„Völli bleibt“

Angriff auf Grünen-Büro in Hamburg-Eimsbüttel – Polizei sucht Zeugen

„Völli bleibt“: Blick auf die mit Graffiti beschmierte Außenfassade des Kreisbüros der Grünen Eimsbüttel in der Methfesselstraße
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Besprühte Außenfassade
  • Nicolai Hackbart
    vonNicolai Hackbart
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In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde das Kreisbüro der Grünen in der Methfesselstraße mit Graffiti beschmiert. Die Täter kamen bisher unentdeckt davon.

  • Unbekannte Täter haben am Mittwochabend die Fassade des Grünen-Büros im Hamburger Bezirk Eimsbüttel beschmiert.
  • Die Hamburger Polizei geht von einer politisch motivierten Tat aus und sucht nach Zeugen.
  • Die Aussage des Graffitis scheint eine klare Botschaft zu sein.

Hamburg/Eimsbüttel – Mit schwarzer Farbe haben unbekannte Täter das Kreisbüro der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ beschmiert. Dabei handelt es sich nicht um kleine unscheinbare Flecken. Über die gesamte Fassade haben die Sprayer großflächig eine Nachricht hinterlassen: „Völli bleibt“ und „Ihr Schweine“, inklusive Anarchie-Logo „Ⓐ“.

Grünen-Büro Eimsbüttel: Farb-Angriff mit politischer Botschaft

Mitten in der Coronavirus-Krise könnten die Täter die menschenleeren Straßen ausgenutzt haben, um auf ein anderes Dauerthema in Hamburg aufmerksam zu machen: „Völli“ bezieht sich vermutlich auf den Vollhöfner Wald, der seit Jahren als Gelände des Hamburger Hafens von einer Abholzung bedroht ist. Unter dem Motto „Völli bleibt“ protestieren Bürgergruppen, wie der NABU, die Klimaschutzinitiative Vollhöfner Wald aber auch die Grünen, für den Erhalt des kleinen Waldstückes.

Warum nun ausgerechnet ein Parteibüro der Grünen in Eimsbüttel Opfer dieses Angriffes geworden ist, lässt sich auf die letzte Legislatur-Periode der rot-grünen Regierung in Hamburg zurückführen. 2015 hat die Fraktion der Grünen in der Hamburger Bürgerschaft einer Bebauung des Gebietes Vollhöfner Wald noch zugestimmt. Mittlerweile positioniert sich die Partei aber selbst gegen dieses Vorhaben.

Schon im Oktober 2019 wurden Büro-Scheiben von Grünen und SPD eingeworfen, nachdem eine Baumbesetzung im Vollhöfner Wald durch die Polizei geräumt wurde. Ein unbekanntes Bekennerschreiben lässt eine anarchistische Organisation vermuten: „Von diesen Parteien und ihren untergebenen Bullen fordern wir nichts, weder den Erhalt des Waldes noch einen menschlicheren Umgang bei der Räumung. Wir sehen sie als Feinde an und bekämpfen sie, solange es Staaten gibt.“ Ob es sich bei dem jetzigen Angriff um die gleiche Organisation handelt, lässt sich aktuell aber nicht bestätigen.

Beschmierte Eingangstür des Kreisbüros der Grünen in der Methfesselstraße.

Polizei ermittelt: Politisch motivierter Angriff in Eimsbüttel

Die Polizei hat den Schaden in Eimsbüttel sofort aufgenommen und die Ermittlungen an die Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes übergeben, die für politisch motivierte Angriffe zuständig ist. Für eine Aufklärung des Falles suchen die Ermittler noch Zeugen, die sich an die Telefonnummer 040/4286-56789 oder an jede Polizeidienststelle wenden können.

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