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Tödliche Gefahr: Warum man nicht in der Elbe in Hamburg baden sollte

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Von: Sebastian Richter

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Baden in der Elbe: Verführerisch, aber gefährlich. Warum man lieber an den Badesee fahren sollte, schwimmen aber nicht verboten ist.

Hamburg – Bei sommerlichen Temperaturen ins kühle Nass springen: Für viele eine reizvolle Idee. Allerdings sollte man sich in Hamburg auf die zahlreichen Badeseen und Schwimmbäder konzentrieren. Auf eine Abkühlung in der Elbe sollte man verzichten – jedenfalls im Hamburger Teil des Flusses. Denn ein Schwimmausflug in der Elbe kann gefährlich werden.

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Starke Strömung der Elbe in Hamburg

Vor allem wegen der Gefahr von Badeunfällen sollte man nicht in der Elbe schwimmen. Erst kürzlich starb ein 13-Jähriger nach einem Sprung von einem Anleger. Da das Wasser der Elbe sehr trüb ist, sind Rettungseinsätze grundsätzlich erschwert, heißt es von der Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft. Zudem seien durch die geringe Sichttiefe für Schwimmer Hindernisse und Untiefen nur sehr schwer zu erkennen.

Ausflugswetter am Elbstrand in Hamburg im Frühling 2022. Im Hintergrund fährt ein großes Frachtschiff vorbei. (Archivbild)
Ausflugswetter am Elbstrand in Hamburg im Frühling 2022. Im Hintergrund fährt ein großes Frachtschiff vorbei. (Archivbild) © Jonas Walzberg/dpa

Am gefährlichsten ist allerdings die starke Strömung. Wenn die Flut einsetzt, fließt das Wasser der Elbe mit bis zu 4,5 Kilometer pro Stunde. Zum Vergleich: Ein geübter Schwimmer kommt nur auf 3 Kilometer pro Stunde. Ein ungleicher Kampf, der Unvorsichtigen das Leben kosten kann.

Hamburg: Sog der Schiffe kann Badende tief in Elbe ziehen

Hinzu kommen die Auswirkungen des Schiffsverkehrs, durch den auch das Baden am Ufer der Elbe schnell sehr gefährlich werden kann. Der durch vorbeifahrende Schiffe entstehende Sog zieht Badende direkt in die Strömung in der Fahrrinne. Auch der Schwell ist eine Gefahr: Wenn große Schiffe vorbeifahren, zieht sich das Wasser schnell zurück, kommt aber genauso schnell und plötzlich wieder. Vor allem für am Elbstrand spielende Kinder kann das gefährlich werden.

Es gibt noch einen Grund, warum die Elbe nicht zum Baden geeignet ist: Der Fluss ist schlicht sehr dreckig. Die Hamburger Behörde beschreibt es so: „Im Hamburger Bereich der Elbe gibt es keine Badestellen, die nach der EG-Badegewässerrichtlinie als solche ausgewiesen sind“. Nach dieser Richtlinie werden Badegewässer zunächst hinsichtlich ihrer Qualität klassifiziert. Für ein angenehmes Badeerlebnis ohne größere Gefährdungen gibt es gewisse Kriterien, die erfüllt werden müssen – was die Elbe leider nicht schafft.

Regelmäßig wird das Wasser der Elbe untersucht, die bakterielle Belastung überschreitet immer wieder die Obergrenzen. Besonders, wenn es kurz zuvor stark geregnet habe, werden die Grenzwerte überschritten. Das liege vor allem an Überläufen von Mischwasser (Regen- und Abwasser) aus dem Sielnetz, also den unterirdischen Abwasserleitungen.

Baden in Hamburger Elbe nicht grundsätzlich verboten

Aber: Da Baden in Gewässern „grundsätzlich unter den Gemeingebrauch“ falle, ist es nur unter bestimmten Voraussetzungen verboten. Denn dafür muss nach dem Hamburgischen Wassergesetz ausdrücklich auf ein Verbot hingewiesen werden. Diese Verbote finden sich oft in Naturschutzgebieten oder im Fahrwasser des Schiffsverkehrs, in verpachteten Gewässern und an Anlegern, Hafen- oder Kaianlagen.

Dennoch sollte man auf die zahlreichen Badeseen in Hamburg umsteigen, bei denen die Gefahr deutlich geringer ist und bei denen auch die Wasserqualität stimmt. Eine Liste geeigneter Badeseen hat die Stadt Hamburg im Internet zusammengestellt.

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