Exklusives Interview

Hamburgs neue Arena? Tomislav Karajica will Elbdome bauen

Tomislav Karajica im Portrait
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Tomislav Karajica
  • Thanh Nguyen
    VonThanh Nguyen
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Braucht Hamburg eine neue Multifunktionshalle? Geht es nach Tomislav Karajica heißt die Antwort: Ja! Der Investor will an den Elbbrücken den Elbdome errichten.

Hamburg – Es tut sich wieder was in der Sportstadt Hamburg! Nach dem Abstieg des HSV, dem Abgang des Eishockeyklubs Freezers sowie dem kurzzeitigen Aus der HSV Handballer herrschte in der jüngsten Vergangenheit ein wenig Sport-Tristesse in der Hansestadt.

Doch das Blatt hat sich gewendet: Die Hamburg Towers nehmen in der Basketball-Bundesliga BBL Kurs auf die Playoffs, im Fußball und Handball steht der HSV jeweils auf Platz eins in der zweiten Liga und hat damit die Wiederaufstiege ins Oberhaus vor Augen.

Hamburg: Neue Arena „Elbdome“ soll an den Elbbrücken entstehen – Spielstätte für Hamburg Towers

Anders als die Fußballer, die bekanntermaßen ihr Volksparkstadion haben, fehlt es den anderen beiden Ballsport-Teams allerdings an einer geeigneten Halle – einer Spielstätte, die den neuen Ansprüchen gerecht wird.

Und da kommt Tomislav Karajica ins Spiel: Schon seit vier Jahren steht der gebürtige Stellinger mit den Planungen für den neuen Elbdome in den Startlöchern. In unmittelbarer Nähe zu den Elbbrücken soll die Hansestadt eine neue Mehrzweckhalle mit einer Kapazität zwischen 6.000 und 9.000 Zuschauern bekommen. Geschätzte Kosten für das Projekt: 150 Millionen Euro, komplett privatwirtschaftlich finanziert.

Elbdome in Hamburg: Tomislav Karajica will schnelle Entscheidung der Politik

„Es ist einfach eine große Chance nicht nur im Handball und Basketball, sondern auch im E-Sport. Eine solche Halle könnte allen Bedürfnissen gerecht werden und man hätte die Chance, sich zeitgemäß aufzustellen“, erklärt der Geschäftsführer von Home United im exklusiven 24hamburg.de-Interview.

Karajica ist auch Hauptgesellschafter der Towers. Für den Verein aus Wilhelmsburg aber auch für andere Vereine und Events sieht er im Elbdome großes Potenzial.

Das Problem: Die Stadt Hamburg hat bislang noch kein grünes Licht für das Bauprojekt im Süden der Hansestadt gegeben. „Aktuell bedarf es einer klaren Analyse der Politik. Wir pochen auf diese Entscheidung, weil uns die Zeit davonläuft. Schon wieder ist eine Saison vorbei und wir haben immer noch kein Grundstück, wo der Elbdome final gebaut werden kann.“

Das Team von Hamburg Towers freut sich über seinen Sieg.

Tomislav Karajica fordert Politik: „Wir machen Druck und der Druck wird größer“

Mit der anvisierten Größe läge der Elbdome genau zwischen der edel-optics.de Arena in Wilhelmsburg (rund 3.400), der Sporthalle Hamburg in Alsterdorf (rund 4.000 Plätze) und der Barclaycard Arena im Volkspark (bis zu 16.000 Plätze).

„Wir machen Druck und der Druck wird größer. Da gibt es unseren sportlichen Erfolg und die HSV Handballer, die ja vor dem Aufstieg in die erste Liga stehen. Dann hätten wir schon zwei Klubs, die in der ersten Liga für nachhaltiges und professionelles Arbeiten diese Infrastruktur bräuchten. Der Erfolg der Towers macht eine solche Halle notwendig.“

Neue Arena für Hamburg: Im Elbdome wären auch Konzerte und Veranstaltungen möglich

Bei einem Zuschlag würde es ungefähr drei bis vier Jahren dauern, bis der Ball rollen kann. „Wir haben nicht das Gefühl, dass der Elbdome nicht gewollt ist. Da ist die Fragestellung halt sehr kompliziert. Nichtsdestotrotz würde ich mir mehr Tempo wünschen. Aber auf anderen Seiten ist der Konsens ja da, dass der Elbdome kommen soll. Es gibt Rückendeckung, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass es irgendwann passieren wird.“

Neben der sportlichen Komponente böte die Arena der Hansestadt vor allem für Konzerte und Messen ganz neue Möglichkeiten. „Generell können aktuell gewisse Veranstaltungen nicht in Hamburg stattfinden, weil es so eine Halle in dieser Größe nicht gibt. Hamburg wird umfahren von Konzerten oder Veranstaltungen, weil die Barclaycard Arena zu groß ist und der Rest zu klein. Man begnügt sich mit anderen Städten. Die Veranstaltungsbranche braucht und will eine solche Halle.“

Elbdome in Hamburg: Bauprojekt – Politik lobte erste Pläne

Bei der Vorstellung der Pläne stand die Politik dem Elbdome in jedem Fall positiv gegenüber. „Eine zentral gelegene Halle mit dieser Kapazität wäre aus Sicht des Sports eine ideale Lösung. Ob das konkrete Vorhaben auf diesem Grundstück realisiert werden kann, muss jetzt genau geprüft werden“, erklärte Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD) damals.

Auch Michael Osterburg, damaliger Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bezirksversammlung Mitte, stimmte zu jenem Zeitpunkt mit ein: „Es wäre toll, wenn es endlich eine Halle gäbe, die den Bedarfen der Mannschaften gerecht würde. Die Drittnutzung sollte gut dazu passen. Eine solche Halle an dieser Stelle muss aber gut überlegt sein. Ideal ist der Standort aufgrund der neuen S- und U-Bahn Elbbrücken, aber es dürfen keine zusätzlichen Verkehre in Rothenburgsort und Veddel erzeugt werden.“

Elbdome für Hamburg Towers und Hamburgs Handballer: „Der Erfolg macht eine solche Halle notwendig“

Der Ball liegt im sprichwörtlichen Sinne bei der Politik und die Hoffnung, dass sich bald etwas tut, ist groß. „Der Erfolg der Towers macht eine solche Halle notwendig. Wenn der europäische Wettbewerb kommt, haben wir noch mehr Gründe kreiert, warum man in so eine Halle spielen bzw. Spiele sehen möchte“, so Karajica.

„Es ist schon sehr schade, dass man den Hamburgern nicht die Chance gibt, an solchen Events teilzunehmen. Wenn wir uns aus städtischen Gesichtspunkten in den höheren Sphären in der BBL positionieren wollen, dann wird es ohne eine solche Halle nicht gehen.“

Das komplette Interview mit Karajica wird am 28. Februar auf 24hamburg.de veröffentlicht. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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