen des Nordseeplanktons verhungern würden.

Fischsterben in Hamburg: Wie soll es nun weitergehen?

Das Problem beim Lottbecker Teich in Volksdorf: bei diesem Gewässer handelt es sich um eine künstlichen Aufstau. „Wenn im Einzugsgebiet wie derzeit nur sehr geringe Niederschläge fallen und kein Wasser nachfließt, kann systembedingt kein Wasser aufgestaut werden“, erklärt das Bezirksamt Wandbek. Maßnahmen, die das Fischsterben in Volksdorf zukünftig verhindern sollen, sind bereits in Aussicht. Die Planung für die Umgestaltung des Ablaufbauwerkes wurde in Auftrag gegeben, um die Hochwasserführung und die Gewässerentwicklung zu verbessern.

Die schlechte Nachricht: Es wird befürchtet, dass das Fischsterben aufgrund des derzeitigen Wetters auch noch weitere Gewässer in Hamburg befallen wird. „Weil die nur sporadischen Niederschläge sauerstoffzehrende Schwebstoffe in die Gewässer eintragen, ohne dass das Wasser zur Kühlung und Sauerstoffanreicherung beitragen kann“, meint das Bezirksamt. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Bezirksamt Wandsbek

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