Noch eine Bank schließt

Immer mehr Bankfilialen in Hamburg schließen: Das steckt dahinter

In der Hansestadt machen immer mehr Banken zu. Auch eine Filiale in Altona soll nun schließen. Das steckt hinter dem Banken-Sterben in Hamburg.

Hamburg – In den letzten Monaten haben mehrere Bankfilialen in Hamburg geschlossen. Bald wird eine weitere dazukommen. Die Hamburger Sparkasse (Haspa), ebenso wie die Commerzbank und die Postbank machen immer mehr Standorte dicht. In Hamburg-Altona wird das demnächst auch die Bankkunden rund um die Elbgaupassagen in Lurup betreffen. Die dort ansässige Haspa-Filiale wird als nächste geschlossen.

Bankenkrise in Hamburg: Alles online – es fehlt den Standorten an Kunden vor Ort

Hamburg macht gerade eine echte Bankenkrise durch. Die Geldgeschäfte wandern für viele Leute ins Internet ab und durch Online-Banking fehlt es den Filialen an der Kundschaft vor Ort. Die Postbank wird daher drei ihrer Filialen schließen, die Deutsche Bank macht jede vierte Anlaufstelle zu und die Commerzbank will insgesamt elf Filialen schließen. Auch die Haspa will um 15 Standorte reduzieren.

Eine Sprecherin der Haspa sagte gegenüber der MOPO: „Zum Teil schließen wir, weil uns der Kundenzulauf fehlt. An anderer Stelle öffnen wir aber auch – das hängt sehr mit der Entwicklung im Stadtteil zusammen.“ Auch die Corona-Krise habe bei den Schließungen und teilweise erneuten Öffnungen andernorts eine Rolle gespielt. Arbeitsplätze seien durch diese Verschiebung und Schließung der Banken allerdings noch nicht gefährdet.

Viele Geldgeschäfte laufen mittlerweile online. Die Folge: Die Haspa-Filialen machen reihenweise dicht. (24hamburg.de-montage)

Trotzdem ist es für Kunden in den Stadtteilen, in denen die Filialen schließen, ein Ärgernis. Die Haspa versucht laut der Sprecherin alles, um so effizient wie möglich mit den Kunden zu arbeiten: „Wir setzen nach wie vor auf persönliche Beratung in Kombination mit digitalen Angeboten. Wir haben begonnen, unsere Filialen vor zwei Jahren zu Nachbarschaftstreffs umzubauen und wollen damit die Stadtteile beleben.“

Lesen Sie hier, wieso einer Sparkassen-Kundin das Konto gekündigt wurde.

Schließungen der Haspa-Filialen in Hamburg: 15 Standorte weniger in zwei Jahren

Insgesamt will die Haspa trotzdem bis 2023 in Hamburg von 115 Standorten auf 100 reduzieren. Für die Filiale in Altona hat das neue Konzept scheinbar auch nicht gereicht. Die Haspa in Lurup soll schließen. Das scheint für die Bürger und auch für die Politik aber eine Unmöglichkeit zu sein - was zu den Beschwerden über viel Banken beträgt. Die SPD-Fraktion hat daher zum 26. August einen Antrag in der Bezirksverwaltung gestellt, mit dem sie sich für die Erhaltung der Filiale einsetzen will.

Der SPD-Wahlkreisabgeordneter aus Lurup und Vorsitzender des Ausschusses für regionale Stadtteilentwicklung und Wirtschaft Julian Glau erklärt laut MOPO: „Für zahlreiche Luruperinnen und Luruper, die in den Großwohnsiedlungen rund um die Elbgaupassagen wohnen, ist die dortige Haspa die einzig fußläufig erreichbare Bank. Sollte diese Filiale geschlossen werden, wäre das gerade für ältere Bürgerinnen und Bürger ein erhebliches Problem.“

Deshalb setzt sich die SPD nun ein. Man wolle, dass das Bezirksamt Gespräche mit der Haspa führt und die Thematik zur Priorität macht. Die Fraktion betont: „Sollte dies nicht möglich sein, muss, aus SPD-Sicht, die HASPA dafür Sorge tragen, dass vor Ort mindesten noch ein gewisses Grundangebot an Bank- Dienstleistungen gewährleistet wird.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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