Bye Bye, Köhlbrandbrücke

Das war‘s dann wohl: Hamburgs Wahrzeichen wird abgerissen

  • Carolina Baldin
    vonCarolina Baldin
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Das Hamburger Wahrzeichen ist marode. Die Köhlbrandbrücke an der Elbe hält maximal nur noch bis 2030 und soll deshalb abgerissen werden – es ist kein Wiederaufbau geplant.

  • Wahrzeichen im Hamburger Hafen ist baufällig und eine tägliche Staufalle.
  • Köhlbrandbrücke in Hamburg kann von XXL-Frachtern unterhalb kaum noch passiert werden.
  • SPD und Grüne wollen sich auf einen Ersatzbau an der Elbe einigen.

Hamburg – Bereits vor zwei Jahren sprachen sich die Hamburger Hafenlogistik (HHLA) und die Hafenverwaltung (HPA) für den Abriss der Köhlbrandbrücke aus. Müssen sich die Hamburger nun tatsächlich von dem Wahrzeichen an der Elbe verabschieden? Für den Frachtverkehr wäre es die einfachste Lösung. Die größten Containerschiffe der Welt, die Megamax-Klasse, passen unter dem Bauwerk nicht mehr durch. Das musste auch bei der HMM Algeciras beachtet werden, die im Hamburger Hafen angedockt hat.

Schrägseilbrücke in HamburgKöhlbrandbrücke
Lichte Höhe55 m
Längste Stützweite325 m
Eröffnet20. September 1974
Baubeginn1970
Gesamtlänge3.618 m

Hamburg: Köhlbrandbrücke an der Elbe ist vermutlich bald Geschichte

Sollte es wirklich zu einer Koalition zwischen der Hamburger SPD und den Hamburger Grünen kommen, wird die Köhlbrandbrücke in der Hansestadt endgültig Geschichte sein. Ein unterirdischer Bau soll die 46 Jahre alte Brücke im Hamburger Hafen ersetzen.

Bisher gilt die Köhlbrandbrücke mit seinen mächtigen, blauen Pfeilern als eines der bekanntesten Wahrzeichen im südlichen Stadtgebiet Hamburgs. Das Bauwerk verbindet die Elbinsel Wilhelmsburg mit der Autobahn A7. Durch das hohe Verkehrsaufkommen wird die Brücke täglich zur Staufalle. Und auch unten drunter wird es eng: XXL-Frachter passen mittlerweile nicht mehr unter der Fahrbahn in rund 55 Metern Höhe durch.

Hamburger Hafen will Köhlbrandbrücke durch Tunnel ersetzen

Laut Mopo.de soll in Parteikreisen der Bau eines Mega-Tunnels als „langfristigere Lösung" bezeichnet werden. Auch die Hafen-Szene spricht sich dafür aus. Vermutlich auch deshalb, weil ein solches Bauwerk Schätzungen zufolge etwa 120 Jahre halten würde, eine Brücke nur etwa die Hälfte dieser Zeit.

Ersatz für Köhlbrandbrücke wird zum Milliarden-Projekt

Trotz der geschätzten Haltbarkeit könnte der Bau des geplanten Tunnels ein tiefes Loch in die Hamburger Stadtkasse reißen. „Nach letzten Berechnungen der Hafenbehörde HPA würde eine neue Brücke etwa 2,5 Milliarden Euro kosten, ein Tunnel sogar rund 3,2 Milliarden Euro – jeweils inklusive Abriss der alten Brücke aus dem Jahr 1974", so die Hamburger Morgenpost.

Marode Köhlbrandbrücke über der Elbe in Hamburg soll abgerissen werden. (Archivbild)

Da sich der Hamburger Senat gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium im Februar darauf geeinigt hat, dass die Köhlbrandbrücke eine Bundesstraße darstellt, muss Hamburg die beachtlichen Kosten für den Bau des Tunnels nicht alleine tragen. Der Bund wird einen Großteil übernehmen. Die Hansestadt ist aber für die Instandhaltung des Neubaus zuständig.

Hochmoderne Doppel-Röhren statt marode Köhlbrandbrücke

Der künftige Tunnel soll vor allem durch die Nutzung von Zukunfts-Technologien überzeugen. Das hochmoderne Bauwerk ist als Doppel-Röhre geplant - ein Tunnel mit zwei Ebenen. Auf der oberen Etage soll es Platz für Radfahrer und normale Autos geben, auf der unteren Ebene soll der Wirtschaftsverkehr fließen. Geplant ist der umweltfreundliche Transport von Containern auf Schienen.

Auch in der Wirtschaft stößt das Bauvorhaben auf Zustimmung. Laut Bild.de hat sich unter anderem Michael Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer des Unternehmensverbandes Nord, für das Projekt ausgesprochen: „Ein Tunnel ist dauerhaft die beste Lösung.“ Und auch für den Schiffsverkehr einfacher. Der kommt wieder Schwung. Ende Juni 2020 legt mit der Fridtjof Nansen das erste Kreuzfahrtschiff seit Ausbruch des Coronavirus-Sars-CoV-2 im Hamburger Hafen ab.

Täglich nutzen etwa 38.000 Fahrzeuge die Köhlbrandbrücke in Hamburg

Seit mehr als 40 Jahren ist die Köhlbrandbrücke im Süden Hamburgs Verkehrsader und Wahrzeichen zugleich. Durch die 88 Tragseile aus Stahl, die an zwei blauen Pylonen befestigt sind, wird der Eindruck erweckt, die Brücke würde schweben. Mittlerweile passieren rund 38.000 Fahrzeuge täglich die Querung über den Köhlbrand - davon etwa 12.000 schwer beladene Lkws. Eine enorme Belastung für das Bauwerk, welches laut einer technischen Untersuchung nur noch bis etwa 2030 wirtschaftlich betrieben werden kann. // Quelle: 24hamburg.de-Hamburg

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa/picturealliance

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